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Ratgeber

So sieht das perfekte Anschreiben aus

(Foto: Shutterstock)

Ein glänzendes Arbeitszeugnis, ein lückenloser Lebenslauf – schön und gut. Aber wie sieht eigentlich das perfekte Anschreiben aus?

Was du über das Anschreiben wissen musst

Auch wenn die schriftliche Bewerbung per Post durch zunehmende E-Mail-Aufforderungen oder unternehmenseigene Karriereportale an Relevanz verliert: Das Anschreiben gehört neben dem Lebenslauf auch weiterhin zu den wichtigsten Elementen einer Bewerbung. Es drückt deine Motivation aus, eine vakante Stelle zu übernehmen. Statt stumpf die einzelnen Stationen im Lebenslauf herunterzubeten, ist hier dein Überzeugungsgeschick gefragt – auf ein bis maximal zwei DIN-A4-Seiten gilt es klar zu machen, warum gerade du die perfekte Person für den Job bist. Die wichtigsten Tipps in der Übersicht.

Verwende eine gut lesbare Schriftart

Schriftarten im Anschreiben: Garamond ist eine schöne Alternative zu Times New Roman. (Screenshot: t3n)
Schriftarten im Anschreiben: Garamond ist eine schöne Alternative zu Times New Roman. (Screenshot: t3n)

Eignen sich Times New Roman oder Helvetica für das Anschreiben in der Bewerbung? Der Auswahl der Schriftart sollte Beachtung geschenkt werden. Denn sie muss für den Personaler gut lesbar sein und ausreichend hohe Kontraste gewährleisten.

Zwar ist Times New Roman die mit Abstand beliebteste Schriftart unter Bewerbern. Ein optischer Hingucker ist sie aus genau diesem Grund aber schon lange nicht mehr. Schöne Alternativen sind Garamond, Helvetica oder Cambria. Nicht empfehlen können wir dagegen die Nutzung von Courier oder Comic Sans. Sie replizieren lediglich die Schriftart einer Schreibmaschine beziehungsweise die Sprechblasen in einem Comic. Vielleicht ist das witzig und verspielt, in jedem Fall aber hat es nichts in einer ernst gemeinten Bewerbung verloren.

Schon der Briefkopf kann entscheiden

Der Briefkopf im Anschreiben sollte auch optisch ansprechend gestaltet sein. (Foto: Shutterstock)
Der Briefkopf im Anschreiben sollte auch optisch ansprechend gestaltet sein. (Foto: Shutterstock)

Das Anschreiben beginnt nicht erst bei „Sehr geehrter Herr Müller,…“. Schon der Briefkopf am oberen Ende der DIN-A4-Seite vermittelt einen Eindruck vom Bewerber. Neben einer ansprechenden Gestaltung (bestenfalls passend zum Corporate Design des Unternehmens) müssen die Angaben natürlich vor allem inhaltlich stimmen. Ist die Anschrift des Unternehmens korrekt? Wurde ein direkter Ansprechpartner aufgeführt? Ans Datum und die Absenderdaten gedacht?

An welche Stelle in welchen Abständen die Informationen gesetzt werden müssen, hat das Karriereportal Jobware zusammengefasst:

  • Der Absender wird im Anschreiben als erstes aufgeführt. Mit ihm beginnt der Briefkopf auf einer Höhe von 1,69 Zentimeter zum Blattrand. Der Abstand zum rechten Blattrand darf nach DIN 5008 nicht weniger als 10,97 Zentimeter betragen.
  • Der Empfänger wird mit 9 Zeilen Abstand zum oberen Blattrand im Bewerbungsschreiben aufgeführt. Auch hier gilt ein Abstand von 9 Zentimeter zum rechten Blattrand.
  • Das Datum wird mit einem Abstand von 17,64 Zentimeter zum linken und mit 0,81 Zentimeter zum rechten Blattrand sowie einem Versatz von 21 Zeilen zum oberen Blattrand eingefügt.

Die Betreffzeile: Sagen was ist

Ja, auch beim Anschreiben gibt es sie: die Betreffzeile. Sie steht gefettet oberhalb der persönlichen Anrede und sollte wie bei einer E-Mail kurz und aussagekräftig formuliert sein. Doch Vorsicht: Sätze wie „Bewerbung um einen Ausbildungsplatz“ oder „Bewerbung um eine Stelle als freier Mitarbeiter“ erwecken bei Personalern oft den Eindruck der Desinformation.

Stattdessen solltest du direkt Bezug auf das Unternehmen und vor allem die konkret ausgeschriebene (bei Initiativbewerbungen: gewünschte) Stelle nehmen. Beispiel: „Bewerbung bei der Max Mustermann AG als Digital Marketing Manager“. Wer sich darüber hinaus auf eine in Online- oder Printmedien gefundene Stellenanzeige beziehen will, kann dies mit einer zusätzlichen Bezugszeile kenntlich machen.

Beginne mit einem furiosen ersten Satz

Um das Anschreiben anspruchsvoll zu formulieren, können sich Bewerber auch am journalistischen Handwerkszeug bedienen. Schon Wolf Schneider, Journalist und einer der profiliertesten deutschen Sprachkritiker, sagte: „Ohne Köder widerfährt unserem Text das leider allzu Wahrscheinliche: Gelesen wird er nicht.“

Also: Statt den Personaler mit ausgelutschten Floskeln wie „Mit großem Interesse habe ich Ihre Stellenanzeige im Wittlager Kreisblatt gelesen“ oder „Hiermit bewerbe ich mich um eine Stelle als Schlafforscher“ zu torpedieren, solltest du lieber direkt mit der Tür ins Haus fallen: Mach sofort deutlich, dass du dich über das Unternehmen informiert hast und überzeugt bist, genau auf diese eine Stelle zu passen!

Ein tolles Beispiel lieferte Nora Feist von der PR-Agentur Mashup Communications auf ihrem Blog: Auf eine Stellenanzeige antwortete eine Bewerberin im ersten Satz des Anschreibens so: „Facebook-Junkie? Head of Headlines? Social-Media-Addict? Bingo! Begeisterungsfähig und neugierig wie ich bin, fühle ich mich vom innovativen und wegweisenden Profil von Mashup magisch angezogen und bin hochmotiviert ein Teil Ihres Teams zu werden.“ Any questions?

Wende das „Ich-Sie-Wir“-Prinzip an

Bei der Formulierung des Anschreibens empfiehlt sich das „Ich-Sie-Wir“-Prinzip. (Foto: Shutterstock)
Bei der Formulierung des Anschreibens empfiehlt sich das „Ich-Sie-Wir“-Prinzip. (Foto: Shutterstock)

Ist der erste Satz gemeistert, geht es ans Eingemachte: den inhaltlichen Teil des Anschreibens. Bewerbungscoach Jürgen Hesse rät im Gespräch mit dem Karriereportal Unicum dazu, das sogenannte „Ich-Sie-Wir“-Prinzip anzuwenden, also den Text des Anschreibens in drei Abschnitte zu gliedern.

  • Ich: Hier fasst der Bewerber zusammen, wer er ist, welche Interessen er hat, woher er kommt, was er bietet und vor allem, über welche Stärken er passend zur vakanten Stelle verfügt.
  • Sie: In diesem Abschnitt wendet sich der Bewerber dem Personaler zu und macht zum Beispiel deutlich, aus welchen Gründen das Unternehmen perfekt zum Bewerber passt.
  • Wir: Anschließend werden die vorherigen Abschnitte logisch zusammengeführt. Dies gelingt am besten, indem der Bewerber dem Unternehmen stichhaltig aufzeigt, wie das Unternehmen von einer gemeinsamen Zusammenarbeit mit dem Bewerber profitiert und wo es Entwicklungspotenziale gibt. Die Fähigkeiten, die im Unternehmen eingebracht werden sollen, sollten konkret formuliert sein und zur Stelle passen.

Nutze die Magie von Cliffhangern

Cliffhanger kennen wir normalerweise aus Kriminalromanen: Mit ein oder zwei kurzen, aber knackigen Sätzen wecken wir die Neugier beim Leser und nötigen ihn quasi dazu, umzublättern. Doch was hat der Unfug bitte in einer Bewerbung verloren? Immerhin wird uns immer wieder vorgebetet, uns an formale Standards und eine für jeden verständliche, sachlich korrekte Schreibweise halten zu müssen. Dabei lassen sich Personaler mit einem Cliffhanger garantiert verblüffen.

So kann es funktionieren: „Sie möchten lesen, wie ich mein China-Projekt in einer kritischen Phase doch noch zum Erfolg gelenkt habe? In meiner anhängenden Projektliste erfahren Sie mehr.“ Der Clou: Vor allem im Anschreiben, wo auf wenig Platz möglichst viele Informationen untergebracht werden müssen, kann das Gold wert sein. Zudem stärkst du so dein Profil und machst Lust auf mehr.

Umdenken bei der Abschlussformel

Zu einem furiosen Einstieg mit aussagekräftigem Mittelteil gehört natürlich auch ein überzeugendes Finale. Üblicherweise wird in Bewerbungen lediglich die Floskel „Mit freundlichen Grüßen“ benutzt – hier geht aber noch mehr! Für den perfekten Abschluss kannst du das Anschreiben zum Beispiel mit einem Call-to-Action, also einer aktivierenden Handlungsaufforderung ausleiten.

Wie wäre es etwa mit „Wie Sie sehen, bin ich für eine Mitarbeit hochmotiviert und freue mich, Ihnen dies im Vorstellungsgespräch persönlich zu beweisen“ oder „Schon jetzt freue ich mich auf eine Einladung von Ihnen und hoffe, Sie mit meiner Bewerbung überzeugt zu haben“? In jedem Fall sollten Sätze im Konjunktiv ebenso vermieden werden wie allzu arrogante Floskeln („Wann darf ich mich vorstellen?“).

Um sich noch mehr von der Masse abzuheben, lässt sich die abschließende Grußformel übrigens bedenkenlos auch mal mit „besten Grüßen aus Hannover“ oder „freundlichen Grüßen nach Berlin“ abzeichnen.

Mehr zum Thema Bewerbung: Kreative Bewerbung: 6 kleine Tricks, die jeden Personaler verblüffen

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Eine Reaktion
Thomas

So ein Quatsch!!! Anschreiben ist so die 80er... Kein Meinsch liest es mehr beim 284 Bewerber .
Ist halt zu viel Text, kein Zeit dafür

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