Du hast deinen AdBlocker an?

Es wäre ein Traum, wenn du ihn für t3n.de deaktivierst. Wir zeigen dir gerne, wie das geht. Und natürlich erklären wir dir auch, warum uns das so wichtig ist. Digitales High-five, deine t3n-Redaktion

News

Die Bewerbungsmappe ist tot

Die Bewerbungsmappe ist nicht mehr nur ein Auslaufmodell, sie ist Geschichte, erklärt Bernhard Rohleder. (Foto: Shutterstock-Smolaw)

Vorbei ist die Zeit, in der das Anschreiben und der Lebenslauf per Post rausgehen. Die Bewerbungsmappe ist tot. Das zeigt eine Umfrage unter HR-Managern.

Menschen in den 30ern und älter kennen das noch: Das Anschreiben und der Lebenslauf werden ausgedruckt, mit den kopierten Zeugnissen in eine Bewerbungsmappe gepackt und alles schließlich in einem stabilen Kuvert zur Post gebracht. Mühsam ist diese Art, sich für den Job zu bewerben. Und glücklicherweise auch so gut wie obsolet. Die Bewerbungsmappe gehört endgültig der Vergangenheit an, titelt der Bitkom in den jetzt veröffentlichten Umfrageergebnissen. Laut dem Branchenverband wollen nur noch drei Prozent der HR-Manager in Unternehmen ab 50 Mitarbeitern die Unterlagen auf Papier in einer Bewerbungsmappe. Dagegen bevorzugen 86 Prozent digitale Bewerbungsmaterialen. Lediglich neun Prozent hätten keine Präferenz.

Die Bewerbungsmappe ist tot, lang lebe die Online-Bewerbung

Anschreiben und Lebenslauf per Post? Die Bewerbungsmappe ist tot. (Grafik: Bitkom)

Die Zukunft ist digital. So viel steht fest. Von Online-Bewerbungen profitieren nicht nur die Personalabteilungen, sondern auch die Bewerber. „Beide sparen Zeit und Geld und reduzieren obendrein den Ressourcenverbrauch. In Zukunft werden Online-Bewerbungen durch neue digitale Möglichkeiten ergänzt und ersetzt, etwa durch Videobewerbungen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Schon heute lassen sich Personalabteilungen die Unterlagen lieber per E-Mail zu schicken. Immer mehr Unternehmen verlagern den Bewerbungsprozess inzwischen sogar auf eigene Online-Portale, in denen Jobsuchende ihre Bewerberinformationen per One-Click-Methode aus einen Karriere-Netzwerk hochladen können.

„In Unternehmen ist die Bewerbung auf Papier nicht mehr nur ein Auslaufmodell, sie ist Geschichte“, erklärt Bernhard Rohleder. Vor gerade einmal drei Jahren sah die Bewerbungswelt jedoch noch völlig anders aus. Damals hatten in einer ähnlichen Bitkom-Umfrage lediglich 27 Prozent der Personalverantwortlichen angegeben, dass sie die Unterlagen am liebsten ausgedruckt in einer Bewerbungsmappe bekommen wollen. Nur eine knappe Mehrheit von 58 Prozent präferierte 2015 digitale Bewerbungen. Deutsche Unternehmen haben verstanden, dass sie sich modernisieren müssen. Dass es bei der Bewerberfreundlichkeit jedoch auch 2018 noch viel Potenzial noch oben gibt, hat kürzlich die Beratungsfirma Net Federation festgestellt.

Karriere organisieren: Diese Apps helfen im Berufs- und Privatleben
Jobsuche: Die kostenlose Truffls-App für iOS und Android ist ein Tinder für Bewerber. Wer auf der Suche nach einem interessanten Job ist und fündig wird, swipt einfach nach rechts und schickt einen Lebenslauf ab. Antwortet das Unternehmen, kommt es zum Match. (Grafik: t3n.de / dunnnk)

1 von 13

Die Digital-Experten haben die Recruiting-Websites von 75 deutschen Konzernen nach insgesamt 157 Kriterien überprüft. Dazu zählten, ob Jobsuchende die Möglichkeit erhalten, ihren Lebenslauf hochzuladen und ob One-Click-Bewerbungen möglich sind. Das Ergebnis: Große Unternehmen tun sich schwer, den digitalisierten Bewerbungsprozess entlang gängiger Standards auszurichten. Die wenigsten Konzerne haben mehr als die Hälfte der 1.000 zu erreichenden Punkte eingesammelt. Zu den drei besten Arbeitgebern zählen die Deutsche Telekom mit 587 Punkten, Fresenius mit 586 Punkten sowie die Deutsche Bahn mit 548 Punkten. Auch wenn die Bewerbungsmappe tot ist, so richtig am Leben ist die Online-Bewerbung noch nicht.

Lies auch: 75 Karriereseiten im Test – Konzerne gehen schlecht auf ihre Bewerber ein

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

11 Reaktionen
Sven Kulus

Da Onlinebewerbungen gerne als Einfallstor für Viren, Würmer und Trojaner genutzt werden, akzeptieren wir nur noch Bewerbungen per Post. Nix ist tot

Antworten
ping

Mal abgesehen davon, dass eine E-Mail nichts anderes als ein absolut klassisches Anschreiben in einem anderen Medium ist, scheitert der Versuch such digital zu geben in meiner Erfahrung oft am fehlenden Verständnis für das Medium. Firmen verlangen alle Unterlagen per E-Mail, setzen aber ein 3MB Anhang-Limit ein. Firmen weisen darauf hin, keine Links zu schicken, suchen aber nach Menschen, deren Arbeitsproben online, interaktiv oder als Videos existieren.
Ich habe die letzen 10 Jahre alle Vorgaben (oft ahnungsloser Personaler weitgehend ignoriert. Ein knappes aber prägnantes Anschreiben samt Linksliste per Mail. Als Links ein gut aufgelöstes PDF mit Arbeitsproben, allen Zeugnissen, Persona-Präsentation, Skillset-Grafiken, anschaulichem Lebenslauf auf meinem Webspace, Linkedin & xing Profil, Online-Portfolio und insta-account (das ich nicht für persönliches, sondern als fachbezogenes skizzenbuch verwende). Mit hoher Erfolgsquote. Was anscheinend auch viele Bewerber unterschätzen: Arbeitgeber googlen den Namen. Sollte man mal selber machen und ggf. aufräumen, bevor man sich irgendwo bewirbt.

Antworten
namenloser

Es ist natürlich toll, dass man nicht mit jeder Bewerbungsmappe zur Post rennen muss^^
Der NachteiL wie auch bei der klassischen ist, das man kaum Rückmeldungen kriegt, ja von manchen nichtmal eine Eingangsbestätigung. Eine Empfangsbestätigung setzen, soll man ja vermeiden wenn man die Mail verschickt, aber man wüsste schon gern ob da überhaupt was ankommt. Bei vielen Firmen hat man eher das Gefühl, och ich stell mal Job rein, aber Ernst meinen tun Sie es nicht. Das fällt dann unter Quotenerfüllung oder so.

Also weniger Aufwand schön und gut, aber man wird wohl 1min Zeit haben um den Bewerbern eine "Ist angekommen, wird bearbeitet" Mail zu schicken. Finde sollte wohl zum Standard gehören.

Antworten
Alfred

Bewerbungen per Mail schicken ist super: Einfach, schnell, kostengünstig, resourcenschonend. Aber Online-Bewerbungsportale sind nach meiner Erfahrung meistens digitaler Schrott. Da ändert auch die Größe von Unternehmen nichts - oftmals sind die Portale bei Großkonzernen sogar noch schlimmer: Es wird geklickt und ausgefüllt, ein digitaler Lebenslauf erstellt - aber Kreativität, Ausdrucksvermögen oder einfach der Umgang mit Office & Co werden nicht mehr beachtet. Ach ja - man kann ja Anhänge hinzufügen: Aber bitte keine ZIP-Files und keine Anhänge größer 2MB. Das ist natürlich echt sinnvoll wenn man sich auf eine Stelle als Art-Director bewerben möchte und ein paar Arbeitsproben mitschicken will ....

Sorry, aber die Online-Bewerbungswelt hat längst noch nie die Qualität einer Bewerbungsmappe erreicht. Aus meiner Sicht ist sie voallem eines: Praktischer und billiger für die Personalabteilungen und die Unternehmen. Bessere Arbeitskräfte findet man dadurch aber nicht - eher das Gegenteil.

Antworten
Kev

"Menschen in den 30ern und älter kennen das noch"... Hey, ich bin 25 Jahre jung und habe am Anfang meiner Karriere ebenfalls meine Bewerbungen ganz klassisch mit gedruckten Versionen des Anschreibens, Lebenslaufes, etc. in einer Mappe per Post verschickt. :-D

Antworten
Da Wicky

Also bei uns ist eine Onlinebewerbung nicht nur unüblich, sondern schlicht und ergreifend garnicht vorgesehen.

Antworten
Thomas Winter

Ach du jeh...
Am besten, du schlägst es mal vor. Erspart viel Arbeit und somit auch Geld. Außer, deine Firma rechnet mit "Eh-da-Kosten", dann such dir schleunigst was neues ;-)

Antworten
DaWicky

Na ich weiss nicht... dann muss ja einer erst mal alles Ausdrucken... Wo da der Vorteil liegen soll, weiss ich jetzt aus sicht des Betriebs nicht.
Ich sehe verschiedene Vorteile in der Papierbewerbung. So kann man sie zum Beispiel leichter gemeinsam im Team durchgehen und sortieren.

Na ja.. jeder so wie er will.

Felix

Das wundert mich nicht. Obwohl nur ca. 20% der Bewerber und 20% der Unternehmen glauben(!), dass die "one-click-Bewerbung" funktioniert*, haben Xing & Co. sie schon mal gebaut und als DIE Lösung propagiert. Getreu dem Motto: Wir bauen erstmal eine Lösung und prüfen dann welche Probleme sie abdeckt.

Statt die betroffenen Nutzer (HR Consultants, aktive Bewerber, etc.) zu befragen, was genau im analogen/digitalen Bewerbungsprozess gut und schlecht läuft und ANSCHLIEßEND daraus eine Lösung abzuleiten, wird erstmal etwas (teuer) gebaut und dann am Kunden getestet.

* https://www.uni-bamberg.de/isdl/transfer/e-recruiting/recruiting-trends/recruiting-trends-2017/

Antworten
xordinary

Es ist ja immer zu begrüßen, wenn Journalisten eine farbige Sprache verwenden. Aber es ist mir jetzt schon häufiger aufgefallen, dass das Wort "müßig" falsch einsetzen, indem sie es synonym mit "mühsam" verwenden. Aber auch, wenn es ähnlich klingt, es hat kein "h" (wer nämlich mit "h" schreibt ist dämlich) und bedeutet soviel wie "unnütz, sinnlos, unnötig" (eine müßige Diskussion). Der Wortstamm kommt von "Muße", also im Prinzip es ergibt zwar keinen Sinn, aber man kann es machen, wenn man nichts besseres zu tun hat … :-)

Antworten
Andreas Weck

True, danke dir! Hab ich geändert. Gruß, Andreas.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.