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Elektromobilität: Volkswagen korrigiert seine Elektroauto-Ziele massiv nach oben

(Bild: VW)

Der Volkswagen-Konzern stockt seine Elektropläne erneut massiv auf. Bis 2028 will der Konzern 20 reine Stromer-Modelle mehr als bislang geplant produzieren. Ferner prüft VW die Beteiligung an einer eigenen Batteriezellenfertigung in Europa.

Der Volkswagen-Konzern hat am Dienstag im Zuge seiner Jahrespressekonferenz angekündigt, bis 2028 70 neue Elektroauto-Modelle auf den Markt zu bringen – das sind 20 Modelle mehr, als noch im letzten Jahr geplant waren. Anstelle von 15 Millionen Einheiten beabsichtige der Konzern zudem 22 Millionen Einheiten im Laufe der nächsten zehn Jahre zu produzieren. Damit werde der Anteil der Elektroautos in der Flotte bis 2030 auf mindestens 40 Prozent angehoben.

Volkswagen will Stromeranteil bis Jahr 2030 auf mindestens 40 Prozent steigern

Volkswagen-Chef Herbert Diess will den Konzern grundlegend umbauen. (Foto: VW AG)

Volkswagen-Chef Herbert Diess will den Konzern grundlegend umbauen. (Foto: VW)

Schon im Dezember 2018 kündigte Konzernchef Herbert Diess ein weitgehendes Umbauprogramm für den Autoriesen an, um die künftigen CO2-Klimavorgaben für Neuwagen erreichen zu können. Diess zufolge bekennt sich Volkswagen umfassend zu den Klimazielen von Paris. Der Konzern habe sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 vollkommen CO2-neutral zu werden – der Plan umfasse Flotte und Produktion und reiche bis zur Verwaltung.

Ein wichtiger Baustein des Umbauprogramm zur bilanziellen CO2-Neutralität sei der Ausbau der Elektromobilität. So solle der Anteil der reinen E-Autos in der VW-Flotte bis zum Jahr 2030 auf mindestens 40 Prozent steigen, so der Konzern.

Volkswagen: Es gibt keine Alternative zur Elektromobilität

Dass es derzeit keine Alternative zur Elektromobilität gebe, machte der Konzern in seiner Pressemitteilung mit folgender Aussage fest (PDF): „Auf 200.000 Kilometer Fahrleistung gerechnet braucht ein Elektroauto über den gesamten Lebenszyklus rund 400 Wattstunden pro Kilometer – einschließlich der Herstellung. Es arbeitet damit wesentlich effizienter als andere alternative Antriebe. Der Antrieb per Strom ist drei Mal so effizient wie synthetische Kraftstoffe und auch der Brennstoffzelle deutlich überlegen. Aus unserer Sicht gibt es in der nächsten Dekade keine Alternative zur E-Mobilität.“

Volkswagen: Elektroautos sind wesentlich effizienter als andere alternative Antriebe. (Screenshot: t3n)

Volkswagen: Elektroautos sind wesentlich effizienter als andere alternative Antriebe. (Screenshot: t3n)

Diess macht ferner klar, dass man jetzt einen Systemwechsel einleite. Weiter sagte der VW-Chef, dass Technologieoffenheit die falsche Parole sei und nur dazu führe, „den Systemwandel weiter in die Zukunft zu verlegen“. Diess wurde in seiner Ansprache noch deutlicher und forderte darin die politischen und gesellschaftlichen Kräfte dazu auf, „den Systemwechsel zur Elektromobilität zu bündeln, um die kritische Masse zu schaffen und die nötige Infrastruktur aufzubauen“.

Volkswagen will komplett CO2-neutral produzieren. (Screenshot: t3n)

Volkswagen will komplett CO2-neutral produzieren. (Screenshot: t3n)

Der VW-Chef forderte darüber hinaus eine rasche Energiewende, um Elektroautos mit kohle- und CO2-freiem Strom betreiben zu können: „Wir rufen Industrie, Politik und Gesellschaft auf, gemeinsam alle Hebel in Bewegung zu setzen, um der E-Mobilität zum Durchbruch zu verhelfen.“

Volkswagen prüft Beteiligung an eigener Batteriezellenfertigung in Europa

Volkswagen I.D. (Bild: VW)

Unter anderem für die ID-Familie: Volkswagen investiert massiv in Festkörperakku-Entwicklung. (Bild: VW)

Um die „Elektro-Offensive“ auch in Bezug auf die Verfügbarkeit von Batterien abzusichern, habe der Konzern mit den Firmen LG Chem, SKI, CATL und Samsung strategische Batteriezellen-Lieferanten ausgewählt. Außerdem prüfe Volkswagen „intensiv die Beteiligung an einer eigenen Batteriezellenfertigung in Europa“. Ein weiterer Aspekt sei die Entwicklung einer Feststoffbatterie, die „perspektivisch große Chancen“ biete. Zusammen mit Quantumscape will VW die Industrialisierung dieser Technologie angehen.

Um die notwendigen Investitionen für die Elektro-Offensive tätigen und mit neuen Wettbewerbern Schritt halten zu können, mahnt Diess: „Wir müssen unsere Effizienz und unsere Performance in allen Bereichen weiter steigern.“

VW-Marke will bis zu 7.000 Stellen streichen

Die Umstrukturierung spiegelt sich unter anderem auch im Personalabbau wider: Die Kernmarke VW Pkw wird in den nächsten fünf Jahren zusätzlich 5.000 bis 7.000 Stellen streichen. Stellen sollen beim altersbedingten Ausscheiden von Mitarbeitern nicht neu besetzt werden.

VW will künftig Routineaufgaben automatisieren und unter anderem auch damit ab 2023 eine Gewinnverbesserung von 5,9 Milliarden Euro jährlich erzielen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Wolfsburg mitteilte.

Schon im Herbst 2016 hatte das Unternehmen mit der Arbeitnehmerseite ein erstes großes Sparprogramm verabredet, das bis Ende 2020 läuft. Es umfasst den weltweiten Abbau von 30.000 Stellen – davon allein 23.000 in Deutschland. Im Gegenzug sollen 9.000 Arbeitsplätze in Zukunftsbereichen wie der Softwareentwicklung neu entstehen – betriebsbedingte Kündigungen seien bis 2025 ausgeschlossen. Das Programm sollte eine Ergebnisverbesserung von 3,7 Milliarden Euro ab 2020 bringen und die Produktivität der Werke deutlich erhöhen.

Mit Material der dpa.

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