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Neuralink: Musk soll zu Todesfällen von Versuchsaffen gelogen haben

Nächste Wende in der Saga um Elon Musk und sein Unternehmen für Gehirnimplantante, Neuralink: Bei Tierversuchen sollen laut eines investigativen Berichts – anders als von Musk behauptet – doch Affen gestorben sein.

Von Jannik Schneider
2 Min. Lesezeit
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Die Vorwürfe gegen Elon Musk und sein Unternehmen Neuralink verdichten sich. (Foto: T. Schneider / Shutterstock)

Die Technik-Seite Wired hat am Mittwoch einen Bericht veröffentlicht, in dem sie sich auf einen ehemaligen Mitarbeiter von Neuralink und einen derzeitigen Forscher am Primatenzentrum der University of California bezieht. Tierärztliche Aufzeichnungen aus 2022 sollen demnach Schilderungen des Leidens enthalten, die bis zu ein Dutzend Primaten unter dem Schutz von Neuralink ertragen mussten. Laut dem Bericht mussten alle Affen eingeschläfert werden.

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Die Seite schreibt, dass die Aufzeichnungen als Grundlage für eine mögliche Untersuchung der Bundesbehörde der United States Securities and Exchange Commission, kurz SEC, gegen Musk und Neuralink dienen könnten.

Ehemaliger Mitarbeiter: Alle Primaten gestorben

Die von einem Ärzteausschuss zitierten tierärztlichen Unterlagen der UC Davis, die die Seite durch eine anschließende Anfrage nach öffentlichen Unterlagen aus Kalifornien ebenfalls erhalten habe, berichten von einer Reihe von Komplikationen, die sich nach Verfahren entwickelt haben sollen, bei denen Elektroden chirurgisch in die Gehirne von Affen implantiert wurden. Demnach gehörten zu den Folgen blutiger Durchfall, partielle Lähmungen und Hirnödeme, die umgangssprachlich als „Hirnschwellung“ bezeichnet werden.

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So brach laut des Berichts bei einer experimentellen Operation im Dezember 2019 ein interner Teil des Geräts noch während der Implantation ab. Über Nacht hatten die Forscher laut Aussagen aus dem Bericht dann beobachtet, wie sich der Affe, der von der UC Davis nur als „Tier 20″ identifiziert wurde, an der Operationsstelle kratzte, die einen blutigen Ausfluss abgab, und an einem Verbindungsstück riss, wodurch sich schließlich ein Teil des Geräts gelöst habe. Ein chirurgischer Eingriff habe die Probleme nicht mehr lösen können. Der Affe sei am 6. Januar 2020 eingeschläfert worden.

Der Artikel berichtet von weiteren Vorfällen dieser Art.

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Mehrere externe Untersuchungen gegen Neuralink

Trotz bereits mehrerer externer Untersuchungen zu anderen Vorwürfen will das Unternehmen zeitnah die erste kommerziell verfügbare Gehirn-Computer-Schnittstelle für Menschen auf den Markt zu bringen. Das Unternehmen hat zeitnah erste Tests an Menschen angekündigt und sucht seit dieser Woche nach ersten Proband:innen.

„Wir freuen uns, bekannt geben zu können, dass die Rekrutierung für unsere erste klinische Studie am Menschen offen ist“, schrieb der offizielle Neuralink-Account auf X (ehemals Twitter) Anfang am Mittwoch. Musk selbst schrieb: „Der erste menschliche Patient wird bald ein Neuralink-Gerät erhalten.“

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Ironischerweise hat Musk das ausgerechnet an dem Tag angekündigt, an dem die neuerlichen Vorwürfe publik wurden. Wired schreibt, dass sich das Unternehmen zuvor bereits mit angeblichen Verstößen gegen den Tierschutz in dem Unternehmen konfrontiert gesehen hat.

Ehemaliger Mitarbeiter widerspricht Musks Aussagen

Erst eine Woche vorher hatte Musk in einem Tweet auf X selbst noch behauptet, dass keine Affen infolge des Neuralink-Implantats gestorben seien. Im Bezug auf frühe Implantate behauptete Musk: „Um das Risiko für gesunde Affen zu minimieren, haben wir Affen im Endstadium ausgewählt (die bereits kurz vor dem Tod stehen).“

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Laut Wired können ein ehemaliger Neuralink-Mitarbeiter sowie ein Forscher mit Kenntnissen über die Tests die Aussagen Musks widerlegen. Demnach bezeichnete der ehemalige Mitarbeiter Musks Behauptung als „lächerlich“ und teilte mit, dass die Affen vor der Implantation ein einjähriges Verhaltenstraining absolvieren mussten.

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