Anzeige
Anzeige
News

So ermittelt Elon Musk, welche Medien das Label „staatlich finanziert“ erhalten sollen

Elon Musk vergibt gerne Labels auf Twitter. Erst gab es ein „staatlich kontrolliert“ für den US-Sender NPR, dann „staatlich finanziert“ für BBC. Nun hat der Twitter-Chef verraten, wie er bestimme, welches Medium welches Label erhalten soll.

Von Stefica Budimir Bekan
2 Min.
Artikel merken
Anzeige
Anzeige
Elon Musk krempelt Twitter komplett um (Foto: Shutterstock/ Artsaba Family)

Zuerst verpasste Elon Musk dem US-Sender NPR das Label „staatlich kontrolliert“, danach brandmarkte er die British Broadcasting Corporation (BBC) mit dem Stempel „government-funded media“ („staatlich finanziert“). Die Sender finden das jedoch alles andere als gut.

Anzeige
Anzeige

Sender wehren sich gegen Twitter-Label

NPR-Chef John Lansing bezeichnete die Aktion als „inakzeptabel“. Zwar hat Twitter die Bezeichnung für NPR inzwischen in „staatlich finanziert“ geändert, doch auch diese Kategorie trifft eigentlich nicht zu, da der Sender über öffentliche Fonds aus Spenden und Beiträgen angeschlossener Rundfunkstationen finanziert wird. Die Folge: Seit dem 5. April hat NPR über seinen Account nichts mehr getwittert.

Und auch die BBC ist sauer und hat sich in der Sache an Twitter gewandt. „Die BBC ist unabhängig und ist es immer gewesen“, teilte der Sender mit. „Wir werden durch die Rundfunkgebühren von der britischen Öffentlichkeit finanziert.“

Anzeige
Anzeige

Kritik für Musk auch vom DJV

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte die Klassifizierung der BBC durch Twitter ebenfalls. Mit dem Label „staatlich finanziert“ entstehe der Eindruck, der Sender sei politisch abhängig. „Es ist nicht auszuschließen, dass der Twitter-Eigentümer selbstherrlich auch anderen Medien dieses Label verpasst und sie damit in die Nähe von staatlich gelenkten Propagandakanälen rückt“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall.

Sein Fazit: „Das gestörte Verhältnis von Musk zur Pressefreiheit ist fast schon legendär. Seit dem Erwerb von Twitter missbraucht er seine Machtfülle hemmungslos gegen Medien und Journalistinnen und Journalisten, die nicht auf seiner Linie sind. Damit muss Schluss sein.“

Anzeige
Anzeige

Elon Musk vertraut auf Wikipedia

Nun hat der Twitter-Chef ausgerechnet einem Reporter des Senders NPR, Bobby Allyn, verraten, dass er nicht etwa Experti:innen oder geprüfte Berichte zu Rate ziehe, um festzustellen, welche Unternehmen das neue „Staatlich finanziert“-Label auf ihre Twitter-Profil bekommen sollen, sondern Wikipedia.

Auf einer Twitter-Hilfeseite werden „staatsnahe Medien“ als Medienkanäle definiert, „bei denen der Staat durch finanzielle Ressourcen, direkten oder indirekten politischen Druck und/oder Kontrolle über Produktion und Verbreitung die Kontrolle über redaktionelle Inhalte ausübt. Accounts, die zu staatsnahen Mediengesellschaften, ihrem oder ihrer Chefredakteur*in und/oder prominentem Personal gehören, können mit einem Label versehen werden.“

Anzeige
Anzeige

Weiter heißt es aber auch: „Staatlich finanzierte Medienorganisationen, die redaktionell unabhängig sind, wie z. B. die BBC in Großbritannien oder NPR in den USA, werden im Rahmen dieser Richtlinie nicht als staatsnahe Medien angesehen. Trotzdem hat die BBC das Label „staatlich finanziert“ immer noch.

Musk hat auf alles eine Antwort

Die Nachricht, dass Elon Musk Wikipedia verwendet, um Entscheidungen über die Twitter-Labels zu treffen, ist die neueste Wendung in dem Streit mit NPR und anderen Medien um ihre redaktionelle Unabhängigkeit.

Anzeige
Anzeige

Die Finanzierung durch die US-Regierung macht nur etwa ein Prozent der Gesamtfinanzierung von NPR aus. Wie aus Allyns Tweet hervorgeht, habe er Musk gesagt, dass die US-Regierung keinen Einfluss auf die redaktionellen Entscheidungen des Senders NPR habe. Musks Antwort darauf: „Wenn Sie wirklich glauben, dass die Regierung keinen Einfluss auf die Einrichtungen hat, die sie finanzieren, dann haben Sie zu lange in Kool-Aid mariniert.“

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
2 Kommentare
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Malte malte.schroeder@me.com

Gibt er sich selbst auch dieses Label? Die steuerlichen Vorteile für seine Fabrik in Brandenburg wäre Grund genug.Staatlich finanziert kann er sich auf die eigene Stirn schreiben.

Antworten
Mangeder

Hier hätte man Musks Argumentation zu einem Eigentor umwandeln können, indem man einfach auf die Tatsache hinweist, dass auch seine Firmen staatliche Subventionen erhalten haben (und zwar deutlich mehr als alle Medien).

Nach dieser Logik werden damit also Musks Firmen von der Regierung kontrolliert!

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige