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Ethereum-Deflation: Bestand verringert sich, mehr Ether verbrannt als geschürft

Das Ziel des mit dem London-Upgrade eingeführten Verbesserungsvorschlags EIP-1559 war es, das Wachstum des Ether-Bestandes zu verlangsamen. Jetzt ist es dazu gekommen, dass er sogar reduziert wurde.

3 Min. Lesezeit
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Es bleibt heiß um den Ether. (Bild: Cryptographer / Shutterstock)

Ende der vergangenen Woche wurden in 24 Stunden mehr Ether in Transaktionen verbrannt als neue geschürft. Damit wurde der Bestand per Saldo reduziert. Das ist eine Premiere für das Netzwerk, dass seit dem London-Upgrade Anfang August bereits mehrfach durch seine hohe Burn-Rate aufgefallen war. Schon Stunden nach dem Start der London-Hard-Fork konnten wir beobachten, dass im Ethereum-Netzwerk pro Minute ein Gegenwert von 13.000 US-Dollar und mehr verbrannt wurde. Aktuell bewegt sich die Menge der verbrannten Ether auf die Grenze von 200.000 zu, was aktuell rund 800 Millionen Dollar entspräche.

Neue Anwendungsfälle wie NFT und Defi treiben Burn-Rate nach oben

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Das lag damals – und das stimmt auch für die aktuelle Situation weiterhin – vor allem am NFT-Marktplatz Opensea. Der liegt mit einem Gasverbrauchsanteil von knapp 15 Prozent (rund acht Millionen Dollar) in den vergangenen 24 Stunden uneinholbar an der Spitze vor dem Stablecoin Tether, der nur für rund fünf Prozent Gasverbrauch verantwortlich ist. Das überrascht nicht, denn NFT kennzeichnen sich durch ein Konglomerat verschiedenster Transaktionen aus, wie schon die Website cryptoart.wtf deutlich gemacht hatte.

An Platz 3 folgt die Defi-Börse Uniswap mit einem Anteil von 4,3 Prozent. Tether und Uniswap tauschen seit Anfang August immer wieder die Plätze. Relativ neu im Top-Ranking und schon an Platz 4 ist das Krypto-Game Axie Infinity, das in den letzten drei Monaten ein rasantes Wachstum von 30.000 auf über eine Million Spielende erfahren hatte.

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Das steckt hinter dem Verbrennen von Ether

Das Verbrennen von Transaktionsgebühren ist Teil des EIP-1559 und insofern völlig neu. Vor dem London-Upgrade wurden die Transaktionsgebühren im Netzwerk durch die Miner, die ebendiese Transaktionen ausführen, eigenverantwortlich festgesetzt. Seit London gibt es stattdessen eine algorithmisch festgelegte Base-Fee. Das ist eine Basisgebühr, die nicht für jede Transaktion neu verauktioniert werden muss, was theoretisch zu einer höheren Stabilität bei den zuvor stark schwankenden Gebühren führen sollte.

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Die errechnete Base-Fee soll dabei den Grad der Auslastung des Netzwerks berücksichtigen und sich schrittweise erhöhen oder verringern. Ebenso soll die Blockgröße im Netzwerk dynamisch verändert werden, um Verstopfungen entgegenzuwirken. Die so festgelegte Base-Fee wird im Zuge der Transaktion verbrannt, also vom Protokoll vernichtet. Niemand profitiert von diesen Zahlungen, die durch die neue Regelung stets auf Ether festgelegt bleiben.

Dadurch verringert sich die Wachstumsrate des ETH-Bestands. Eine Verringerung des Angebots muss das indes nicht bedeuten, denn die Miner können die mit jedem produzierten Block neu geschürften Ether behalten. Und solange diese höher sind als die verbrannten Gebühren, steigt das Angebot an Ether.

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So wird Ether deflationär

So lässt sich grob vorhersagen, was passieren muss, damit der Ether deflationär wird, also im Bestand sinkt. Sobald bei hoher Nachfrage mehr Gebühren verbrannt als neu geminet werden, sinkt das Angebot. Die steigende Nachfrage nach NFT und Defi-Dienstleistungen ist eine Entwicklung, die genau in diese Richtung geht.

Das Netzwerk hat kurzfristig kaum Reaktionsmöglichkeiten. Generell soll die Base-Fee in Zeiten hoher Nachfrage steigen. Hier ließe sich natürlich was tun, wenn die Deflation zu stark würde. Andererseits würde das der Verstopfung im Netzwerk Vorschub leisten. Es wird also Zeit, dass sich Ethereum breiter aufstellt und die angekündigten Layer-2-Lösungen oder – noch besser – die Umsetzung von Ethereum 2.0 forciert. Damit würde sich die Verarbeitungsgeschwindigkeit deutlich erhöhen und die Verstopfungsaspekte würden eine geringere Rolle spielen.

Dem Kurs des Ether scheinen diese Entwicklungen gut zu tun. Er hat sich von rund 2.500 Dollar am Tag des London-Upgrades auf über 4.000 Dollar am Freitag erhöht und pendelt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags zwischen 3.900 und 4.000 Dollar.

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