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Fundstück

F-Zero: Verloren geglaubte Strecken wiederhergestellt – dank KI und VHS

In den 90ern hat Nintendo mit dem Satelliten-Addon Satellaview in Japan für neuen Spiele-Content gesorgt. Als der Service im Jahr 2000 abgeschaltet wurde, gingen viele Inhalte verloren. Nun haben F-Zero-Fans einige alte Strecken wiederherstellen können.

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Von einigen F-Zero-Strecken existierten nur noch VHS ´-Aufnahmen. Dank KI konnte daraus die Erweiterung rekonstruiert werden (Bild: n_defender/ Shutterstock/ Nintendo)

Heutzutage sind wir beim Zocken dauerhaften Internetzugang gewohnt. Live-Service-Games sind genauso alltäglich wie der Day-One-Patch bei neuen Releases. Doch das war nicht immer so. Bevor das Internet zu einem „Ding“ wurde, mussten Videospiele noch ohne neuen Content und Patches auskommen. In den 90ern neue Spielinhalte für Konsolen zu veröffentlichen, war unmöglich – zumindest fast.

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Denn Nintendo brachte 1994 das Satellaview-Modem heraus. Mit dem Addon für die Super Famicom, die wir in Deutschland als die Super Nintendo kennen, konnte die Konsole Spiele, Zeitschriften und andere Medien über einen Satelliten herunterladen – oder zumindest broadcasten. Während die meisten Inhalte schon irgendwo von Nintendo veröffentlicht wurden, gab es auch exklusive Inhalte, wie beispielsweise ein Zelda-Remake und eine Mario-Erweiterung für Excitebike. Auch für den SNES-Klassiker F-Zero gab es neue Strecken, Autos, einen neuen Modus und zwei neue Cups.

Als der Service im Jahr 2000 eingestellt wurde, gingen dabei auch viele Daten verloren. Denn das Satellaview hatte nur einen Megabyte Speicher. Wurde ein neuer Inhalt heruntergeladen, überschrieb er den alten. Bei teilweise wöchentlichen Broadcasts ist die Wahrscheinlichkeit also sehr gering, dass noch vereinzelte Strecken überlebt haben. Zusätzlich sorgt auch die Zeit dafür, dass die Daten auf den alten Speichern teilweise nicht mehr ablesbar sind.

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Die Jagd nach den verlorenen Strecken

Während alle F-Zero-Strecken des Grand-Prix-1-Events vollständig erhalten sind, ist es beim zweiten Teil etwas komplizierter. Doch die Community blieb motiviert. Reddit-Nutzer Porthgeidwad ging sogar vor zwei Jahren so weit, einen 5.000 Dollar Finderlohn für die Person auszuschreiben, die entweder eine noch vorhandene Originalversion oder die digitale ROM des Broadcasts hat.

Einige Daten des Gand-Prix-2-Events konnten gefunden und wiederhergestellt werden. Da das Event sich über mehrere Wochen streckte, ging das aber bisher nicht bei allen Strecken. Doch dann geschah das Außergewöhnliche – einer Gruppe gelang es, alle Strecken mit einer atemberaubenden Genauigkeit nachzubauen. Alles was sie dafür benutzten: VHS-Aufnahmen, KI-Tools und Pixel-Art für den Feinschliff. Nun sind die verlorenen Strecken als Mod mit dem Namen F-Zero Deluxe erhältlich.

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Es gibt zwei neue Cups, bei denen alle verloren gegangenen Satellaview-Rennstrecken dabei sind. Und auch das Ghost-Data-Feature, mit dem du gegen einen früheren Lauf auf einer Strecke antreten kannst, ist dabei. Doch wie haben sie es geschafft, die Strecken in die Gegenwart zu bringen?

So wurde der verlorene Grand Prix wiederhergestellt

Das wichtigste Tool war dabei Graphite, ein KI-Programm, das vom Entwickler Flibidydibidy eigentlich dazu gedacht wurde, Super-Mario-Bros-Speedruns zu vergleichen. Zusätzlich kann das Tool analysieren, welcher Button wann gedrückt wurde. Außerdem war nicht komplett unbekannt, wie die Strecken aussahen. Alte VHS-Aufnahmen zeigten die verlorenen Spiele-Erweiterungen. Mithilfe des alten Videomaterials konnte Nutzer Guy Perfect so gut wie alle Kurse mithilfe von Graphite rekonstruieren. Um den Feinschliff kümmerte sich der Pixel-Artist Power Panda, der den Hintergrund Pixel für Pixel nachbaute.

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Mit dem Mod wurde ein verloren geglaubtes Stück Gaming-Geschichte wiederbelebt. Mit der Herangehensweise können vielleicht sogar noch weitere Spiele gerettet werden, von denen es keine Daten mehr gibt. Doch die Aktion könnte auch Nintendos Anwälte hellhörig machen. Die sind nämlich dafür bekannt, alles zu verklagen, was dem geistigen Eigentum des Spieleherstellers zu nahe kommt.

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