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Gewalt und Kannibalismus: Content-Moderatorin verklagt Tiktok

Eine Tiktok-Moderatorin hat die Social Media-Plattform sowie die Muttergesellschaft ByteDance wegen Traumata verklagt, die durch Videos verursacht wurden.

Von Hannah Klaiber
1 Min. Lesezeit
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Politik diskutiert ein Tiktok-Verbot. (Foto: Shutterstock / Ascannio)

Wie Bloomberg berichtet, hat die Content-Moderatorin Candie Frazier Klage eingereicht, weil sie sich Videos ansehen musste, in denen Gewalt, Schießereien an Schulen, tödliche Stürze oder gar Kannibalismus gezeigt wurden. „Die Klägerin hat Schlafstörungen und wenn sie schläft, wird sie von schrecklichen Albträumen geplagt“, heißt es demnach in der Klageschrift.

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Erschwerend kommt hinzu, dass Tiktok von seinen Content-Moderatoren offenbar fordert, dass diese in 12-Stundenschichten mit jeweils nur einer längeren Mittagspause von einer Stunde und zwei weiteren 15-minütigen Pausen arbeiten. „Aufgrund der schieren Menge an Inhalten dürfen Content-Moderatoren pro Video nicht mehr als 25 Sekunden aufwenden und müssen gleichzeitig drei bis zehn Videos ansehen“, heißt es in der Klage.

Richtlinien werden offenbar nicht umgesetzt

Zwar wurden zusammen mit anderen Social Media-Unternehmen wie Facebook und Youtube Richtlinien entwickelt, die den Content-Moderatoren dabei helfen sollen, mit Kindesmissbrauch und anderen traumatischen Inhalten umzugehen. Unter anderem wird darin vorgeschlagen, dass die Moderatorenschichten auf vier Stunden begrenzt werden und die Unternehmen psychologische Betreuung anbieten sollen. Diese Richtlinien wurden von Tiktok laut Klageschrift jedoch nicht umgesetzt.

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Frazier hofft, dass sich andere Moderatoren anschließen

Schon lange werden Social-Media-Unternehmen dafür kritisiert, ihren Content-Moderatoren angesichts der großen Belastung nicht genug zu bezahlen und sie nicht ausreichend psychologisch zu betreuen. Eine ähnliche Klage wie nun von Candie Frazier wurde im Jahr 2018 bereits gegen Facebook eingereicht.

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Frazier hofft laut Bloomberg, dass sich andere Tiktok-Moderatoren einer Sammelklage anschließen. Sie fordert eine Entschädigung für psychische Verletzungen und einen Gerichtsbeschluss, der Unternehmen zur Bereitstellung eines medizinischen Fonds für Moderatoren verpflichtet. Allein bei Tiktok sind rund 10.000 Content-Moderatoren beschäftigt.

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Da muss mehr gemacht werden, aber mal ernsthaft, was erwartet man als Content-Moderator*in, was da auf einen zukommt? Bilder von lustigen Hasen und niedliche Katzenfotos?

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