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Hoffnungsschimmer für FTX-Kunden: EU-Tochter bietet Rückzahlungsanträge an

FTX-EU-Kunden können über eine Website einen Antrag auf Auszahlung ihrer Vermögenswerte stellen. Doch davon werden nur wenige profitieren. Derweil nimmt die Anklage gegen Sam Bankman-Fried Gestalt an.

3 Min.
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Hoffnungsschimmer für EU-Kunden der Kryptobörse FTX. (Foto: Shutterstock/rafapress)

Kunden der FTX EU haben Ende März eine E-Mail vom US-Insolvenzverwalter Kroll Restructuring bekommen, in der sie über die mögliche Auszahlung ihrer Forderungen im Rahmen des Chapter-11-Verfahrens der FTX Trading informiert werden. Über die Website ftxeurope.eu können sie nun Auszahlungsanträge stellen.

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Der kleine Haken: Abhebungen sind nur für Kunden der FTX EU möglich, die ihr Konto über ftx.com/eu eröffnet haben. Das Unternehmen war aber erst seit Anfang März 2022 am Markt tätig. Damals strukturierte FTX das Europageschäft neu, nachdem man die Schweizer Krypto-Unternehmensgruppe Digital Assets gekauft hatte. Kundengelder und IT-Systeme waren nach der Umstrukturierung vom Mutterkonzern separiert. Als FTX pleite ging, soll die Europatochter rund 21.000 Kunden in Deutschland gehabt haben.

FTX EU war eine MiFID-II-regulierte Wertpapierfirma, die den Handel mit Multi-Asset-Derivaten, insbesondere mit Krypto-Assets als Basiswert, anbot. Ihre Lizenz wurde von der zyprischen Wertpapier- und Börsenaufsichtsbehörde ausgesetzt und die Rückzahlung von Geldern der Kunden angeordnet, die Abhebungen beantragt haben.

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Weltweit sind Millionen von Gläubigern von der FTX-Insolvenz betroffen. In Japan wurden betroffene Kunden von der dortigen Tochtergesellschaft bereits entschädigt: Ende Februar wurden Gelder in Höhe von rund 50 Millionen US-Dollar freigegeben.

Um die verbliebenen Vermögenswerte wird weiter gestritten: So beanspruchen Insolvenzverwalter auf den Bahamas und Antigua, Verwalter der Konkursmasse von Blockfi und Genesis und der FTX-Verwalter John Ray die Gelder. Aufgrund der komplexen Firmenstruktur von FTX ist oft unklar, wem bestimmte Assets gehören. Kunden in den USA haben zudem eine Sammelklage angestrengt, um im Insolvenzverfahren Vorrang vor anderen Gläubigern zu bekommen.

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Streit um die Insolvenzmasse

Anfang des Jahres teilten die Anwälte der bankrotten Kryptobörse mit, mehr als fünf Milliarden Dollar an Bargeld und anderen liquiden Mitteln sichergestellt zu haben. Neben den Barmitteln habe man auch Hunderte von zusätzlichen Beteiligungen mit einem Buchwert von mehr als 4,6 Milliarden Dollar ermitteln können. Darin sind die von den Behörden auf den Bahamas gehaltenen und zum Zeitpunkt der Insolvenz im November 2022 eingefrorenen Vermögenswerte von 425 Millionen Dollar nicht enthalten. Ob das Geld reicht, um die Höhe der fehlenden FTX-Kundengelder auszugleichen, ist noch nicht klar. FTX zählte vor der Pleite rund neun Millionen Kundenkonten.

Die Kryptobörse war im Oktober 2022 zusammengebrochen, nachdem es zu enormen Mittelabflüssen gekommen war, Milliarden an Kundengeldern konnten wegen mangelnder Liquidität der Börse nicht ausgezahlt werden. Am 11. November meldete das Unternehmen dann im US-Bundesstaat Delaware Insolvenz an.

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Mit der Börse stürzte auch ihr Gründer ab: Einst als Krypto-Wunderkind gefeiert, sitzt Bankman-Fried mittlerweile in den USA im Hausarrest. Im Dezember 2022 war der FTX-Gründer auf Betreiben der US-Justizbehörden auf den Bahamas verhaftet worden, wo die Kryptobörse ihren Hauptsitz hatte. Gegen eine Kaution von 250 Millionen Dollar entging er bislang der Haft und bereitet sich seitdem im Haus seiner Eltern auf seinen Strafprozess vor, der im Oktober beginnen soll

Mittlerweile 13 Anklagepunkte

In dem Verfahren haben sich drei ehemalige FTX-Topmanager bereits schuldig bekannt und Bankman-Fried dabei schwer belastet, neben Alameda-Geschäftsführerin Caroline Ellison und CTO Gary Wang auch der frühere technische Leiter des Unternehmens, Nishad Singh. Dem FTX-Gründer wird unter anderem vorgeworfen, Investoren in die Irre geführt und in großem Stil Kundengeld veruntreut zu haben. Noch kurz vor der Insolvenz soll FTX-Gründer Sam Bankman-Fried Milliarden Dollar von Kundengeldern auf seinen Hedgefonds Alameda Research verlagert haben, um Schulden zu begleichen. Heute gibt der Kryptogründer an, nur noch 100.000 Dollar auf dem Konto zu haben.

Für die Ermittler ist es allerdings nicht leicht, Licht in das komplexe FTX-Imperium zu bringen. Bei der Auswertung der umfangreichen Daten in dem Strafverfahren gegen Bankman-Fried hat das FBI offenbar Probleme, Informationen aus dem Laptop des FTX-Gründers zu extrahieren, wie Business Insider berichtet. Allein die Slack-Nachrichten zu extrahieren, soll Wochen dauern. Aufgrund der Größe des Geräts muss es demnach „virtuell“ zerlegt und in Teilen extrahiert werden.

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Zuletzt wurde die Anklage gegen Bankman-Fried noch um einen 13. Punkt erweitert: Die Staatsanwälte werfen ihm nun auch vor, im Jahr 2021 den Versuch unternommen zu haben, chinesische Beamte mit 40 Millionen Dollar in Form von Digitalgeld zu bestechen, um so eingefrorene Konten wieder loszueisen.

In den bereits bekannten zwölf Anklagepunkten hat sich der FTX-Gründer bei acht „nicht schuldig“ bekannt, zu den anderen gab er noch keine Stellungnahme ab. Bei einer Verurteilung in allen acht Anklagepunkten drohen dem einstigen Kryptostar theoretisch bis zu 115 Jahre Haft.

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