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Huawei Matebook X Pro im Test: Kompakte Notebook-Flunder mit versenkbarer Webcam

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

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Huaweis Matebook X Pro ist erst das zweite Notebook des Unternehmens. Dennoch macht Huawei bei seiner neuen Windows-10-Flunder wenig falsch – im Grunde störte im Test nur ein kleines Feature. Doch selbst das gleicht Huawei smart aus.

Das Matebook X Pro ist der Nachfolger des 2017 vorgestellten ersten Notebooks des chinesischen Unternehmens, das den meisten eher wegen seiner Smartphones bekannt ist. Doch schon mit dem ersten Matebook X (Test) stellte Huawei unter Beweis, dass sie auch Hardware für Windows 10 bauen können. Beim zweiten Matebook X, dem Pro, legt Huawei noch einmal kräftig nach und behebt einige Kritikpunkte des Debütmodells.

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Design und Verarbeitung des Huawei Matebook X Pro

Wie das erste Matebook X verfügt das Pro-Modell über ein Aluminium-Gehäuse, das insgesamt 1,33 Kilogramm auf die Waage bringt. Im Unterschied zum Erstling mit 13,3-Zoll-Display misst der Bildschirm nun 13,9 Zoll. Daher ist es mit seinen Abmessungen von 304 x 217 x 14,6 Millimetern etwas größer als das 2017er Notebook mit seinen 286 x 211 x 12,5 Millimetern. Auch beim Gewicht hat es zugelegt: Es wiegt 1,3 Kilogramm – das „X“ brachte lediglich etwas über ein Kilogramm auf die Waage. Trotz es etwas höheren Gewichts ist es ausbalanciert und flext nicht, wenn man es an einer Gehäuseecke hochnimmt.

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Design und Farbwahl des Matebok X Pro erinnern – wie auch der Name – an Apples Macbooks: Das Notebook wird nur in der Farbe „Space Grey“angeboten – ein Farbton, den auch das Unternehmen aus Cupertino gerne für seine Macbooks einsetzt. Wenngleich einige Parallelen zu Apple zu finden sind, hebt das Matebook X Pro klar von Macbooks ab. Das seht ihr spätestens, wenn ihr den Deckel öffnet: Denn das Display des Windows-Rechners besitzt kaum Rand zu den Seiten. Laut Huawei ist es das erste Gerät im Fullview-Design mit einem massiven Display-zu-Gehäuse-Verhältnis von 91 Prozent. Nicht einmal Dells XPS 13 liefert soviel Display auf so wenig Raum (jedoch ist das XPS 13 aufgrund seines 13,3-Zoll-Displays dennoch kompakter). Dafür musste Huawei sich allerdings etwas Neues für die Webcam einfallen lassen.

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Dank einer Mulde an der Frontseite des Basisteils kann das Display-Element ohne Weiteres mit einer Hand geöffnet werden. In puncto Design und Verarbeitung könnte man meinen, Huawei baut schon seit Ewigkeiten Notebooks. Alles wirkt wie aus einem Guss und nichts knarzt oder wackelt. Selbst kleine, optisch aber durchaus markante Details wie das glänzende Markenlogo auf dem Gehäusedeckel wirken im Vergleich zum Vorgänger weniger aufdringlich. Es ist im gleichen Farbton wie das mattierte Gehäuse gehalten.

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

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Display und Ausstattung des Huawei Matebook X Pro

Das Display des Matebok X Pro besitzt ein 13,9-Zoll-IPS-Display mit einer Auflösung von 3.000 x 2.000 Pixeln und einem Zehn-Punkte-Touchscreen. Der Bildschirm ist hell, gibt Farben knackig und lebendig wieder und bietet somit eine sehr ordentliche Qualität. Das Panel ist von einer Glasscheibe geschützt, durch die es leicht spiegelt – störend ist das nicht und bei einem Bildschirm mit Touch-Unterstützung nicht vermeidbar. Für produktive Office-Arbeit und andere Aktivitäten eignet sich der Bildschirm dank seines 3:2-Seitenverhältnisses, das etwa auch bei Microsofts Surface-Geräten verbaut wird, besser als 16:9-Displays, die immer häufiger in Notebooks zum Einsatz kommen. Nicht nur das Display ist ein Augenschmaus, auch das Fehlen dicker Rahmen rund um den Bildschirm ist ein Hingucker. So schmale Ränder hat kaum ein Notebook.

Zur weiteren Ausstattung des Matebook X Pro gehören zwei USB-C-Anschlüsse auf der linken Gehäuseseite, von denen einer Thunderbolt 3 und der andere USB 3.1 (Gen. 2) bietet – über beide lassen sich das Notebook aufladen und externe Bildschirme mit bis zu 4K-Auflösung ansteuern. Wie bei Geräten der Mitbewerber könnt ihr über die Thunderbolt-Buchse ebenso externe GPU und schnelle SSD-Festplatten anschließen. Bei Notebooks dieser kompakten Bauform eine Seltenheit: Rechtsseitig befindet sich ein USB-Typ-A-Port. Diesen habe man verbaut, da Kunden sich diesen beim ersten Matebook Pro vermisst hätten, so der Hersteller gegenüber t3n.de. Im Unterschied zu seinen Smartphones verbaut Huawei weiterhin eine Kopfhörerbuchse.

Weitere Anschlüsse hat das Matebook X Pro nicht an Bord, was bei Geräten dieser Klasse schon Standard ist. Damit ihr nicht zusätzlich Dongles für einen Ethernet-Port oder andere Anschlüsse kaufen müsst, legt das Unternehmen einen Hub, das sogenannte Matedock 2, bei. Es erweitert die Anschlüsse des Matebook X Pro um HDMI, VGA, USB-C und USB-Typ-A. Idealerweise schließt ihr es an die hintere Buchse des Geräts an, falls ihr Thunderbolt 3 nutzen wollt. Das Matedock 2 unterstützt jedoch nicht das Durchschleifen der vorderen Thunderbolt-Funktion.

Versteckte Webcam: Ähnliches Resultat wie beim Dell XPS 13

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

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Eines der Features, das bei der Präsentation des Notebooks im Frühjahr auf dem MWC 2018 für Furore sorgte, war die im Display versenkbare Webcam. Die Kamera für Videotelefonie oder andere Zwecke ist aufgrund des winzigen Displayrahmens nicht ober- oder unterhalb des Bildschirms untergebracht. Stattdessen ist sie Bestandteil des Keyboards und ist ähnlich wie Lenovos Thinkshutter mechanisch deaktivierbar. Ein Druck auf den Button mit Kamera-Icon zwischen der F6- und F7-Taste lässt die Webcam mit einem Federmechanismus aus dem Keyboard herausspringen – genauso könnt ihr sie auch wieder im Keyboard verschwinden lassen.

Durch den Mechanismus habt ihr Gewissheit, dass die Kamera nicht nur softwareseitig, sondern auch mechanisch deaktiviert wird. Unbefugte Dritte haben so keine Chance, euch zu knipsen. Der Blickwinkel der Webcam ist jedoch gewöhnungsbedürftig und tendenziell suboptimal, denn durch die Froschperspektive kann das Gegenüber euch in die Nase schauen. Ferner sind eure Fingerknöchel zu sehen, wenn ihr Trackpad oder Tastatur während des Videochats nutzt. Ähnlich ist es jedoch beim Dell XPS 13 auch, wobei ihr da noch ein wenig am Winkel drehen könnt – beim Matebook X Pro ist er fix.

Huawei Matebook X Pro: Keyboard und Trackpad

Kommen wir zu den Eingabegeräten: Chiclet-Tastatur und Trackpad können absolut überzeugen und machen Spaß. Der Hub des hintergrundbeleuchteten Keyboards ist zwar nicht sonderlich lang, das Tippen geht dennoch sehr gut von der Hand. Eine gewisse Ähnlichkeit zu Apples Macbook-Keyboard ist vorhanden, was aber positiv zu bewerten ist, zumal Huawei auf das laute Klackern verzichtet.

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Die Hintergrundbeleuchtung des Keyboards lässt sich in zwei Helligkeitsstufen regeln oder komplett ausstellen. Die Beleuchtung ist, wie es sich für ein Gerät der Preisklasse gehört, gleichmäßig über die Tastatur verteilt.

Das Trackpad ist für Windows-Verhältnisse recht groß geraten, wodurch ihr getrost auf eine zusätzliche externe Maus verzichten könnt. Die Finger gleiten soft über die Oberfläche, der Cursor reagiert präzise. Auch alle Windows-10-Gestensteuerungen könnt ihr fehlerfrei ausführen.

Keyboard und Trackpad des Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Keyboard und Trackpad des Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Ein weiteres Bedienelement des Matebook X Pro ist der Powerbutton: Huawei hat in den Knopf, der rechts über dem Keyboard positioniert ist, einen Fingerabdrucksensor integriert, der mit Windows Hello gekoppelt ist. Entsprechend könnt ihr das Notebook rasch und zuverlässig mit einem Fingerzeig ohne Passworteingabe entriegeln. Positiv hervorzuheben sind übrigens auch die Lautsprecher des Notebooks, die mit Dolby-Atmos-Sound der zweiten Generation daherkommen.

Huawei Matebook X Pro optional mit Core i5 oder i7 – Geforce MX150 für alle Standard

Beim Matebook X Pro könnt ihr zwischen drei Ausstattungs-Varianten wählen: In der kleinsten Version steckt ein Intel-Core-i5-Prozessor (8250U) der achten Generation (Kaby Lake Refresh), acht Gigabyte RAM und eine Nvidia-Geforce-MX150-Grafikeinheit mit zwei Gigabyte DDR5 Grafikspeicher. Der diskrete Grafikchip ist auch in den beiden weiteren Modellvarianten verbaut. In den beiden anderen Modellen steckt ein Core-i7-Prozessor (8550U) mit acht respektive 16 Gigabyte Hauptspeicher. In der Core-i5-Version verbaut Huawei eine 256 Gigabyte große PCIe-NVMe-SSD, in den beiden anderen Notebook-Varianten ist jeweils eine SSD mit 512 Gigabyte integriert. Bei unserem Testgerät handelt es sich um die mittlere Variante mit Core i7 und acht Gigabyte RAM.

In Sachen Leistung reicht die Prozessor-Grafik-Speicherkombi problemlos für die üblichen Aktivitäten aus, selbst das Spielen von Games wie Fortnite mit Full-HD-Auflösung ist möglich. Während der Rechner bei den meisten Aufgaben lüfterlos läuft und damit absolut still ist, springt bei rechenintensiven Aufgaben der Lüfter an, der nicht laut, aber deutlich hörbar ist. Interessant: Huawei setzt zur passiven Kühlung wie schon beim Vorgänger ein „Micro-Encapsulated-Phase-Change-Material“ (MEPCM) ein, das aus der Raumfahrt stammt. Dabei handelt es sich um kleine Kapseln, deren Inhalt bei Raumtemperatur fest ist und sich bei Erwärmung verflüssigt und den Prozessor abkühlt.

Was die Laufzeit des Akkus mit seiner Nennleistung von 57 Wattstunden angeht, liefert das Notebook zwar keine Höchstleistungen, aber immerhin soliden Durchschnitt. Je nach Nutzungs-Szenario läuft das Matebok X Pro bis zu elf Stunden, wobei ihr dann die Displayhelligkeit runterregeln müsstet – im Alltag mit den üblichen Aktivitäten wie Surfen und Office-Arbeiten schafft das Gerät bis zu acht Stunden ohne Steckdose. An die vom Hersteller angegebenen 14 Stunden kommt das Matebook X Pro nicht ganz heran.

Fazit: Als würde Huawei schon Ewigkeiten Notebooks bauen …

Huawei Matebook X Pro. (Foto: t3n.de)

Das Huawei Matebook X Pro macht Spaß. (Foto: t3n.de)

Huawei baut erst im zweiten Jahr Notebooks – schaut man sich das Matebook X Pro an, würde man aber eher denken, das Unternehmen ist ein alter Hase auf dem Gebiet. Denn das Notebook bietet nicht viele Kritikpunkte, an denen wir uns abarbeiten müssten. So ist das helle und farbstarke Touchdisplay mit seinem 3:2-Seitenformat sehr gut, die Eingabegeräte wie Keyboard und Touchpad funktionieren tadellos – manch ein Traditionshersteller sollte sich ein Beispiel daran nehmen. Außerdem ist das Matebook X Pro dank seines schlanken Displayrahmens trotz des 13,9-Zoll-Bildschirms wunderbar kompakt.

Nicht jedermans Sache, aber dennoch smart und kreativ ist die Webcam in das Keyboard integriert. Bei der nächsten Generation würde wir uns etwas mehr Flexibilität oder gar eine andere Position wünschen. Wer die Cam aber ohnehin nur selten nutzt, kommt auch mit der Lösung des Matebook X pro klar. Die Akkulaufzeit des Notebooks bewegt sich im durchschnittlichen Rahmen, was den Umfang der Anschlüsse anbelangt, dürften sich Nutzer über den USB-Typ-A-Port und das im Lieferumfang befindliche Matedock 2 freuen, mit dem ohne Zusatzkosten weitere Anschlüsse zur Verfügung stehen.

Wer auf der Suche nach einem guten Notebook im Premium-Segment ist, sollte seine Fühler nicht nur in Richtung der klassischen Notebookbauer ausstrecken – Huaweis Matebook X Pro mit seinem Preis ab 1.499 Euro* ist einen Blick wert.

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