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Hubble seit über 30 Jahren im All: 5 Fragen und Antworten zum Weltraumteleskop

Seit 1990 befindet sich Hubble in seiner Umlaufbahn um die Erde, um spektakuläre Aufnahmen vom All zu machen. Wir fassen alles Wissenswerte über das Weltraumteleskop zusammen.

5 Min. Lesezeit
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Das Weltraumteleskop Hubble umkreist die Erde seit 1990. (Bild: Nasa)

Hubble ist zwar nicht das erste Weltraumteleskop, aber sicherlich das bekannteste: Immerhin verrichtet es seit mehr als 30 Jahren seinen Dienst im Weltall – bis 2026 soll es noch für Forschungszwecke eingesetzt werden. Danach soll das ungleich mächtigere James-Webb-Teleskop übernehmen, das seit Dezember 2021 startbereit ist und seine Bahnen um die Erde zieht.

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Bevor das allerdings so weit ist, werfen wir noch einmal einen Blick auf das Weltraumteleskop Hubble und beantworten alle wichtigen Fragen dazu. Wer mehr Infos direkt von der Quelle möchte, kann übrigens auch Hubbles Twitter-Account folgen.

Wer steckt eigentlich hinter Hubble?

Hubble ist ein Gemeinschaftsprojekt der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa und ihrem europäischen Gegenstück, der Esa. Eigentlich hätte das Hubble-Teleskop schon 1983 seinen Dienst aufnehmen sollen. Aufgrund von Problemen beim Bau und einer Verzögerung durch die Challenger-Katastrophe wurde es schließlich am 24. April 1990 an Bord der Raumfähre Discovery ins All befördert. Die ersten Bilder, die Hubble im Mai 1990 lieferte, waren dann allerdings ernüchternd: Aufgrund eines optischen Fehlers des Hauptspiegels waren sie praktisch nicht zu gebrauchen. Und das von einem Teleskop, das nach heutigem Wert etwa zwei Milliarden US-Dollar gekostet hatte.

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Das erste Bild von Hubbles WFP-Kamera. Durch den Hauptspiegelfehler wird der Stern in der Mitte nicht als einzelnen Punkt abgebildet. (Bild: Nasa)

Im Zuge von insgesamt fünf Servicemissionen von 1993 bis 2009 konnten dieser und weitere Fehler jedoch von Astronaut:innen im Außeneinsatz behoben werden. So wurden Hubbles Lebensdauer und Einsatzfähigkeit auch immer weiter verlängert. Nichtsdestotrotz zeigt das Teleskop inzwischen starke Abnutzungserscheinungen – allein 2021 musste Hubble zwei Mal in einen abgesicherten Modus versetzt und neu gestartet werden, weil es zu Kommunikationsproblemen zwischen dem Haupt- und dem Nutzlastcomputer gekommen war.

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Nach wem wurde Hubble benannt?

Benannt wurde das Weltraumteleskop nach dem US-amerikanischen Astronom Edwin Hubble. Er hatte 1929 das sogenannte Hubble-Diagramm und darauf aufbauend die Hubble-Konstante entwickelt, die die gegenwärtige Rate beschreibt, mit der sich das Universum ausdehnt. Dass ein Teleskop nach ihm benannt wurde, hat er allerdings nie erfahren; Hubble starb bereits 1953, lange bevor der erste Satellit in den Weltraum gebracht wurde.

Wo befindet sich Hubble und kann ich das Teleskop von der Erde aus sehen?

Hubble umkreist die Erde in 560 Kilometern Höhe – und liegt damit außerhalb der Erdatmosphäre, die etwa 100 Kilometer hoch reicht. Rund 27.000 Kilometer legt das Teleskop in der Stunde zurück, für eine Runde um die Erde braucht es etwa eineinhalb Stunden. Es wird allerdings von Gasresten aus der Erdatmosphäre stetig leicht gebremst, sodass das Teleskop im Jahr ungefähr 1,5 Meter an Höhe verliert. Nach Berechnungen der Nasa sollte es im Jahr 2037 so tief stehen, dass es in die Erdatmosphäre eintreten würde. Dabei sollen dann alle Teile des Teleskops verglühen und keinen Schaden auf der Erde anrichten. Bedeutet allerdings auch: Ein Stück Hubble wird sich wohl niemand aufs Kaminsims stellen können.

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Weil Hubble so schnell unterwegs ist, ergibt es auch keinen Sinn, das Teleskop auf die Erde zu richten – die kürzeste Belichtungszeit seiner Kamera beträgt 0,1 Sekunde. In dieser Zeit legt Hubble ungefähr 700 Meter zurück. Mehr als ein extrem unscharfes Gewirr käme dabei nicht heraus.

Sichtbar ist Hubble von der Erde aus übrigens grundsätzlich schon – allerdings nicht von überall und auch nicht besonders gut. Die besten Chancen hast du zwischen dem 28,5. Breitengrad auf der Nordhalbkugel und dem 28,5. Breitengrad auf der Südhalbkugel. Zur Orientierung: Durch Deutschland geht der 50. Breitengrad der Nordhalbkugel. Hubble-Beobachter:innen müssen sich also in Richtung Äquator bewegen.

Für die genauen Uhrzeiten und Flugbahnen von Hubble gibt es diverse Tracker; Heavens Above und N2YO überzeugen durch leichte Bedienbarkeit und Nutzendenfreundlichkeit. Auch andere Objekte wie Satelliten, Elon Musks Tesla-Roadster oder die ISS könnt ihr so tracken.

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Welche Instrumente hat Hubble an Bord?

Hubble hat gleich mehrere Messgeräte und Kameras an Bord, um die beeindruckenden Aufnahmen von Sternen, Galaxien und Nebeln zu machen, für die das Weltraumteleskop bekannt ist. Dazu gehören Instrumente, die sichtbares, ultraviolettes und nahes infrarotes Licht wahrnehmen können genauso wie ein Spektrometer und ein Spektrograf. Insgesamt fünf solcher Messgeräte befinden sich nach wie vor an Bord von Hubble und verrichten bis auf das defekte Nicmos auch ihren Dienst. Die elektrische Energie, die für den Betrieb der Instrumente nötig ist, gewinnt Hubble durch die zwei Sonnensegel, die mittig an dem Weltraumteleskop angebracht sind.

Gut zu erkennen: Über die beiden Sonnensegel erzeugt Hubble die elektrische Energie, die zum Betrieb der Instrumente nötig ist. (Bild: Nasa)

Die Aufnahmen, die Hubble liefert, sind übrigens alle schwarz-weiß. An Bord des Teleskops befindet sich kein Instrument, das Farbaufnahmen machen könnte. Die Farben werden also nachträglich hinzugefügt – beispielsweise, um Gaswolken und bestimmte Features für das menschliche Auge sichtbar(er) zu machen.

Einige der Geräte, die Hubble im Einsatz hatte, haben bereits den Weg zurück auf die Erde gefunden – sie wurden von Astronaut:innen ausgebaut und in Space-Shuttles zurückgebracht. Darunter befindet sich beispielsweise das Teleobjektiv, das die Esa zu dem Projekt beigesteuert hatte. Es ist heute im Dornier-Museum im baden-württembergischen Friedrichshafen öffentlich ausgestellt.

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Welche Erkenntnisse hat Hubble geliefert?

Dank Hubble konnten Wissenschaftler:innen genauer berechnen, wie alt das Universum ist. Dafür hat Hubble Cepheiden – eine Gruppe von Sternen, deren Helligkeit in regelmäßigen Abständen schwankt – in nahegelegenen Galaxien beobachtet. Mithilfe der Hubble-Konstante zur Ausdehnung des Universums konnten so die genauen Entfernungen der Galaxien und das Alter des Universums berechnet werden.

Daneben hat Hubble Forscher:innen auch höchstempfindliche Aufnahmen von bestimmten Teilen des Sternenhimmels geliefert – darunter Hubble Deep Field, Hubble Ultra Deep Field und Hubble Extreme Deep Field. Außerdem konnten mithilfe des Weltraumteleskops Schwarze Löcher im Zentrum vieler Galaxien nachgewiesen werden.

Eine Aufnahme, die Hubble von einem Sternencluster im Herzen der Milchstraße gemacht hat. (Bild: Nasa)

Die Nasa selbst formuliert Hubbles Errungenschaften folgendermaßen: „Was Hubble erforscht hat, hat unser Verständnis vom Universum fundamental verändert und wird auch in den kommenden Jahren noch viele neue Erkenntnisse bringen.“

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Übrigens stellt die Nasa viele Bilder, die Hubble gemacht hat, der Allgemeinheit zur Verfügung – wie wäre es also mit einer fancy Galaxie als Desktop-Wallpaper? Oder hast du dich schon immer gefragt, was Hubble sich an deinem Geburtstag angesehen hat? Auch darauf gibt die Nasa eine Antwort.

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Ein schöner und spannender Artikel über das Space. Lese eure Artikel zu diesem Thema besonders gern.

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