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Hyundai Ioniq 5 im Test: Futuristisches Raumwunder mit 800 Volt

Der Hyundai Ioniq 5 zählt seit seiner Vorstellung zu den meistbeachteten Elektroautos am Markt. Aber wie schlägt sich der Hochvolt-Stromer mit Solardach und bidirektionalem Laden in der Praxis?

Von Frank Feil
8 Min. Lesezeit
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800-Volt-Technologie, Solardach und bidirektionales Laden – der Hyundai Ioniq 5 geizt nicht mit Technik. (Foto: Frank Feil)

Die Elektromobilität hat die Automobilbranche in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert. Einerseits sind vollkommen neue Unternehmen entstanden, die den etablierten Autobauern das Leben schwer machen, andererseits beginnen sich Hersteller, die bislang eher günstige Fahrzeuge im Portfolio hatten, an Modellen im gehobenen Preissegment auszuprobieren.

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Einer dieser Hersteller ist Hyundai. Das südkoreanische Unternehmen war bislang vor allem für seine preiswerten Modelle bekannt. Es galt die Devise: Viel Auto und Ausstattung für vergleichsweise wenig Geld. Mit dem vollelektrischen Ioniq 5 vollzieht Hyundai nun einen Imagewandel.

Hyundai Ioniq 5: 4 Modelle stehen zur Auswahl

Der Hyundai Ioniq 5 ist in vielerlei Hinsicht ein außergewöhnliches Elektroauto. Das fängt schon beim Design an. Sowohl beim Exterieur als auch beim Interieur haben die Südkoreaner großen Wert darauf gelegt, dass sich das Fahrzeug von der Masse abhebt. Äußerlich ist der Ioniq 5 ein Elektroauto mit Ecken und Kanten – im wahrsten Sinne des Wortes. Im Inneren beeindruckt der Südkoreaner durch sein außergewöhnliches Raumgefühl. Wenn man sich das erste Mal hinters Lenkrad setzt, fragt man sich zurecht, wie ein knapp 4,63 Meter langes und 1,89 Meter breites Auto so viel Platz bieten kann.

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Aber dazu später mehr. Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Optionen. In der Basisversion mit Heckantrieb kostet der Ioniq 5 knapp 42.000 Euro und ist bereits mit 800-Volt-Technologie, Voll-LED-Schweinwerfern und zwei 12,25-Zoll-Displays ausgestattet. Die 58-Kilowattstunden-Batterie verspricht bei einer Leistung von 125 Kilowatt (170 PS) 384 Kilometer Reichweite im WLTP-Zyklus.

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Wer 4.000 Euro mehr ausgibt, bekommt wahlweise die 72,6-Kilowattstunden-Batterie mit 160 Kilowatt (217 PS) und 481 Kilometern Reichweite (WLTP) oder den Allradantrieb mit 173 Kilowatt (235 PS). Bei diesem reduziert sich die WLTP-Reichweite dann allerdings auf 360 Kilometer. Alternativ greift man direkt zum Spitzenmodell, das Allradantrieb und 72,6-Kilowattstunden-Batterie kombiniert. Für 8.000 Euro mehr erhöht sich die Leistung auf 225 Kilowatt (305 PS), die maximale Reichweite im WLTP-Zyklus auf 460 Kilometer.

Hyundai Ioniq 5: Top-Modell mit Vollausstattung kostet knapp 67.000 Euro

Entscheidet man sich für maximale Leistung, springt der Konfigurator auf knapp 50.000 Euro. Doch an der Stelle ist natürlich noch lange nicht Schluss. Für die beliebte „Shooting Star Grey“-Lackierung werden weitere 990 Euro fällig, bevor es an die Ausstattungspakete geht – und hier wird es dann richtig interessant.

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Im Prinzip gibt es beim Ioniq 5 nichts, das es nicht gibt: Batterieheizsystem, Wärmepumpe, alle möglichen Assistenzsysteme, elektrisch verstellbare Sitze (beheizt und belüftet), Voll-LED-Projektionsscheinwerfer im Pixel-Design, Akustikverglasung, elektrisch ausklappbare Türgriffe, Bose-Soundsystem, elektrische Heckklappe und Head-up-Display mit Augmented Reality.

Haken dran. Der Konfigurator zeigt jetzt knapp 64.000 Euro an. Weiter geht’s: 20-Zoll-Leichtmetallfelgen braucht man nicht unbedingt, aber das Panorama-Glasdach ist dann doch Pflicht, zumindest wenn man sich für das Relax-Paket entscheidet. Letzteres beinhaltet eine elektrisch verschiebbare Rücksitzbank sowie die Möglichkeit, Fahrer- und Beifahrersitz in Liegesessel (mit Beinauflage!) zu verwandeln.

Für knapp 67.000 Euro (vor Abzug der Förderung) ist der Ioniq 5 dann auch wirklich vollausgestattet. Im Anschluss bleibt nur noch Zubehör (Dashcam, Anhängerkupplung, iPad-Halter etc.), um den Preis weiter in die Höhe zu treiben.

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Damit ist klar: Der Hyundai Ioniq 5 ist kein günstiges Elektroauto – und will auch keines sein.

Hyundai Ioniq 5

Der Hyundai Ioniq 5 fällt durch sein ikonisches Design auf. (Foto: Frank Feil)

Hyundai Ioniq 5: Technikbegeisterte kommen voll auf ihre Kosten

Dafür lässt der Ioniq 5 das Herz von Elektroauto-Fans und Technikbegeisterten gleichermaßen höher schlagen. Das fängt schon mit der 800-Volt-Technologie an, die man sonst nur aus dem Porsche Taycan oder Audi E-Tron GT kennt. Eben dieses Feature war es auch, das dem Ioniq 5 schon bei der Vorstellung jede Menge Aufmerksamkeit bescherte. Mit einer Ladeleistung von bis zu 220 Kilowatt lässt der Südkoreaner selbst Modelle wie den Mercedes-Benz EQS oder BMW iX hinter sich.

Und dann wäre da noch das optionale Solardach, mit dem auch unser Testwagen ausgestattet war. Dieses liefert unter optimalen Bedingungen 205 Watt und soll laut Hyundai jährlich für eine zusätzliche Reichweite von 2.000 Kilometern sorgen. Natürlich muss der Ioniq 5 dafür größtenteils draußen stehen und selbst dann ist es fraglich, ob die 1.290 Euro Aufpreis für das Solardach wirtschaftlich Sinn ergeben. Aber darum geht es gar nicht. Vielmehr steht hier das Thema Nachhaltigkeit im Fokus. Denn jede Kilowattstunde, die nicht aus dem Stromnetz bezogen werden muss, hilft dem Klima. Umso bedauerlicher ist es, dass das Solardach temporär aus dem Konfigurator von Hyundai verschwunden ist und nicht bestellt werden kann.

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Ein weiteres Highlight des Ioniq 5 ist das bidirektionale Laden. Denn anders als die meisten Elektroautos kann der Hyundai über den Ladeanschluss nicht nur geladen werden, sondern auch Strom abgeben – über einen Adapter sogar mit einer Leistung von bis zu 3,6 Kilowatt. Das reicht aus, um beispielsweise beim Camping eine Kaffeemaschine und einen Fernseher zu betreiben oder ein E-Bike aufzuladen.

Ob man Features wie das Solardach und bidirektionales Laden im Alltag tatsächlich braucht? Sicherlich nicht. Aber nützlich sind sie dennoch – und vor allem zeigen sie, welche Möglichkeiten in einem Elektroauto stecken.

Hyundai Ioniq 5

Der Hyundai Ioniq 5 kann über sein Solardach jährlich bis zu 2.000 Kilometer nachladen. (Foto: Frank Feil)

So schlägt sich der Hyundai Ioniq 5 in der Praxis

Nach der Präsentation im Februar 2021 waren die Erwartungen an den Ioniq 5 zurecht hoch. Umso gespannter waren wir, wie sich der innovative Stromer von Hyundai im Alltag schlägt.

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Zweifelsohne punktet der Ioniq 5 mit seinem ikonischen Äußeren, das ihn von der Masse an Elektroautos abhebt. Die Z-förmige Seite, die Kombination aus Retro-Look und futuristischen Elementen sowie das außergewöhnliche Lichtdesign machen den Ioniq 5 zu einem unverkennbaren Fahrzeug. Im Innenraum spielt Hyundais Mischung aus Sportcoupé und SUV die Vorteile eines Elektroautos dann voll aus: Das Raumgefühl ist beeindruckend. Wenn die Marketing-Abteilung von Hyundai schreibt, dass hier die „Grenzen zwischen Wohnen und Fahren verschwimmen“, dann ist das zwar etwas dick aufgetragen, aber wenn derzeit ein Fahrzeug dieser Idee nahe kommt, dann der Ioniq 5.

Insbesondere die verschiebbare Mittelkonsole sowie die elektrisch verstellbaren Rücksitze machen den Ioniq 5 zu einem überaus flexiblen Elektroauto, das sich den Bedürfnissen der Insassen stets anpasst – egal, ob man Möbel bei Ikea abholt, zu viert in den Familienurlaub fährt, oder alleine an der Ladesäule am Notebook arbeiten möchte. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang sicherlich auch die optional erhältlichen Vordersitze mit Relax-Funktion, die sich bei längeren Stopps in eine Art Liegesessel verwandeln lassen. Wie häufig man diese im Alltag dann tatsächlich nutzt, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Was Verbrauch und Reichweite angeht, gibt es beim Ioniq 5 keine großen Überraschungen. Er ist weder sonderlich sparsam, noch verbraucht er mehr als in dieser Fahrzeugkategorie üblich. Je nach Außentemperatur und Fahrweise pendelt sich der Verbrauch zwischen 20 bis 24 Kilowattstunden pro 100 Kilometer ein. Mit dem 77-Kilowattstunden-Akku sind dann zwischen 320 und 400 Kilometern machbar. Wie immer gilt: Wer besonders sparsam und vor allem innerorts unterwegs ist, schafft sicherlich auch Reichweiten von 450 Kilometern und mehr. Wer hingegen vor allem mit höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn fährt, kann die Reichweite auch problemlos unter 300 Kilometer drücken.

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Hyundai Ioniq 5: Die Sache mit der Ladeleistung

Was die Ladeleistung angeht, ist das Bild zwiegespalten. Bei wärmeren Temperaturen kann der Ioniq 5 die Vorzüge der 800-Volt-Technologie voll ausspielen und lädt bis nahezu 50 Prozent State-of-Charge (SoC) mit 220 Kilowatt. Selbst bei 80 Prozent SoC liegt die Ladeleistung noch bei über 100 Kilowatt. In diesem Szenario sind die von Hyundai angegebenen 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent SoC realistisch.

Völlig anders sieht die Sache aus, wenn man bei winterlichen Temperaturen an den Schnelllader rollt. Hier sind unter Umständen nur 70 Kilowatt oder sogar noch weniger drin. Das Problem ist in diesem Fall die fehlende Vorkonditionierung, die bei der Entwicklung des Ioniq 5 offenbar nicht bedacht wurde. Verstärkt wird dies dadurch, dass sich der Akku selbst bei Autobahncahrten kaum erwärmt.

Allein ist Hyundai mit diesem Problem derweil nicht. Auch wenn man mit dem viel gelobten Porsche Taycan spontan an einen Schnelllader fährt, sind im Winter mit unter nur 60 oder 70 Kilowatt drin. Der Elektro-Sportwagen verfügt zwar immerhin über eine Vorkonditionierung, diese greift aber nur dann, wenn die Ladestation vom Navi als Ladestopp eingeplant wird.

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Es bleibt abzuwarten, ob Hyundai dieses Problem beim Ioniq 5 mit einem Software-Update kurz- bis mittelfristig lösen kann.

Apropos Software: Auch wenn diese beim Ioniq 5 dem futuristischen Anspruch des Fahrzeugs zumindest optisch gerecht wird, gibt es noch viel Luft nach oben. Der Sprachassistent versteht Befehle teils falsch oder gar nicht – und das selbst bei übertrieben deutlicher Aussprache. Die Berechnung von Routen dauert recht lange und auch das Wechseln zwischen den einzelnen Apps könnte flüssiger laufen. Das sind alles keine schwerwiegenden Probleme, aber bei einem Fahrzeugpreis von bis zu 67.000 Euro muss sich der Ioniq 5 diese Kritik dennoch gefallen lassen.

Hyundai Ioniq 5 im Test

Die Software im Hyundai Ioniq 5 passt optisch zum Fahrzeug, könnte stellenweise aber etwas flüssiger laufen. (Foto: Frank Feil)

Hyundai Ioniq 5: Gelungenes Elektroauto für Familien und Technikverliebte

Abgesehen von der stellenweise etwas behäbigen Software und den Problemen mit der Ladeleistung im Winter (beides Dinge, die sich über OTA-Updates in den Griff bekommen lassen sollten), ist der Hyundai Ioniq 5 derzeit sicherlich eines der innovativsten Elektroautos am Markt. Egal, ob 800-Volt-Technologie, Solardach oder bidirektionales Laden: Der futuristische Stromer geizt nicht mit neuen Technologien und Ansätzen. Und natürlich sind auch alle gängigen Assistenzsysteme und Gimmicks (Head-up-Display mit AR, Bose-Soundsystem etc.) an Bord.

Der Ioniq 5 ist weder sonderlich sportlich abgestimmt, noch punktet er mit einer über die Maßen luxuriöse Innenausstattung. Er ist vielmehr ein praktisches Auto für den (Familien-)Alltag. Denn neben dem beeindruckenden Raumkonzept, das den Insassen jede Menge Platz bietet, wartet der Ioniq 5 auch noch mit einem Kofferraumvolumen von 527 Litern auf. Klappt man die Rückbank um, sind es 1.587 Liter. On top gibt’s noch einen Frunk mit 24 Litern (Allradantrieb) respektive 57 Litern (Hinterradantrieb). Wer auch noch einen Hänger ziehen möchte, darf sich über bis zu 1.600 Kilogramm Anhängelast freuen.

Hält man sich im Konfigurator etwas zurück und verzichtet auf den Allradantrieb, bekommt man nach Abzug der staatlichen Förderung einen sehr gut ausgestatteten Ioniq 5 für knapp 48.000 Euro. Das macht den Hyundai zwar zu keinem Schnäppchen, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt definitiv.

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