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Apple trägt heute wohl iTunes zu Grabe

iTunes soll zerlegt werden. (Bild: Apple)

Apple scheint seine in die Jahre gekommene Medienverwaltungssoftware iTunes in ihrer aktuellen Form aufzugeben: Sie soll mit macOS 10.15 in ihre Einzelteile in Form diverser Apps zerlegt werden.

Mit der Medienverwaltung iTunes stehen viele auf Kriegsfuß – sie ist unübersichtlich, überladen und träge. Wie Entwickler und iOS-Spezi Steve Troughton-Smith auf Twitter darlegte und im Mai von Bloombergs Mark Gurman erneut erwähnt wurde,  dürfte Apple seiner Uralt-Software mit macOS 10.15 ein Ende bereiten. Seitens Apple sind wenige Stunden vor der offiziellen Ankündigung auch erste deutliche Hinweise zu erkennen.

iTunes soll mit macOS 10.15 in Einzelapps zerlegt werden

iTunes ist auf dem Mac die Hauptanwendung, um Musik zu kaufen, Filme und Serien zu mieten oder Podcasts zu hören. Darüber hinaus dient sie auch zum Erstellen von lokalen Backups für iOS-Geräte. Bis September 2017 konnte man sie auch zum Kauf von iOS-Apps nutzen – mit iTunes 12.7 hatte Apple die Funktion jedoch komplett aus macOS entfernt.

Mit macOS 10.15 könnten Apples Plattformen näher zusammenrücken. (Bild: Apple)

Mit macOS 10.15 könnten Apples Plattformen näher zusammenrücken. (Bild: Apple)

Mit macOS 10.15 wird die iTunes-Zerlegung offenbar konsequent fortgesetzt, scheint es. So sollen laut Troughton-Smith und Gurman die Anwendungen wie Apple Music und Podcasts als auch eine TV-App als separate Apps auf dem Desktop landen. Ohne iTunes auf dem Mac sollen User ihre Apple-Gadgets künftig über die Musik-App verwalten können, so Gurman.

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Weitere Hinweise zum iTunes-Aus direkt von Apple

Gurmans und Troughton-Smiths Informationen zum Aus von iTunes werden seit dem Wochenende durch Änderungen diverser Social-Media- und Marketing-Kanäle Apples untermauert, wie auf Reddit berichtet wird. So fehlen der iTunes-Facebook-Seite neuerdings jegliche Inhalte – alle Videos, Fotos und Beiträge sind entfernt worden. Auch auf Instagram ist der iTunes-Account wie leergefegt – stattdessen verweist man nun auf das Apple-TV-Profil.

Einem aufmerksamen User ist außerdem aufgefallen, dass Apple diverse mit iTunes verknüpfte URL auf andere Adressen umleitet. So wird laut Craig Hockenberry aus der URL „itunes.apple.com“ für Lieder die URL „music.apple.com“. Weitere iTunes-spezifische Links werden zudem zu „apps.apple.com“, „podcasts.apple.com“, „tv.apple.com“, „movies.apple.com“ und „books.apple.com“ umgeleitet, berichtet Macrumors unter Berufung auf den Entwickler Kyle Seth Gray.

macOS 10.15: Neue Apps sollen auf Uikit basieren

Die neu entstehenden Apps sollen den Ausführungen Troughton-Smiths zufolge womöglich auf dem Framework Uikit basieren, das Bestandteil von Apples Project Marzipan ist. Mit Project Marzipan, das Apple in einer frühen Version zur WWDC 2018 ankündigte, lassen sich iOS-Apps mit wenig Aufwand auf den Mac portieren. Entsprechend können wir auch davon ausgehen, dass die iOS-Apps Musik und Podcasts auf dem Desktop landen werden.

Projekt Marzipan kombiniert iOS- und Mac-Apps. (Screenshot: Apple)

Projekt Marzipan kombiniert iOS- und Mac-Apps. (Screenshot: Apple)

Als weitere mögliche neue macOS-App scheint Apple die Bücher-App auf den Desktop zu verlagern. Mit der Anwendung können bei Apple gekaufte E- und Hörbücher gelesen und abgespielt werden – sie könnte die auf macOS bestehende Bücher-App ersetzen. Darüber hinaus hatte Apple im März angekündigt, sein TV mit Apple TV Plus im Herbst ebenfalls auf den Mac zu bringen. Ob sie auch auf Uikit basiert, ist unklar, aber naheliegend.

Die Ankündigung von macOS 10.15, begleitet von iOS 13, wird im Zuge der Entwicklerkonferenz WWDC 2019 Anfang Juni erwartet. Im Laufe der Keynote am 3. Juni dürften wir erfahren, was Apple mit iTunes vorhat.

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Artikel aktualisiert am 3. Juni 2019.

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Ein Kommentar
Niclas
Niclas

Inwiefern würde sich die „neue“, portierte Bücher-App von der bisherigen Mac-Version von iBooks unterscheiden?

Antworten

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