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Das James-Webb-Teleskop und die Flut der Daten

Das James-Webb-Teleskop ist genauso leistungsfähig wie erhofft, vielleicht sogar mehr als das. Der „Feuerwehrschlauch“ zieht schnellere Veröffentlichungen nach sich – das gefällt nicht jedem.

2 Min.
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Das letzte spektakuläre Foto vom JWST zeigt die zentrale Region der dunklen Molekülwolke Chamaeleon I. Sie befindet sich 630 Lichtjahre entfernt. Das kalte, hauchdünne Wolkenmaterial in der Mitte wird im Infraroten durch das Glühen des jungen, ausströmenden Protosterns Ced 110 IRS 4 beleuchtet. (Foto: Nasa, Esa, CSA und M. Zamani (Esa))

Das James-Webb-Teleskop (JWST) arbeitet hervorragend. So sehen es zumindest die beteiligten Wissenschaftler:innen innerhalb und außerhalb der Nasa. Fast zu gut, wie ein Artikel der MIT Technology Review nun feststellt.

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Das Teleskop erzeugt demnach rund 50 Gigabyte Daten pro Tag, bei Hubble waren es gerade einmal ein oder zwei Gigabyte. Die Teams kommen demnach mit dem Analysieren und Überprüfen kaum mehr hinterher.

Massenhaft Daten für Wissenschaft und Bots

Hunderte Programme nutzen Daten des leistungsfähigsten Teleskops, das die Menschheit je hatte. Ein fein choreografierter Zeitplan unter Führung des Space Telescope Science Institute (STScI) macht das möglich. „Das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre ein untätiges Teleskop“, sagt der Planungsleiter für das Teleskop.

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Parallel veröffentlicht ein Algorithmus des STScI Bilder und spektroskopische Signaturen, die nicht von Programmen genutzt werden, automatisch auf öffentlichen Servern. Interessierte, Wissenschaft und automatisierte Bots wie der JWST Image Bot“ können sich auf den Servern bedienen. Die Geschwindigkeit für Veröffentlichungen in der Astronomie hat sich dadurch sehr beschleunigt – zum Unwillen einiger.

Jede Stunde eine Galaxy, ein Exoplanet, eine Sternentstehung

Die Nasa-Wissenschaftlerin Heidi Hammel erinnert sich noch an die Anfangszeit, als das JWST ans Netz ging. Die schiere Menge an außergewöhnlichen Daten sei „mehr, als wir erwartet hatten“. Sie erinnert sich: „Sobald wir in den Betriebsmodus übergegangen waren, ging es Schlag auf Schlag. Jede Stunde sahen wir uns eine Galaxie, einen Exoplaneten oder eine Sternentstehung an. Es war wie ein Feuerwehrschlauch.“ Zu der reinen Menge kommt hinzu, dass die Daten durch automatisierte Systeme – sogenannte Pipelines – so aufbereitet werden, dass sie nicht mehr monatelange Analysezeit brauchen.

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Daten und Analysen schneller veröffentlicht

Nun kritisieren Wissenschaftler:innen, dass Vorabartikel auf Arxiv und Analysen zu schnell veröffentlicht werden. Der italienische Astronom Emiliano Merlin sagte dem Magazin: „Wenn man es mit etwas so Neuem und Unbekanntem zu tun hat, sollten die Dinge zehn- oder hundertmal überprüft werden. So ist es aber nicht gelaufen.“

Das STScI sagt, 80 Prozent der Daten seien mit einer zwölfmonatigen Schutzfrist versehen, und gewährt den Wissenschaftler:innen hinter den Programmen über diesen Zeitraum exklusive Nutzungsrechte. Das soll zu sorgfältigerer Prüfung führen.

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Völlig neues Fenster zum Universum

Die Nasa wirbt auf der anderen Seite zurzeit verstärkt für das eigene Bürgerwissenschaftsprogramm. Das soll alle motivieren, sich an der Suche nach Exoplaneten zu beteiligen. Die Nasa stellt dafür spezielle Software zur Verfügung. Helga Hammel betont, die Menge an Veröffentlichungen werde weiter zunehmen. „Wir öffnen ein völlig neues Fenster zum Universum“, sagt sie. „Jetzt, da der Wasserschlauch offen ist, werden wir in den nächsten zehn Jahren und darüber hinaus ständig neue Veröffentlichungen sehen.“

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