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Analyse

Abgelaufene Konsolen: Warum PS5, Xbox Series und Nintendo Switch nicht mehr zeitgemäß sind

Die Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch sind noch mitten in ihrem Lebenszyklus. Doch straucheln die Konsolen bereits mit aktuellen Spielen und den Erwartungen der Fans. Deshalb wird es Zeit, dass eine neue Konsolengeneration ihren Platz einnimmt.

Von Marvin Fuhrmann
6 Min.
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Die aktuelle Konsolengeneration hat ausgedient. PS5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch müssen den Platz räumen. (Bild: Shutterstock/Mitoria)

Die Playstation 5 und Xbox Series X/S sind seit mehr als drei Jahren auf dem Markt. Die Nintendo Switch bringt es mittlerweile sogar auf mehr als sieben Jahre. Auch wenn alle Konsolen im Laufe dieser Zeit große Gaming-Blockbuster geboten haben, hinterlässt die aktuelle Lage einen faden Beigeschmack.

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Denn in einigen Bereichen bleiben die Konsolen hinter den Erwartungen zurück. Warum Playstation 5, Xbox Series X/S und Nintendo Switch ausgedient haben und warum eine neue Konsolengeneration besser früher als später kommt, zeigen wir euch anhand der gravierendsten Probleme der drei Gaming-Riesen.

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Problem 1: Will noch jemand eine Konsole?

Microsoft hat mit seiner Xbox ein grundlegendes Problem: Kaum jemand möchte die Xbox Series X/S haben. Das geht aus einem Podcast von Gamesindustry hervor, bei dem brancheninterne Quellen zitiert werden. Demnach würden sich die Spieleentwickler:innen bereits fragen, warum sie die Xbox überhaupt noch supporten.

Denn Microsofts Konsolen enttäuschen bei den Verkaufszahlen. Im Februar 2024 hatten sich beide Konsolen zusammen etwa 27 Millionen Mal verkauft, wie VGChartz berichtet. Das sind rund zwei Millionen Einheiten weniger als bei der Xbox One in derselben Zeit nach Release. In Europa sind die Verkäufe der Xbox Series X/S um mehr als 52 Prozent eingebrochen (via IGN). Obwohl die Xbox in Europa noch nie in den Verkaufs-Charts dominieren konnte, ist das ein harter Schlag für Microsoft.

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Diese Spiele wurden auf längst toten Konsolen veröffentlicht Quelle: Shutterstock/robtek

Die Entwicklung der Verkaufszahlen von Xbox Series X und S könnte zum Teil Microsofts Strategie geschuldet sein. Mittlerweile erscheinen viele Xbox-Games auch auf dem PC, meist schon zum Release im Game Pass. Wer also schon einen PC hat, benötigt keine Xbox. Und wer keinen High-End-Rechner hat, kann die Spiele sogar im Game Pass streamen. Dadurch braucht ihr im Grunde nur einen Smart-TV, ein Smartphone oder einen alten Laptop sowie eine schnelle Internetverbindung – schon landen die Games auf eurem Endgerät.

Zudem meint Xbox-Chef Phil Spencer, dass Exklusivspiele eine immer kleinere Rolle in den kommenden Jahren spielen werden, wie Polygon berichtet. Xbox-Spiele sollen stattdessen auch auf der Playstation, Nintendo Switch und dem PC erscheinen, um eine größere Spielerschaft zu erreichen. Aber warum sollten sich Gamer:innen dann noch eine Xbox holen?

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Problem 2: Immer noch teure Hardware

Im Vergleich zur Xbox Series X/S schlägt sich die Playstation 5 auf dem Markt hervorragend. Wie Gameswirtschaft im Februar 2024 berichtete, hat sich die Konsole mittlerweile mehr als 55 Millionen Mal verkauft. Trotzdem ist Sony mit diesem Ergebnis nicht zufrieden. Der Hersteller wollte in den Verkäufen schon deutlich weiter sein und musste seine Erwartungen um satte vier Millionen verkaufte PS5-Konsolen reduzieren.

Das könnte an der Preisgestaltung der Konsole liegen. Die PS5 ist seit 2020 auf dem Markt und erschien damals für 499 Euro in der Disc-Version und für 399 Euro in der Digital-Edition. Mittlerweile kostet das Slim-Modell mit Laufwerk 549 Euro. Ohne Laufwerk zahlt ihr 449 Euro für eine PS5 Slim.

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Dieselbe Preissteigerung hat auch die Xbox Series X erfahren. Sie startete zum Release für 499 Euro – aktuell bezahlt ihr 549 Euro für die Microsoft-Konsole. Nur die Nintendo Switch ist günstiger geworden – von 330 Euro zum Release auf etwa 300 Euro.

Interessierte Gamer:innen müssen also knapp vier Jahre nach dem Release deutlich mehr zahlen, um eine Playstation 5 oder Xbox Series X/S zu ergattern. In einem Investoren-Meeting (via IGN) sprach Sony sogar davon, dass sich der Preis der PS5 nicht verringern ließe.

Denn durch die Bauweise der Konsole gäbe es keine Möglichkeiten, weitere Einsparungen zu machen. Das dürfte nicht zuletzt an der Inflation und den steigenden Produktionskosten liegen. Dennoch bleibt die Frage, ob die Konsolen zu diesem Preispunkt noch langfristig attraktiv sein können.

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8 richtig gute Videospiele, die auf alten Systemen gefangen sind Quelle: youtube / 10mingameplay

Problem 3: Next-Gen nur mit Kompromissen

Die Hardware, die Gamer:innen mit den aktuellen Konsolen geboten bekommen, lässt noch etwas „Next-Gen“ zu wünschen übrig. Zwar können Playstation 5 und Xbox Series X theoretisch 4K-Auflösungen mit 120 Hertz bieten, doch das ist nur in wenigen Spielen der Fall.

Eine Liste bei PSU zeigt, dass weder ältere Games wie Rainbow Six Siege noch Hype-Games wie Fortnite oder AAA-Spiele wie Marvel’s Spider-Man 2 in der Lage sind, Auflösung und Framerate auf der PS5 unter einen Hut zu bringen. Sie können entweder 4K bei deutlich niedrigeren Bildraten oder 120 Hertz bei geringerer Auflösung darstellen – die Wahl zwischen Qualitäts- und Performance-Modus.

Spieleentwickler setzen teilweise auf FPS-Caps – also eine Begrenzung der maximalen Framerate, um das Spielerlebnis konstanter zu machen. Spiele wie A Plague Tale: Requiem, Gotham Knights und das jüngst erschienene Dragon’s Dogma 2 haben auf den Konsolen eine Obergrenze von 30 FPS. Das erinnert an vergangene Konsolengenerationen, die wir eigentlich mit „Next-Gen“ hinter uns gelassen haben sollten.

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Die Nintendo Switch hat ein ähnliches Problem, wobei die Konsole einen anderen Anspruch bedient. Hier müssen es nicht 4K oder 120 FPS sein. Trotzdem erreichen First-Party-Blockbuster wie The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom nicht mal 60 FPS und haben einen Framerate-Lock von 30 FPS – und das bei einer Auflösung von 1.600 mal 900 Pixeln.

Laut einer Analyse von Eurogamer muss dabei sogar noch getrickst werden. So rendert das Spiel von 900p auf 720p herunter, sobald die Kamera geschwenkt wird. Wie gesagt, wir erwarten von einer Nintendo Switch keine High-End-Performance. Die Konsole ist deutlich günstiger als die Konkurrenz und spricht mit Handheld-Modus und Bewegungssteuerung eine ganz andere Zielgruppe an.

Doch was wäre, wenn Nintendo künftig eine Konsole mit potenter Hardware bieten würde, die trotzdem Spaß für die gesamte Familie bietet? Vermutlich wären beide Zielgruppen bereit, etwas mehr Geld auszugeben, um ein reibungsloses Spielerlebnis zu bekommen. Damit wäre der Switch-Nachfolger weiterhin einzigartig am Markt und trotzdem bei AAA-Spielen konkurrenzfähig mit Sony und Microsoft.

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Die Konsolenhersteller treten auf der Stelle

Aktuell erweckt es den Eindruck, als würden die Konsolenhersteller:innen nur auf der Stelle treten und hoffen, dass sie es zu dieser nächsten Generation schaffen, ohne große Verluste bei den Verkäufen zu machen. Denn erst mit einer neuen Generation dürfen wir wohl echte Innovationen erwarten. Das ist schade, denn eigentlich braucht es die Power-Konsolen der nächsten Generationen schon deutlich früher.

Läuft der Zeitplan einfach weiter, bekommen wir ein GTA 6 geboten, das zwar auf PS5 und Xbox Series X recht passabel läuft, doch erst Jahre später sein ganzes Potenzial auf PC und Next-Gen-Konsolen entfalten kann. Das war schon beim Vorgänger so. Mit der aktuellen Hardware ein GTA 6 in 4K bei konstanten 60 Frames spielen? Das scheint aktuell nur Wunschdenken zu sein.

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Denn schon jetzt läuft Red Dead Redemption 2, ein Spiel, das 2018 auf der vorherigen Generation erschienen ist, nur mit maximal 30 Frames auf der Xbox Series X und Playstation 5. Wie sollen die aktuellen Konsolen dann ein GTA 6 packen, das noch größer, schöner und komplexer sein soll?

Damit sich das nicht wiederholt, sollten sich Hersteller von der Tradition eines langen Hardware-Lebenszyklus verabschieden. Bringen Sony, Microsoft oder Nintendo bald Konsolen auf den Markt, die die genannten High-End-Versprechen halten, wäre die Hardware keine Überbrückung zwischen den Generationen mehr. Sondern ein echtes Stück Next-Gen-Hardware, auf dem sich die kommenden Jahre aufbauen lässt.

Die Pläne von Sony, Microsoft und Nintendo

Aktuelle Konsolengenerationen dauern im Schnitt etwa sieben Jahre an. Um diesen langen Zeitraum zu überbrücken, veröffentlichen Hersteller häufig verbesserte Versionen der Konsolen – wie die Playstation 4 Pro oder die Xbox One X. Auch bei der PS5 zeichnet sich eine solche Version schon jetzt ab.

Laut der Gerüchteküche soll die PS5 Pro das bieten, was die Konsolen wirklich benötigen: leistungsfähige Hardware und KI-Upscaling wie DLSS und FSR. Doch die neue PS5 muss erst beweisen, dass sie nicht nur ein Mid-Gen-Trostpflaster ist, um die Zeit bis zur nächsten Playstation zu überbrücken. Denn diese soll laut Gerüchten frühestens Ende 2027 das Licht der Welt erblicken.

Gaming-PR: Absurde Videospiel-Werbung, die nach hinten losging Quelle: Bethesda Softworks

Microsoft scheint sich der dringlichen Situation bewusst zu sein. Aktuell gibt es Gerüchte, dass der Hersteller bereits 2026 mit einer „Xbox Next“ auftrumpfen will, wie ein Post eines Dataminers auf Resetera zeigt. Die Konsole soll dann eine Zen-5-CPU bekommen, wie WCCFTech berichtet. Eine Playstation 6 hätte dann zwar später eine Zen-6-CPU und wäre leistungstechnisch überlegen, doch könnte Microsoft diesen Vorsprung mit einem späteren Upgrade wettmachen und hätte bis zum Release der PS6 die einzige Next-Gen-Hardware auf dem Markt.

Nintendo soll ebenfalls an einem Konsolennachfolger für die Switch arbeiten. Laut aktuellen Gerüchten soll die Leistung auf dem Niveau der PS4 und Xbox One liegen, also der letzten Konsolengeneration, wie The Verge berichtet. Das ist zwar im Vergleich zu den anderen Konsolen keine Konkurrenz, doch könnte Nintendo damit endlich auch Spiele in Full HD und mehr als 30 FPS anbieten.

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Marc Gutt

Die Switch darf man eigentlich gar nicht erwähnen, da sie bald die Verkaufszahlen der PS2 schlägt:
https://en.m.wikipedia.org/wiki/List_of_best-selling_game_consoles

Und das in kürzerer Zeit. Es spielt also für die Kunden offensichtlich überhaupt keine Rolle, wenn beim Schwenk in Zelda die Render-Auflösung reduziert wird. Und ich nehme mal an, dass die Switch Lite uns nach Release der Switch 2 noch sehr lange begleiten wird.

Insbesondere die Xbox hat eher das Problem, dass mit dem Steam Deck ein neuer Mitstreiter auf dem Markt aufgetaucht ist, der die Kunden eher anspricht und der optional per lokalem Streaming sogar erlaubt den bisherigen Gaming PC zur Aufwertung der Bildqualität zu nutzen.

Antworten
Hackbert

Selten so einen schlechten Artikel gelesen.
Red Dead Redemption 2 läuft auf den aktuellen Konsolen mit 30 FPS weil es auf PS4 und Xbox One auf 30 begrenzt wurde und Rockstar nie eine PS5/Series X Version veröffentlicht hat.
Spiele wie Gotham Knights sind lieblos hingerotzt und beeindrucken auch auf dem PC nicht.

Zum zu hohen Preis gab es kürzlich ein Video von Linus Tech Tipps, welches eindrucksvoll bewiesen hat, was für eine Gurke von PC man in der Preisregion bekommt.

Antworten
Erik

Hallo,

ich muss sagen der Artikel ist ziemlicher Quark. Einer Konsole die 4 Jahre alt ist vorzuwerfen dass sie bspw. GTA 6 nicht in FullHD und 60fps abspielen kann ist völlig weltfremd. Eine Konsole ist immer ein Mittelweg zwischen Spielerlebnis und Preis. Ich kann auch keinen Highend PC erwarten für 500€ der solche Spiele auch nur annähernd flüssig abspielt. Und eine Konsole für 2000-3000€ die dann wirklich Highend wäre kauft dann auch niemand mehr.

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