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Kryptocoin oder Wertpapier? Das passiert gerade zwischen der SEC und Coinbase

Eine Regulierung des Kryptomarktes durch die amerikanische Aufsicht steht schon länger aus. Jetzt ermittelt die Börsenaufsicht gegen die Kryptobörse Coinbase und könnte ein richtungsweisendes Urteil fällen. Was ihr jetzt darüber wissen solltet.

3 Min. Lesezeit
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Kontrolliert den Handel mit Wertpapieren in den USA: Die Security and Exchange Commission in Washington. (Foto: Shutterstock/Andriy Blokhin)

In Europa ist der Entwurf für die Regulierung von Krypto-Vermögenswerten (Mica) gerade beschlossen. Auf dem größten Markt für Bitcoin und Co, den USA, gibt es allerdings noch keine eindeutige Regulierung. Ein Urteil der amerikanischen Börsenaufsicht SEC (Security and Exchange Commission) könnte bald einen Vorstoß in der US-Regulierung bringen und damit auch richtungsweisend für den weltweiten Markt sein.

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Auslöser für die aktuelle Regulierungsdiskussion sind aber nicht die Bitten der Krypto-Industrie, sondern ein Verdacht auf Insiderhandel bei Coinbase. Wie eins zum anderen führte, haben wir für euch zusammengefasst.

Rules needed: Coinbase fordert SEC zur Regulierung auf

Chief Policy Officer von Coinbase, Faryar Shirzad, forderte die US-Aufsicht SEC am 21. Juli in einem Blogpost zu mehr Regulierung auf. Die bestehenden Regeln für Wertpapiere würden einfach nicht für digitale Vermögenswerte funktionieren, es müsste eine neue Regulierung für tokenisierte Wertpapiere geschaffen werden. Denn eine fehlende Regulierung behindere die Entwicklung des Marktes für Kryptowertpapiere in den USA, so Shirzad.

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Fordert mehr Regulierung für den Krypto-Markt: Chief Policy Officer von Coinbase Faryar Shirzad. (Foto: picture alliance/EPA | ARMANDO BABANI)

Fordert mehr Regulierung für den Kryptomarkt: Faryar Shirzad, Chief Policy Officer von Coinbase. (Foto: picture alliance/EPA | ARMANDO BABANI)

Insiderhandel: SEC verklagt Ex-Coinbase-Mitarbeiter

Noch am selben Tag geht die US-Börsenaufsicht mit einer anderen Meldung an die Öffentlichkeit: Sie ermittelt gegen einen Ex-Coinbase-Mitarbeiter wegen Insiderhandels. Der Vorwurf: Der ehemalige Mitarbeiter soll zwischen Juni 2021 und April 2022 geheime Informationen weitergegeben haben.

Seinem Bruder und einem Freund soll der damalige Coinbase-Mitarbeiter vorab gesagt haben, welche Kryptowährungen die Börse bald listen würde. Coins, die auf der Börse neu gelistet werden, steigen anfänglich meist sehr stark im Wert. Das soll die Gruppe genutzt und Gewinne in Millionenhöhe eingefahren haben.

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SEC-Klassifizierung: Sind manche Token Wertpapiere?

Das Brisanteste an der SEC-Klage wegen Insiderhandels sind nicht die Machenschaften des gesprächigen Mitarbeiters und seiner Freunde, sondern der Umstand, dass die Börsenaufsicht überhaupt ermittelt. Eigentlich ist die Wertpapier-Aufsicht nicht für den Handel mit reinen Kryptowährungen und Token zuständig.

In diesem Fall könnten allerdings Wertpapiere (engl.: Securities) im Spiel sein: Wie die SEC bekannt gab, sollen mindestens neun Wertpapiere unter den mindestens 25 Krypto-Vermögensgegenständen sein, die das Dreiergespann um den Ex-Coinbase-Mitarbeiter gehandelt habe.

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Die Unterscheidung zwischen Token und Wertpapieren ist sehr wichtig: Für den Handel mit Wertpapieren gelten andere Vorschriften als bei Kryptowährungen. Wer Wertpapiere anbietet, muss zum Beispiel sicherstellen, dass sich Anleger:innen ausreichend und fristgerecht über das Investment informieren können (Prospektpflicht). Nur wenige Kryptobörsen haben die Lizenz dazu, den Handel von Wertpapieren anzubieten.

Coinbase: „Wir listen keine Wertpapiere“

„Coinbase listet keine Wertpapiere. Punkt.“ So eindeutig bezog Coinbase-Chief Legal Officer Paul Grewal Stellung zu den Vorwürfen der SEC. Alle Krypto-Vermögensgegenstände, die auf die Plattform kommen, durchliefen ein Prüfverfahren. So stelle Coinbase sicher, dass es sich bei den Token nicht um ein Wertpapier handelt. Dieses Verfahren, so Grewal, sei von der SEC genehmigt.

CFTC: Eine andere Behörde mischt sich ein

Für ihrer Klage gegen Coinbase bekommt die SEC Gegenwind von einer anderen US-Regulierungsbehörde, der CFTC (Commodity Futures Trading Commission). CFTC-Chefin Caroline Pham kritisierte das Vorgehen der SEC: Die Behörde betreibe damit „Regulierung durch Vollstreckung“, zuerst werde geklagt, später Regeln erlassen.

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Der SEC scheint dieses Vorgehen allerdings gerechtfertigt, da in der Krypto-Welt neue Praktiken und Produkte schneller aufkommen, als die Behörden und Gesetzgeber mit Regeln darauf reagieren können. Coinbase und die gesamte Krypto-Industrie argumentieren jedoch immer wieder anders: Sie würden ihre Geschäftsmodelle lieber auf klaren gesetzlichen Grundlagen aufbauen, statt in der Schwebe zu operieren und gegebenenfalls verklagt zu werden.

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