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Logitech-CEO: „Wir wollen das Adidas des E-Sport werden“

Logitech CEO Bracken Darrell mit einem Bluetooth-Lautsprecher namens Megaboom.

Tastaturen und PC-Lautsprecher? Wir haben den CEO von Logitech auf der Ifa getroffen und festgestellt, dass die Firma sich mittlerweile zu dem spannendsten Consumer-Electronics-Konzern der Schweiz gemausert hat.

„Hi Jan! Great to see you! How Are you doing?“, ruft Bracken Darrell. Der CEO von Logitech strahlt mich mit seinem breiten, weißen Grinsen an und schüttelt mir so energisch die Hand, als hätten unsere Söhne gerade gemeinsam ein High-School-Football-Match gewonnen. Ich habe Bracken Darrell noch nie zuvor gesehen. Er hat wahrscheinlich gerade erst seinen PR-Berater gefragt, wie der Typ heißt, der ihn jetzt interviewt. Aber wenn amerikanische CEOs eins können, dann verkaufen. Und selbst unter amerikanischen CEOs ist Bracken Darrell ein ganz besonders talentierter Verkäufer.

Wenn man zum Logitech-Stand der Ifa geht, erwartet man nicht viel. Mäuse. Tastaturen. Vielleicht ein paar Lautsprecher. Eigentlich dasselbe Zeug, mit dem man schon in den 90ern Anno 1602 gezockt hat. Wahrscheinlich jetzt ohne Kabel. Logitech eben: nicht besonders aufregend, nicht besonders teuer, aber funktional. Was soll auch groß passieren in einer Branche, die sich „Peripheriegeräte“ nennt. Immerhin ist Peripherie das Gegenteil von Zentrum. Also per Definition der Ort, an dem nix geht.

Die erste Maus, vorgeführt auf einer Konferenz 1968. Mittlerweile haben die meisten Mäuse zwei Tasten und kein Kabel mehr. Aber sonst scheint sich nicht so viel getan zu haben, oder? (Foto: dpa)

Während die Microsofts, Ciscos, IBMs und Apples dieser Welt IT-Imperien schufen oder verloren, baute Logitech Mäuse. Ein Kabel, zwei Tasten, vielleicht ein Rad. Seit Jahrzehnten ist Logitech Weltmarktführer mit einem Produkt, das gerne übersehen wird. Es gab Zeiten, da gab es auf der Cebit Mäuse als Werbegeschenke. Das waren auch ungefähr die Zeiten, in denen der Kurs der Logitech-Aktie von 40 CHF auf 10 Franken abgesackt ist, Ende 2007 bis Anfang 2009. Als Bracken Darrell 2013 CEO von Logitech wurde, war eine Aktie sogar nur rund 6 Schweizer Franken wert.

Eine Maus von Logitech aus dem Jahr 2013. Etwas ergonomischer und mit einer Taste und einem Rad mehr als der hölzerne Maus-Großvater von 1986. (Foto: dpa)

Von dem Logitech von damals, dem Maus-Produzenten, hat Bracken Darrell wenig übrig gelassen. In den letzten fünf Jahren, in ziemlich genau der Zeit, die Darrell als Logitech-CEO verbracht hat, ist die Aktie des Schweizer Konzerns um 602,49 Prozent gestiegen. 602,40 Prozent, meine Damen und Herren.

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