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Kommentar

Ihr sollt Marktplatzstrategien entwickeln, nicht wahllos Marktplätze eröffnen

(Grafik: girafchik/Shutterstock.com )

Ein Marktplatz ist hip! Marktplätze sind das Tamagotchi der Gegenwart. Jeder spielt damit herum. Leider können Händler im Gegensatz zum Tamagotchi nicht neustarten, wenn das Spiel schiefgeht. 

Marktplätze sind angesagt: Nach Real und der Hitmeister-Übernahme hat Karstadt noch bei Hood zugeschlagen. Und DPD kooperiert als exklusiver Dienstleister mit Buyerzon, einem völlig unbekannten Marktplatz. Das Marktplatz-Fieber scheint um sich zu greifen. Auch wenn es generell zu begrüßen ist, dass die Wichtigkeit einer Marktplatzstrategie in der Branche angekommen ist, sollte es klar werden, dass eine Marktplatzstrategie nicht zwingend einen eigenen Marktplatz voraussetzt. Erst recht keinen Vollsortimenter, der einfach alles im Sortiment hat und so von der Positionierung her ein Amazon- oder Ebay-Mitbewerber sein müsste.

Nicht jeder braucht einen Marktplatz

Um einen Marktplatz zu betreiben, ist eine gewisse Größe nötig. Für viele Händler, auch größere Händler, kann es sinnvoller sein, bestehende Marktplätze zu nutzen. Marktplätze brauchen schon beim Start riesige Sortimente, viele Händler und müssen über große Reichweiten verfügen. Sowie über Prozesse und Manpower zur Betreuung der Händler.

Das sind unter anderem Gründe dafür, dass Real mit Hitmeister und Karstadt mit Hood sich komplette Marktplätze eingekauft haben. Mit Hood.de ist allerdings der letzte Marktplatz mit erwähnenswerter Reichweite weg vom Markt, für weitere Marktplatz-Interessenten bleibt jetzt nur noch Neuaufbau. Und wer heute noch einen Marktplatz eröffnen will, braucht einen extrem langen Atem.

Real hat mit der Übernahme von Hitmeister eine der wenigen, erfolgversprechenden Startpositionen in der deutschen Marktplatz-Welt erobert. (Foto: dpa)

Vollsortimenter, die Amazon-Klone

Extrem schwierig ist die Eröffnung eines Marktplatzes, der sich als Generalist positioniert. Die letzte erfolgreiche Neueröffnung dürfte Siroop.ch in der Schweiz sein. Die von den Besonderheiten des schweizer Marktes profitieren, der im Vergleich zum Binnenmarkt noch sehr in sich geschlossen agiert.

Auf dem deutschen oder europäischen Markt ist die Etablierung eines neuen Generalisten oder Vollsortimenters, der einfach alles verkauft, ungleich schwerer. Zuletzt konnte der schwedische Marktplatz Fyndiq davon ein Lied singen, der sich aus Deutschland wieder zurückzog, weil sich das Geschäft nicht lohnte. Eine enorme Werbemacht in Richtung Endkunde und Händler ist nötig, um eine lohnende Schwelle zu erreichen. Das bedingt große, zwei- bis dreistellige Millionenbeträge als Investitionen.

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