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Ratgeber

Mentoring: Wie du Mitarbeiter zu Höchstleistungen bringen kannst

(Foto: Shutterstock / Monkey Business Images)

In unserer Daten-Orgien-Ära liegt das Wissen der Welt nur einen Klick entfernt. Dabei haben wir bei all der Anonymität des Internets vergessen, dass vieles auch durch Austausch verstanden wird.

Mentoring ist die fast schon vergessene Kunst, Menschen zu Höchstleistungen zu führen, indem man sie einfach konsequent in den Fokus stellt: Sie fordert, ihnen zuhört und sie begleitet. Dann werden Komfortzonen überwunden und mutige Entscheidungen möglich. Ein Erfahrungsbericht.

Mentoring geht ans Eingemachte

Ich bestelle schon mal ein Bier und ziehe mein Notizbuch aus der Tasche. Ein kleines Moleskin mit willkürlichen Kritzeleien, die ich selber manchmal kaum entziffern kann. An diesem Herbstabend wird es langsam kühl auf der Terrasse des Irish-Pubs. Ich überfliege die Notizen von unserem bisherigen Mentoring-Treffen und plötzlich ist mir nicht mehr kalt.

Gedanklich bin ich jetzt tief im Sommer des letzten Jahres. Im Projekt lernen wir uns kennen. Ich bin Senior-irgendwas und er frisch aus der Uni. Im Wahnsinn des Alltags kommt plötzlich die Frage – eine Frage, die mit unserer Aufgabe eigentlich nichts zu tun hat. Eine Frage über die finanzielle Aufstellung unserer Consulting-Firma und deren verschiedene Cashflows. Meine Antwort ist banal, die Auswirkungen aber ziemlich massiv.

Habe ich dies oder das über die eigene Firma selbst richtig verstanden oder vielleicht doch falsch interpretiert?

In den nächsten Tagen lässt mich diese Frage nicht los. Ich muss selber rumfragen: Habe ich dies oder das über die eigene Firma selbst richtig verstanden oder vielleicht doch falsch interpretiert? Eine Woche später sitzen wir wieder zusammen und ich erzähle von meiner Recherche. Dies löst neue Fragen aus. Da fängt die Spirale an. Tiefer. Tiefer. Tiefer. Wir treffen uns mehrmals pro Monat und diskutieren weiter. Offiziell bin ich der Lehrer, der Erfahrene, und er ist der Schüler. Aber seine Fragen stellen meine Kenntnisse auf den Prüfstand und ich entdecke riesige Risse. Ich lerne mindestens so viel wie er.

Ein paar Monate später sind wir nicht mehr beim Thema Geld, sondern in der Softwareentwicklung. Lieber die im Projekt verwendete veraltete Version vom Framework X lernen oder gleich die neuere Version? Wie gehe ich mit dieser Design-Pattern-Problematik um? Ich kenne mich manchmal in der Technologie nicht genug aus. Ich muss oft mit anderen Fragen antworten, ihm den Ball immer wieder zurückspielen. Aber es funktioniert. Er beantwortet selber die Fragen und kommt mit noch mehr auf mich zu. Dies ist keine Lehrer-Schüler-Beziehung mehr. Ich bin ganz Ohr und frage ab und zu nach Ergänzungen. Ich bin quasi ein Spiegel. Ich helfe ihm, selbst die Antworten zu finden. Ich bin begeistert von der Art und Weise, wie er sich entwickelt.

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