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Metaverse: Größter Krypto-Fonds der Welt sieht Umsatzpotenzial von 1 Billion Dollar pro Jahr

Das Metaverse ist für Grayscale Invest das eigentliche Web 3. In einem aktuellen Papier beziffern sie das Umsatzpotenzial virtueller Welten auf eine Billion US-Dollar.

3 Min. Lesezeit
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Metaverse-Festival. (Bild: Decentraland)

Am Anfang war der Browser – das Web 1. Dann kamen die Online-Communities – das Web 2. Jetzt kommen virtuelle Welten – das sogenannte Metaverse und damit das Web 3. So klassifiziert Grayscale Invest, Betreiber des größten Krypto-Fonds der Welt, in einem neuen Papier (PDF) die Evolution des Internets.

Von „Nur lesen“ zu „Lesen und Schreiben“ zu „Lesen, Schreiben und Besitzen“

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Anfangs haben wir nur lesen können. Die Angebote waren dezentral. Das wichtigste Werkzeug war der Browser. Danach kam Facebook und seine weit weniger bedeutsamen Wettbewerber und brachte das Schreiben ins Web – leider auch die Zentralität. Jetzt bewegen wir uns aus dieser Zentralität wieder heraus und bewegen uns in eine Ära, in der wir im Web – mittlerweile Version 3 – nicht nur Lesen und Schreiben, sondern viele andere Dinge tun können. Unter anderem können wir virtuelle Assets besitzen. Diesen Bogen spannt Grayscale und nur unter diesem Bogen ist die Prognose des Kryptofonds plausibel.

Das Web 3, das Grayscale synonym für das Metaverse sieht, bestehe nun aus virtuellen Welten, in denen das meiste dessen, was wir in der realen Welt tun können, ebenfalls möglich sein werde. Wir könnten Gegenstände und sogar Grundstücke kaufen. Wir könnten uns mit Bekannten oder Arbeitskollegen in der virtuellen Welt treffen und sogar zusammenarbeiten. Wir könnten Konzerte, Museen, Galerien besuchen.

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Und nicht nur wir Nutzende könnten das. Auch Anbieter könnten in diese virtuelle Welt strömen und sich dort ansiedeln. So werde ein breites Angebot möglich, das jenem aus der realen Welt nicht nachstehen muss. Erste Beispiele gebe es bereits.

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Noch überschaubar: Unternehmen eröffnen Filialen im Metaverse

So hat etwa das Auktionshaus Sotheby’s eine digitale Filiale in Decentraland eröffnet, in der NFT-Kunst ausgestellt und versteigert werden kann. Die Kryptobörse Binance hat ein digitales Hauptquartier im Metaverse eingerichtet, wo sich die Mitarbeiter treffen und zusammenarbeiten können. Auch Casinos gibt es bereits, in denen Spielende die Decentraland-Währung Mana gewinnen können. Sogar digitale Werbetafeln gibt es bereits, die von den Eigentümern der digitalen Landstriche bewirtschaftet werden, auf denen sie stehen.

Das ist laut Grayscale nur der Anfang, denn Metaverse-Welten wie Decentraland, The Sandbox oder Axie Infinity seien lediglich Teil einer größeren vernetzten Krypto-Cloud-Wirtschaft, in der viel mehr möglich scheine. So könnten etwa Zahlungsnetzwerke mit eigener Währung oder auf der Basis der Währung des Netzwerks, auf der das Metaverse läuft, etwa Ethereum oder Solana, errichtet werden. Dezentrale Börsen würden es den Nutzern ermöglichen, mit Ingame-Gegenständen zu handeln. Auf virtuellen Kreditplattformen könnten Kredite mit virtuellem Land besichert werden. Kaufobjekte würden als NFT konzipiert, die auch in anderen virtuellen Welten verwendet werden können. Selbst eine Regierung oder mindestens ein rechtliches Rahmenwerk ließe sich über Smart Contracts etablieren.

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Facebook erkennt Trend, springt auf den Zug auf

Das klingt alles interessant, ist aber derzeit noch von überschaubaren Nutzerzahlen geprägt. Lediglich 50.000 Nutzende bewegen sich laut Grayscale derzeit in den verschiedenen virtuellen Welten – immerhin zehnmal mehr als zu Beginn des Jahres 2020. Schreiben wir den Wachstumsfaktor fort, kann das Metaverse schnell eine Größenordnung erreichen, die Web-2-Riesen Sorgen machen sollte.

Das dürfte auch die Überlegung hinter Facebooks Move in Richtung Metaverse-Company sein. Der Vertreter der letzten Netzgeneration hat erkannt, dass die Zukunft im Web 3 liegt, aber dieses Web 3 nicht zentral sein wird. Auch denkbar, aber unwahrscheinlich scheint, dass Ex-Facebook- und jetzt Meta-Chef Mark Zuckerberg tatsächlich den Versuch unternehmen wollen könnte, das Metaverse zu zentralisieren. Das wäre zwar unter finanziellen Aspekten interessant – für ihn – dürfte aber aus verschiedenen anderen Gründen nicht funktionieren.

Davon geht auch Grayscale aus und beziffert das Umsatzpotenzial des Metaverse auf eine Billion US-Dollar in wenigen Jahren. Das darf man für mutig halten. Mitgehen würde bedeuten, die Grundannahme Grayscales, dass das Metaverse das Web 3 als nächste Evolutionsstufe nach dem Web 2 darstellt, zu akzeptieren. Nur, wenn wir das so annehmen, sind Umsätze in sogar noch sehr viel höherer Größenordnung plausibel.

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Vergleich mit Second Life hinkt

Das mag zu optimistisch sein. Was auf jeden Fall zu pessimistisch ist, ist die Einschätzung mancher, beim Metaverse handele es sich lediglich um „alten Wein in neuen Schläuchen“. Immerhin hätten wir ja schon 2003 „Second Life“ gehabt. Diese Form von Whataboutismus wird dem kommenden Metaverse ganz sicher nicht gerecht. Allein schon die technischen Möglichkeiten, die wir jetzt haben, ernsthaft mit einem Projekt zu Beginn der Nullerjahre zu vergleichen, diskreditiert die Expertise des Vergleichenden.

So werden wir sicherlich unterschiedlicher Meinung darüber sein können, wie schnell das Metaverse zum Inbegriff des Internets werden wird. Dass es aber der Inbegriff des Internets werden wird, dürfte wohl außer Frage stehen. Ob man das gut findet, obliegt der eigenen Einschätzung.

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