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Surface Go ausprobiert: Microsofts kleinstes 2-in-1 – nicht stark, aber gut

Surface Go. (Foto: t3n.de)

Microsoft hat mit seinem Surface Go ein kompaktes 2-in-1-Gerät an den Start gebracht, das als Antwort auf Apples iPad Pro durchgeht. Wir haben das bisher günstigste Surface-Modell ausprobiert.

Kompakt, leicht, hochgradig transportabel und ein waschechtes Windows-10-Gerät ist das Surface Go. Ein ähnliches Produkt hatte Microsoft schon 2014 mit dem Surface 3 mit Windows 8.1 im Programm, das jedoch in Sachen Preis und Ausstattung – es hatte einen Atom-Prozessor an Bord – wenig attraktiv war. Das Gerät ging damals mit dem wenig beliebtenWindows 8.1 in den Handel. Beim Surface Go setzt Microsoft selbstredend auf das weit gelungenere Windows 10. Mit einem verhältnismäßig günstigerem Preis, etwas besserer Ausstattung und ausgereifterem Windows soll nun das Surface Go um überzeugen. Klappt das?

Surface Go – ein kleines Surface Pro

Microsofts Surface Go ist in aller Knappheit beschrieben eine Miniatur-Version des Surface Pro. Das Go sieht genauso aus und ist ebenso hochwertig verarbeitet wie das Pro mit seinem 12,3-Zoll-Touch-Display. Es ist aber mit seinem 10,8-Zoll-Display um einiges kompakter – und leichter: Das Pro wiegt um die 780 Gramm, das Go bringt nur 552 Gramm auf die Waage – jeweils ohne Type-Cover. Mit Tastatur wiegt das Go weniger als 800 Gramm. Damit eignet sich das Go sowohl von Größe und Gewicht noch besser als etwa das Pro für unterwegs – und als Tablet ohnehin.

Surface Go neben dem Surface Pro. (Foto: t3n.de)
Große Unterschiede: Das Surface Go neben dem Surface Pro. (Foto: t3n.de)

Preislich rangiert das Go auch in anderen Sphären als das Pro-Modell: Die kleinste Ausführung des Geräts gibt es ab 449 Euro – dafür gibt es 64 Gigabyte eMMC-Speicher und vier Gigabyte RAM. Sofern ihr nur geringe Ansprüche an ein Windows-Gerät habt, könnt ihr zugreifen. Generell empfehlen wir euch jedoch das größere Modell mit acht Gigabyte RAM und 128 Gigabyte SSD-Speicher. Das kostet mit 599 Euro zwar etwas mehr, aber allein wegen des schnelleren SSD-Speichers solltet ihr die besser die Finger von der 64-Gigabyte-Version lassen. Denn hinter einem eMMC-Speicher verbirgt sich nicht mehr als eine fest verbaute SD-Karte – und die sind erfahrungsgemäß langsamer als SSD.

Surface Go. (Foto: t3n.de)

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Hinsichtlich der weiteren Ausstattung gibt es zwischen den beiden Go-Modellen keine Unterschiede: Unter der Haube arbeitet ein lüfterloser Gold-Prozessor 4415Y von Intel, der von einer Intel-HD-Graphics-615-Grafikeinheit unterstützt wird. Die Recheneinheit ist nicht die Schnellste und Stärkste – daher ist das Surface Go weniger für rechenintensive Games oder Videoschnitt ausgelegt. Microsofts Zielgruppe für das Surface Go sind in erster Linie Menschen, die Office- oder leichte Foto-Arbeiten verrichten, im Web surfen und Netflix sowie andere Videoinhalte konsumieren. Auch weniger rechenintensive Spiele sind möglich. Wenn ihr von einem Notebook mehr Leistung erwartet, ist das Go nichts für euch. Was die Akkulaufzeit anbelangt, kommt das Go bei moderater Nutzung auf sechs bis sieben Stunden, was für ein Gerät dieser Klasse in Ordnung ist. Bei intensiver Nutzung geht der Akku selbstredend schon früher in die Knie. Immerhin lässt er sich wieder recht schnell aufladen.

Surface Go: Gutes Display, spartanische Anschlüsse

Surface Go. (Foto: t3n.de)
Surface Go. (Foto: t3n.de)

Beim Touch-Display setzt Microsoft wie bei seinen anderen Surface-Geräten auf ein 3:2-Seitenformat, das sich besser als ein 16:9-Display für die Office-Arbeit eignet, da sich etwa zwei Word-Dokumente nebeneinander arrangieren lassen. Der Bildschirm löst zwar nur mit 1.800 x 1.200 Pixeln mit einer Pixeldichte von 216 ppi auf, dennoch sehen Inhalte darauf durchaus gut und ausreichend scharf aus. Farben stellt das helle Display brillant dar und die Kontraste sind knackig. Touch-Eingaben werden direkt ohne Verzögerungen umgesetzt.

Auf der Front links und rechts neben dem Display sind Stereolautsprecher eingelassen, die angenehm ausbalanciert und überraschend laut klingen. Oberhalb des Displays befindet sich eine Webcam, die nicht nur für Videotelefonie, sondern auch per Windows Hello, unterstützt von einer IR-Kamera, zur Gesichtserkennung eingesetzt werden kann. Damit erspart ihr euch das Eintippen eines Passworts. Die Ränder um den Bildschirm sind zwar nicht sonderlich hübsch, erfüllen aber ihren Zweck, um das Tablet sicher zu greifen, ohne aufs Display tatschen zu müssen.

Surface Go. (Foto: t3n.de)
Surface Go von der Seite. (Foto: t3n.de)

Bei den Anschlüssen hat Microsoft gespart, aber immerhin zeigt das Unternehmen Einsicht, dass USB-C wohl doch der Standard der Zukunft ist: Anstelle eines USB-Typ-A-Anschlusses befindet sich ein USB-C-Port zwischen Audiobuchse und dem proprietären Surface-Connector für die Stromversorgung. Falls ihr unterwegs Saft benötigt, aber das Netzteil vergessen habt, könnt ihr dem Surface Go auch per USB-C-Port Energie zuführen. Zur Erweiterung des Speichers oder zum Dateiaustausch befindet sich rechtsseitig unter dem Klappfuß ein Schacht für Micro-SD-Karten.

Surface Go: USB-C statt Typ-A, Audiobuchse und Surface-Connector sind auf der rechten Gehäuseseite arrangiert. (Foto: t3n.de)

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Wie das Surface Pro besitzt das Surface Go einen ausklappbaren Standfuß, der sich in beliebiger Position um bis zu 160 Grad neigen lässt. Dadurch ist das Gerät vielseitig einsetzbar und kann entweder zum produktiven Arbeiten und Präsentieren oder zum Konsumieren von Inhalten genutzt werden. Unterwegs – etwa im Zug – ist das Arbeiten mit dem Go eine angenehme Angelegenheit, denn das Gerät verbraucht einfach weniger Platz. Benötigt ihr mal mehr Displayfläche, könnt ihr das Go per USB-C-Port an ein externes Display anschließen.

Surface Go: Das Keyboard kostet extra

Das Surface Go lässt sich zwar auch als Tablet nutzen, produktiver arbeiten lässt es sich aber mit dem Type-Cover, das ihr euch leider zusätzlich anschaffen müsst. Hierfür werden ab 100 Euro fällig. Das Gleiche gilt auch für den Stift – die leichte „Surface Mobile Mouse“ schlägt mit knapp 36 Euro zu Buche. Während ihr letzteres Zubehör nicht zwingend benötigt, sei euch das Signature-Type-Cover mit der weichen Alcantara-Oberfläche ans Herz gelegt. Das kostet mit knapp 130 Euro nicht gerade wenig, hinterlässt aber optisch und in der Praxisnutzung einen positiven Eindruck.

Microsoft Surface Go – Keyboard und Stift kosten extra. (Foto: Microsoft)
Microsoft Surface Go – Keyboard, Maus und Stift kosten extra. (Foto: Microsoft)

Das Keyboard mit Hintergrundbeleuchtung des Type-Covers ist entsprechend der kompakten Abmessungen des Surface Go zwar schmaler als eine Tastatur in Normalgröße, nach einer gewissen Gewöhnungszeit lässt es sich darauf dennoch schnell tippen. Bei Bedarf könnt ihr das Touch-Cover schräg anstellen, wodurch der Tippwinkel etwas ergonomischer wird, leider flext das Keyboard dabei aber etwas – manch einen könnte das stören. Der Tastenhub im allgemeinen ist angenehm und das Touchpad unterstützt alle Gesten, um etwa zwischen Anwendungen und virtuelle Desktop hin- und herzuwischen oder den Desktop anzuzeigen und mehr.

Software-seitig ist Windows 10 im S-Modus vorinstalliert. Das bedeutet, ihr könnt Anwendungen nur aus dem Windows-Store beziehen, was für einige Nutzer womöglich ausreicht und laut Microsoft ein Plus an Sicherheit mit sich bringt. Wem das nicht genügt, kann die volle Ladung Windows kostenlos freischalten. Vor der Installation rechenintensiver Software solltet ihr indes bedenken, dass das Surface Go nicht dafür ausgelegt ist. Wie jedes Surface-Gerät kommt das Go komplett ohne jegliche Zusatz-Software von Drittherstellern daher – es ist also komplett bloatware-frei.

Fazit: Surface Go – gutes, kompaktes 2-in-1

Das Surface Go – ein kompakter Allrounder für Genügsame. (Foto: t3n.de)
Das Surface Go – ein kompakter Allrounder für Genügsame. (Foto: t3n.de)

Microsoft hat mit seinem Surface Go ein solides und kompaktes 2-in-1 im Programm, das für Nutzer, die ein Gerät suchen, das transportabel und universell einsetzbar sein muss, eine gute Wahl ist. Es ist vielleicht nicht das beste oder schnellste Notebook (hallo Dell, Lenovo oder Huawei) und auch nicht das beste Tablet – hier hat das iPad die Nase vorn –, allerdings ist es Microsoft gelungen, das Beste aus beiden Welten durchaus erfolgreich zu kombinieren. Es ist aufgrund seines Gewichts noch als Tablet nutzbar und in Kombination mit dem Type-Cover ist es wie sein großer Bruder als ordentliches Notebook verwendbar.

Im Unterschied zu Apples iPad (Pro), das oftmals auch als Laptop-Ersatz betrachtet wird, hat das Surface Go den Vorteil, auch in Kombination mit Touchpad, Maus und Keyboard eingesetzt werden zu können. Zudem laufen auf den Go echte Desktop-Anwendungen, während das iPad mobile Apps mit teils beschränktem Funktionsumfang und Touch-Optimierung unterstützt. Für dem Produktiveinsatz ist das Go für die meisten wohl die bessere Wahl.

Der Bundle-Preis von knapp 800 Euro für die 128-Gigabyte-Variante des Surface mit Signature-Type-Cover ist zwar nicht gering, für das Gebotene und seine hochwertige Verarbeitung ist der Preis gerechtfertigt. Nur zum Vergleich: Das 10,5-Zoll-iPad Pro mit 64 Gigabyte und Smart-Cover kostet über 900 Euro.

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Eine Reaktion
Lukas K.

Das Surface Go scheint eine gute Alternative zum Surface Pro zu sein. Besonders für mobile Arbeiten finde ich das Gerät wirklich sehr interessant. Im Artikel wird erwähnt, dass man eher etwas mehr Geld ausgeben sollte, um eine SSD im Gerät zu haben. Dem kann ich nur zustimmen. Wenn man schon ein schickes Gerät haben möchte, dann sollte man nicht gerade an der Speichereinheit sparen.
Dass man mit dem Gerät keine großen Spiele spielen kann, sollte fast selbsterklärend sein. Aber sind wir ehrlich, wer möchte das auf einem 10 Zoll Display?

Antworten

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