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Elektroauto für 7.000 Euro: Der Citroën Ami kommt nach Deutschland – wir sind probegefahren

Citroën will mit dem E‑Kleinstwagen Ami die urbane Mobilität umkrempeln. Das kleine Elektrofahrzeug, das ab Sommer 2024 nach Deutschland kommen soll, kostet nur um die 7.000 Euro und kann sogar von 16-Jährigen gefahren werden. Eine Probefahrt durch Berlin.

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Citroën Ami (Foto: t3n)

Der Ami kann als eine Art Gegenentwurf zu den seit Jahren angesagten riesigen SUV verstanden werden, die die Städte verstopfen und teilweise kaum mehr ins Parkhaus passen. Denn das E‑Autochen des französischen Herstellers, das auf dem schon 2019 vorgestellten Konzeptauto Ami One basiert und seit 2021 in Deutschland als E‑Rocks von Stellantis-Tochter Opel angeboten wird, passt in jede Parklücke und ist sogar noch kleiner als die ehemals kompakten Smarts aus dem Hause Daimler.

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Allerdings fährt der Ami mit seinem markant-eckigen Design, das ein wenig wie aus dem Legobaukasten wirkt, nicht schneller als 45 Kilometer pro Stunde und ist äußerst spartanisch ausgestattet. Es ist also eher ein E‑Moped mit Dach und vier Rädern. Dennoch ist der Ami ein echter Hingucker, der während der Testfahrt* durch Berlin ein Lächeln in die Gesichter vieler Verkehrsteilnehmer zauberte.

Citroën Ami: Ultrakompakt und smart gebaut

Citroën Ami (Foto: t3n)

Damit Citroën seinen Ami so günstig anbieten kann, ist er zum Großteil – innen wie außen – aus Kunststoff gefertigt. Er misst in der Länge 2,41 Meter und ist nur 1,39 Meter breit. Aufgrund seiner kleinen Abmessungen hat er einen winzigen Wendekreis von nur 7,20 Metern.

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Spannend ist zudem das smarte Fertigungsprinzip: Der Ami besteht aus 250 Einzelbauteilen, dabei sind die linke und die rechte Tür, die sich von innen mittels einer Schlaufe öffnen lassen, asymmetrisch eingebaut. Dadurch kann auf beiden Seiten das gleiche Bauteil verwendet werden, was Kosten einspart. Nicht nur bei der Tür verwendet Citroën identische Bauteile: Heck- und Frontelement sind baugleich – nur die verbauten Leuchten unterscheiden sich selbstredend.

Auf herunterkurbelbare Fensterscheiben verzichtet Citroën aus Kostengründen ebenso. Stattdessen setzt der Hersteller wie schon vor etwa 70 Jahren bei seinem 2CV, der hierzulande auch als Ente bekannt ist, auf Klappfenster.

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Citroёn Ami – elektrische Knutschkugel für die City Quelle: Foto: t3n

Auch im Innenraum zeigt sich spartanisch: Verkleidungen sind kaum vorhanden, sodass im Deckenbereich neben dem Licht und Rundumsicht spendenden Glasdach eckige Metallstreben zu sehen sind. In den Türen ist stellenweise polsternder Schaumstoff zu sehen. Ungewöhnlich ist ferner das Fehlen eines Rückspiegels – Fahrer des Ami müssen sich mit den beiden per Hand einstellbaren Seitenspiegeln begnügen.

Des Weiteren bestehen die Ablagen und Haken aus Kunststoff, genauso wie das Lenkrad. Die Ablageelemente selbst sind übrigens Teil eines Optionspakets, das der Käufer zusätzlich bestellen und gegebenenfalls selbst einbauen muss. So ein Paket umfasst etwa Fußmatten, Dekorstreifen und sogar Bluetooth-Speaker, die mit dem Smartphone verbunden werden – ein Radio ist nicht Bestandteil des Lieferumfangs.

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Der Innenraum des Citroen Ami.

Der Innenraum des Citroën Ami. (Foto: t3n)

Citroën Ami: Bei 45 Kilometern pro Stunde ist Schluss

Der Ami kann wie ein E‑Moped mit einem Führerschein der Klasse AM geführt werden. Entsprechend schwach ist mit fünf Kilowatt respektive acht PS auch die Leistung des nur 500 Kilogramm schweren Gefährts. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 Kilometern pro Stunde, was in der Innenstadt überwiegend ausreicht, wie wir in der anderthalbstündigen Ausfahrt durch Berlin-Mitte feststellen konnten.

Sicher: In manchen Situationen muss man ein etwas dickes Fell an den Tag legen, doch das müssen Städter eh schon tagtäglich. Auf die Stadtautobahn darf der Ami nicht.

Citroën Ami: Irgendwie ein E‑Roller mit vier Rädern und Dach

Auf ebenen Straßen rollt der kleine Stromer leise und zügig dahin, bei Kopfsteinpflaster, das in Berlin häufig in Seitenstraßen zu finden ist, macht sich die kaum vorhandene Federung bemerkbar. Hier fühlt sich der Ami beinahe an wie ein E‑Roller mit vier Rädern und Dach. Letzten Endes handelt es sich auch nicht um eine Luxuslimousine, sondern um eine pragmatische Mikromobilitätslösung mit Charakter.

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Mit seiner Reichweite von etwa 75 Kilometern, die der Ami über den verbauten 5,5 Kilowattstunden großen Akku erzielen soll, sind keine langen Ausfahrten mit der Familie möglich, dafür ist der Zweisitzer aber auch nicht ausgelegt. Er ist in erster Linie für Fahrten zur Arbeit, zur Schule oder Uni oder zum Einkaufen geeignet – man sollte jedoch nicht zu viel einkaufen, da es keinen Kofferraum gibt.

Zum Nachladen des Akkus muss der Wagen übrigens mit seinem fest installierten Schukostecker mit drei Meter langem Kabel an eine Haushaltssteckdose angeschlossen werden, über die er laut Hersteller nach drei Stunden wieder aufgeladen ist. Schnellladen unterstützt er nicht, mit einem entsprechenden Adapter soll er aber immerhin über öffentliche Ladesäulen mit Saft versorgt werden können. Ob der Akku tatsächlich so weit kommt wie angegeben, konnten wir im Zuge der Ausfahrt nicht feststellen, wir halten die Angaben aber für realistisch. Verkürzt werden dürfte die Reichweite an kalten Tagen durch den Einsatz der Heizung.

Das Zubehör des Citroën Ami wird in einem solchen Karton nach Hause geliefert. (Foto: t3n)

Anders als bei „normalen“ Autos ist auch der Vertrieb: Citroën verkauft den Miniwagen nur online. In Deutschland ausgeliefert werden soll der Ministromer ab Frühjahr 2024. Der Ami mit Optionspaketen in verschiedenen Farbausführungen kostet um die 7.000 Euro – finale Preise hat Citroën auch über drei Jahre nach Ankündigung für den hiesigen Markt noch nicht genannt.

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Citroën Ami: Nicht wirklich ein „Anti-SUV“

Ist der Ami ein Anti-SUV? Nun, ja und nein. Der kleine Stromer nimmt weit weniger Raum als die beliebten Riesenautos ein und kostet deutlich weniger in der Anschaffung und im Betrieb. Allerdings bietet er auch weit weniger Komfort und Luxus als ein SUV.

Bedenkt man aber, dass Autos vor allem in der Stadt in der Regel 23 Stunden am Tag herumstehen und dass meist nur eine Person damit fährt, wäre es ein großer Gewinn für die Städte, würden mehr Menschen solch ein kleines Gefährt nutzen. In Paris ist der Ami bereits Teil der Carsharing-Flotte der Citroën-Tochter Free2Move.

Ein solches E‑Kleinstfahrzeug ist selbstredend nicht für alle die richtige Wahl, allerdings gibt es noch etwas zwischen einem Ami und den großen SUV. Citroën etwa bietet mit dem ë‑C3 ein E‑Auto für etwa 25.000 Euro an, auch VW werkelt an dem Kleinauto ID 2 All, das wohl 2025 erscheinen, aber erst 2026 in größerer Stückzahl gefertigt werden soll. Preislich näher am Ami ist der Dacia Spring, der derzeit nur um die 13.000 Euro kostet.

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* Hinweis: Die Testfahrt erfolgte bereits 2020, seitdem hat der Hersteller aber nichts an dem Fahrzeug geändert, die Angaben sind daher immer noch aktuell. 

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Kommentare (10)

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Doc Who

Verkehrshindernis aus Plastik wieder etwas für die Weltmeere. Dein Danke. Wenn das Teil wenigstens ein attraktiveres respektive futuristischeres Design bieten würde und nicht wie „Toys are us“ zudem voll autonom fahren würde… aber mit 45 km/h ins Umland? Nicht mal dafür taugt das Teil.

Titus von Unhold

„aber mit 45 km/h ins Umland? Nicht mal dafür taugt das Teil.“

Thx for the Information, Cptn Obvius!

Mensch, ein reines Stadtauto, welches wirklich nur für die Stadt entwickelt wurde weil moderne Mobilitätskonzepte eine Fahrt in das Umland mit einem (eigenen) PKW aus ökologischen nicht vorsehen, entpuppt sich als reines Stadtauto mit dem eine Fahrt in das Umland nicht wirklich möglich ist. Das konnte wirklich niemand ahnen.

Franz

Ohne Knautschzone. Da hätte man sich auch die zweite Tür einsparen können. Einfach vorne eine Türe wie beim BMW-Isetta

T.Lies

Werde mir auf jedenfall einen AMI kaufen sobald das möglich ist. Ist eine schöne Ergänzung zu meinem Silence S01 und meinem Yadeo G5 E-Roller. Bei schlechtem Wetter ist so ein AMI gold wert. Habe nach 5 Jahren gerade meinen Renault Twizy verkauft.
Danke an Citroen für soviel Mut dieses kleine Fahrzeug zu bauen.

Strauss

Sollte mind. 65 KMh laufen. Akku für 150 Km

Charly

Der Autor soll sich mal die Abmessungen der gängigen SUV ansehen, dann würde er nicht den Schwachsinn von Riesen-SUV schreiben.

Robin H. Grinch

Warum in der Stadt ein Plastikauto fahren? Gibts den ÖPNV nicht mehr?

Hel

Und wieder die unsäglichen 45 km/h… Der/die Gesetzgeber, der/die den Blödsinn verbrochen hat/haben, sollte/n ´mal ein paar Tage gezwungen werden, sich damit im Berufsverkehr zu bewegen…
Da waren die in der DDR wesentlich realitätsnaher: da durfte ein Moped 60 km/h schnell sein.

KF

Wieder sind ausschliesslich SUV’s für verstopfte Innenstädte verantwortlich. Der Automarkt stellt noch andere Fahrzeuge in SUV-Dimensionen zur Verfügung. Kopf einschalten!

H. R. Müller

Der AMI sollte 50 kmh und 120 km Reichweite haben

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