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Warum wir noch keine Roboter-Butler zu Hause haben

KI-Tools erleichtern vielen Menschen schon heute den Alltag. Aber bis ein KI-Roboter unsere Spülmaschine ausräumt, wird es wohl noch laaaaaange dauern.

4 Min.
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Ein Roboter als Butler wäre schon was feines. Nur braucht es dafür noch ein wenig Zeit - und viel Geld (Bild: ViDI Studio/ Evgeny Haritonov/ Shutterstock).

Die Roboter-Butler stehen gefühlt schon vor der Tür. 2024 haben sowohl LG als auch Samsung auf der CES smarte KI-Roboter für den Haushalt präsentiert. Auch die Zahl der digitalen KI-Assistenten steigt seit knapp einem Jahr dauerhaft an. Bis es allerdings einen echten Roboter-Butler geben wird, wird es wohl noch ein wenig (lange) dauern. Wieso ist die Technologie so weit entfernt, wenn sie doch so nah wirkt?

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Der Stand der Technik

Sowohl die Roboter von LG als auch die von Samsung wirken vielversprechend. Im Werbevideo von Ballie kann der runde Heimassistent Textnachrichten und Videos verschicken, Smartdevices steuern oder auch als Office-Gadget fungieren. Auch der LG-Bot interagiert mit deinem Smarthome-Hub, patrouilliert durch deine vier Wände und meldet dir ungewöhnliche Aktivitäten. Der Haken: Beide Geräte können deine smarte Spülmaschine (wenn du eine hast) zwar ansteuern. Einräumen musst du das dreckige Geschirr trotzdem noch selber. Zusätzlich gibt es für beide Roboter bislang noch kein Datum für den Markteintritt.

Spülmaschine ausräumen, den Einkauf einräumen oder die dreckige Wäsche sortieren – die lästigen Aufgaben des Alltags lassen sich bislang nicht von einem smarten Roboter erledigen. Etwas näher kommt dem wohl der Roboter Figure01. In einem Vorstellungsvideo erkennt man, wieso der mit OpenAI betriebene Humanoid einem Butler mehr ähnelt. Bittet man ihn um etwas zu essen, dann reicht er im Video einen Apfel. Zusätzlich erklärt er, warum er diese Entscheidung getroffen hat, während er etwas Müll in einen Mülleimer wirft. Dann räumt er einige Teller weg. Die Demo wirkt zwar vielversprechend, jedoch kann Figure 01 noch nicht wirklich laufen und hält sich an eine geskriptete Routine.

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Bis Figure 01 uns eine neue Klorolle bringen kann, während wir auf der Toilette sitzen, braucht es also auch noch Zeit. Denn bis die Roboter-Butler kommen, gibt es noch viele Hürden zu überwinden. Auch der Autor Mike Pearl beschäftigt sich in seinem Artikel für das Magazin Mashable mit den größten Hindernissen, die es auf dem Weg zum digitalen Butler zu überwinden gilt.

Einfaches ist schwierig

Das erste Argument, das Pearl nennt, ist auch als Moravecs Paradox bekannt. Das besagt, dass Dinge, die für den Menschen einfach sind, für Roboter schwieriger sind – und umgekehrt. Ein gutes Beispiel ist dafür der Atlas-Roboter von Boston Dynamics. Der wirkt in Videos immerhin souverän bei komplizierten Parcours, was nicht wirklich roboterhaft ist. Was viele nicht sehen, sind die vielen Fehler-Videos, bei denen Atlas stürzt, stolpert oder Dinge fallen lässt.

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Was in einemTestvideo in Ordnung ist, wäre im Haushalt fatal: Niemand möchte in die Küche kommen, nur um zu sehen, dass der Butler-Roboter die Schranktür herausgerissen hat oder gestürzt ist und Omas teures Geschirr auf dem Gewissen hat.

Roboter sind tollpatschig

Weg vom Parcour-Roboter hin zum Fließband: Denn hier findet Pearl das zweite Problem für den Roboter-Butler, was sich mit „Unsicherheit“ und „Tollpatschigkeit“ zusammenfassen lässt. Das Argument: Roboter haben nur einen limitierten Zugriff auf ihre Umwelt, sie haben keine Haptik und kein Verständnis von physikalischen Gesetzen. Bei routinierter Fließbandarbeit heißt das, dass ein Roboter nur schwer erkennt, ob er gerade etwas falsch macht. Gutes Beispiel dafür ist dieser Hotdog-Roboter: Statt zu merken, dass die Wurst nicht im Brötchen steckt, zieht er einfach sein Programm weiter durch. Die Kund:innen, die das Ganze filmen, erhalten am Ende nur das mickrige Würstchen ohne alles. Bis solche Arbeiten fehlerfrei ausgeführt werden können, wird wohl noch viel Zeit vergehen.

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Roboter sind, nun ja … beschränkt

Pearls drittes Argument bezieht sich auf die Bau- und Denkweisen von Robotern. Die seien häufig auf nur eine Aufgabe beschränkt. Als Beispiel nennt der Autor einen Sicherheits-Bot in der Supermarktkette Stop & Shop. Das Gerät sollte in den Ladenzeilen Unordnung und Gefahren finden. Häufig hat der Roboter lediglich vor kleinem Gerümpel wie Taschentüchern oder Flaschendeckeln gestanden und alle im Store vor der großen Gefahr gewarnt. Für die Ladenkette war das eher lästig als wirklich hilfreich und so ist der Stop-&-Shop-Roboter heute nicht mehr Teil des Repertoires.

Das Problem am Store-Roboter ist nicht nur, dass er nur eine Aufgabe erledigen kann, sondern auch das fehlende Feingefühl. Ein funktionierender Butler-Bot braucht genau diese Feinheit – und das nicht nur bei einer Aufgabe. Auch die anfangs erwähnten Haushaltsroboter von Samsung und LG werden uns maximal eine Handvoll Aufgaben wirklich abnehmen können.

Und der Preis?

Zuletzt sorgt sich Pearl um den Preis der Roboter-Butler. Sie könnten nämlich teurer als so mancher Kleinwagen sein. Als Beispiel nennt der Autor Roboter, die jetzt schon im Handel erhältlich sind. So kostete der Spot-Roboter von Boston Dynamics bei der Markteinführung vor vier Jahren schlappe 74.000 US-Dollar. Smarte Staubsauger können von ungefähr 200 bis 1.000 Euro kosten. Elon Musks Tesla-Bot Optimus soll ungefähr 20.000 Dollar kosten und verspricht, ein echter Haushaltshelfer zu sein. Ob das auch wirklich passieren wird, ist bei dem Wahrheitsgehalt der Aussagen des Milliardärs zumindest anzuzweifeln.

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Sollte also wirklich ein funktionierender Butler-Roboter kommen, würden Ottonormalverbraucher:innen davon wenig mitbekommen. Denn wie es auch schon bei den menschlichen Diener:innen ist, werden diese wohl eher ein Luxus der Superreichen sein.

Roboter in Action: Acht spannende Tech-Helfer im Einsatz Quelle: Diligent Robotics

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Dein t3n-Team

Michael Rhein

gerade dass Pearl Boston Dynamic als Beispiel nennt ist schon peinlich.
gerade die Jungs zeigen wie schwer das alles ist und zeigen sogar viele Fehlervideos und Übungen.

sorry Pearl hat zwar Ahnung aber die Aussage dass niemand Fehler Videos sieht ist schlichtweg falsch

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