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Europäische Städte setzen E-Scootern neue Grenzen

Während in Berlin bereits strengere Gesetze durch den Senat erlassen sind, starten auch andere europäischen Metropolen Sonderregeln für E-Scooter. Als Grund nennen sie zumeist Unfälle.

3 Min. Lesezeit
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E-Scooter des Verleihers Lime in Berlin. (Foto: t3n)

Der Free-Sharing-Branche stehen mehr Einschränkungen bevor. Damit wollen die Städte der Flut von E-Scootern entgegenwirken und Unfällen vorbeugen. Darüber berichten aktuell der Tagesspiegel und ORF. Neue Regeln in Oslo sehen etwa vor, dass die Tretroller ab September nicht mehr zwischen 23 und 5 Uhr verliehen werden dürfen. Ärzte hatten vorgerechnet, so vermeide die Stadt Hunderte von Unfällen. Zudem begrenzt die norwegische Hauptstadt die Anzahl von derzeit 25.700 auf 8.000 E-Scooter. Ähnliche Überlegungen gibt es in Köln, Düsseldorf, Wien und Paris.

Nachtfahrverbote in Köln und Düsseldorf in Planung

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In Köln denkt man ebenfalls über ein Nachtfahrverbot nach. Der E-Scooter-Verband PSM spricht von einem politischen Schnellschuss, bei dem die große Mehrheit der verantwortlich-agierenden Kunden:innen für das Fehlverhalten weniger bestraft werde. Ähnlich kommentiert die Organisation entsprechende Pläne in Düsseldorf. Man habe kürzlich ein neues Innenstadt-Konzept der Connected Mobility Düsseldorf umgesetzt, das bereits Früchte trage, schreibt PSM. Connected Mobility ist eine GmbH der Stadt, die den Verkehrswandel unterstützen soll.

Rund um das belgische Viertel will die Stadt Köln zudem Parkverbotszonen einrichten, um das betrunkene Fahren zu unterbinden. Auch hierfür liegt eine Stellungnahme des PSM vor, der kritisiert, dass diese Zonen nur für Roller und nicht für andere Sharing-Angebote gelten. Der Verband spricht sich auch gegen die komplette Sperrung am Wochenende aus, die bei der Stadtverwaltung im Gespräch ist.

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In Fahrt gekommen war die Diskussion, als bekannt wurde, dass angeblich Hunderte Roller im Rhein liegen sollen. Eine Bergungsaktion der Verleiher im Juni musste verschoben werden.

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Paris droht mit der roten Karte

Auch in Paris setzte Bürgermeisterin Anne Hidalgo die Scooter-Flut auf die Agenda. Dort behandelt man falsch abgestellte Scooter nun als Sperrmüll. Die Scooter dürfen nicht auf Gehwegen abgestellt oder benutzt werden. Die Stadt begrenzte die Anzahl der Anbieter auf drei. Sie droht zudem, die Roller ganz aus der Innenstadt zu verbannen, wenn die Probleme mit zu schnell fahrenden und falsch abgestellten Fahrzeugen andauern. Der Tod einer Passantin erschütterte die Stadt – sie war auf einem Fußweg von einem E-Scooter angefahren worden.

Berlin setzt auf Sonderzonen

Der Berliner Senat hat kürzlich eine neue Fassung des Straßengesetzes erlassen. Sie befindet sich nun im parlamentarischen Gesetzgebungsprozess und soll nächsten Herbst in Kraft treten. Darin weist die Stadt Parkplätze aus, in denen die Roller stehen dürfen – und die die Verleiher bezahlen müssen. Zudem brauchen die Betreiber künftig eine Genehmigung für das Aufstellen.

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Brüssel: Jede Woche ein Scooter-Fahrer im Krankenhaus

In der belgischen Hauptstadt Brüssel sorgte ein Bericht für Furore, laut dem jede Woche ein verletzter Roller-Nutzer in einem der Krankenhäuser behandelt werden müsse. Der Bericht führt aus, dass die meisten Unfälle tagsüber passierten und ab einer bestimmten Uhrzeit die Fahrer signifikant häufig unter Alkoholeinfluss stünden. In Brüssel darf man die Gefährte auf Gehwegen fahren, wenn man die Schrittgeschwindigkeit nicht überschreitet. Eine Studie weist darauf hin, dass das an Bord eines motorisierten Fahrzeugs fast unmöglich sei. Es gibt nun Überlegungen, für die Scooter-Nutzung eine Helmpflicht einzuführen.

Wien setzt Ordner ein

Ein Pilotprojekt in Wien reagiert auf die Beschwerden von Einzelhändlern in der Innenstadt. Sie hatten moniert, überall stünden die Fahrzeuge im Weg herum und blockierten den unbeschwerten Zugang zu ihren Geschäften. Das Projekt der örtlichen Wirtschaftskammer WKÖ und dem Anbieter Lime stellt Ordner ein, die chaotisch abgestellte Roller aufräumen. Aus Kreisen des WKÖ hört man, dass die Akteure dieses Vorgehen vorwiegend positiv bewerteten. Nach der Pilotzeit von zwei Monaten steigt damit die Chance, dass die Organisatoren es weiterführen.

Daseinsberechtigung: Energieagentur warnt vor Schnellschüssen

Der Tagesspiegel berichtet von einer Meldung der deutschen Energieagentur Dena. Darin mahnt der Verband an, die Scooter nicht vorschnell zu verbieten. Sie seien – die Pandemie-Zeit ausgeklammert – gerade Mal ein Jahr auf dem Markt. Man müsse zwar negative Effekte abstellen, aber könne den Grad der Daseinsberechtigung noch nicht abschätzen. Man verbiete das Auto ja auch nicht, obwohl es zu Unfällen komme. Die Studie der Agentur kommt zu dem Schluss, die Verbotsdiskussionen verunsicherten die Bürger und verzögerten die Umstellung ihres Mobilitätsverhaltens. Sie empfiehlt, Anzahl und Anbieter an Nachhaltigkeitskriterien zu binden. Das verbessere die CO2-Bilanz. Wenn Leute auf Mikromobilitätslösungen umsteigen, die niemals „strampeln würden“, wäre dem Klima schon geholfen, heißt es von der Agenturführung.

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Im Bundesumweltamt sieht man die Daseinsberechtigung daran geknüpft, ob die Gefährte als Ergänzung zum Nahverkehr genutzt werden, etwa von der Endhaltestelle ins Umland. Der ORF schlägt ein anderes Kriterium vor: ob die Scooter Autofahrten ersetzen. Eine Studie des deutschen Marktforschungsinstituts Civey ist jedoch zum Schluss gekommen, dass das nur in 5,4 Prozent der Fälle zutrifft. Die Dena führt dagegen an, dass der Ausbau der Radinfrastruktur und angepasste Ampelphasen auch zu einer Steigerung der Rollernutzung führen werden – wenn man sie weiter zulässt.

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4 Kommentare
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Dein t3n-Team

Klaus Neumann

Ein solches striktes Durchgreifen gegen wahnsinnige besoffene Fahrer und aggressive Rüpel, die die Strassenverkehrsordnung missachten wünsche ich mir auch bei Radfahrern. Jeden Tag werde ich auf dem Gehweg angefahren und dann auch noch zusätzlich bespuckt, beleidigt und in Schlägereien verwickelt. Anzeigen bei der Polizei bleiben ergebnislos, da die Fahrer nicht mehr ermittelbar sind. Bitte ergreift doch auch Maßnahmen gegen Radl-Rowdies !

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Frank

Stimme ich völlig zu.

Bin vor paar Wochen von einem radfahrenden Flüchtling mit einem Stinkefinger beleidigt worden, nur weil er um meinen LKW, Radübergang überkreuzte und für Ihn leider eine Wartepflicht eintrat und er glaubte er, sei ihm Recht !

Er schob dann sein Rad vor meinem Führerhaus vorbei, da fällt mir nix mehr ein und dann zeigte er mir den ausgestreckten Mittelfinger.

Die E Scooter sind nutzlose Gegenstände und hindern mehr oder weniger den Verkehr, so etwas gehört in einem Freizeitpark, das hat mit Mobilität rein überhaupt nichts zu tun. Sie dienen lediglich nur den faulen und bequemen Menschen. Und der Geldgierigen Unternehmer, man siehe Uber usw.

Antworten
Dirk Baasner

Ich besitze selbst 2 Ninebot G30D und die Kick eScooter sind für mich die akzeptable Lösung im Bereich der Innenstädte. Reden wir uns die Fahrräder doch nicht immer schön. Sie werden niemals einen wirklich nennenswerten Beitrag für die CO Reduzierung leisten. Sie sind zu gross und sperrig und die Mehrzahl der Menschen wollen ohne körperliche Anstrengung von A nach B kommen. Aussagen, das 10% der Leute den Drahtesel regelmässig benutzen beruhen für mich auf oportunen Antworten bei Befragungen. Die von mir beobachteten Verhältnisse sehen anders aus. Auf meinem Arbeitsweg als Pendeler der immerhin 28 km einfache Strecke lang ist, sehe ich höchstens mal bei schönem Wetter so 4 Radfahrer. Ausgerüstet mit Rucksack und Lenkstangenkorb am eScooter, erledige ich regelmässig meine Discontereinkäufe. Ausnahme Temperaturen unter 3 Grad oder bei Regen. Auf den Parkplätzen stehen dann 80 Autos 2 Rädern (plus meinem Scooter) gegenüber. Siehe auch China, in den 1970er jahren der Traum eines jeden Öko Verkehsplaners. 800 Millionen Radfahrer und Autos praktisch nur als Bonzenkarre. Wo sind die alle geblieben, seit dem dort Wohlstand keine Schande mehr ist. Es kann doch niemand ernsthaft glauben, das man uns hier nun zu Retro Chinesen umerziehen kann.
Ich bin in 2021 fast 2000 Km mit meinem eScooter und weitere 2000 km mit meinem Mokick eRoller gefahren und das klappte prima. Hört auf diese neuen Formen der individuellen Mobilität ständig madig zu machen 1 Verletzter Scooterfahrer pro Tag ist der grossen Retorik wert. Sofern ich richtig informiert bin, wo bleibt die relative Betrachtung von ca. 800 Toten und ca. 100000 verletzten Radfahren in der öffentlichen Warnehmung

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Dirk Baasner

Zahlenkorrektur
Im Jahr 2020 wurden 426 Radfahrer getötet und 91847 Verletzt.
Quelle: Statistisches Bundesamt

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