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Samsung Galaxy S8 (Plus) im Test: Volle Pulle Display

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Samsung Galaxy S8 Plus: Kamera wie erwartet sehr gut

Inhalt:

Auf dem Papier sind die Hauptkameras des S7 und S8 baugleich, im neuen Modell werden aber aktuellere Sensoren von Samsung und Sony verbaut. (Foto: t3n)

Samsung verbaut bei seinen neuen Modellen den Spezifikationen zufolge offenbar die gleiche 12-Megapixel-Hauptkamera mit Dual-Pixel-Sensor, f/1.7-Blende und 1,4 Mikrometer großen Pixeln des Vorgängers. Dual-Pixel bedeutet, dass jeder einzelne Pixel der S8-Kamera für die Phasenerkennung genutzt wird. Auf diesem Wege kann der Autofokus rasend schnell scharf stellen. Im Test erweist sich die Geschwindigkeit des Autofokus auch auch als äußerst hoch – Objekte werden stets schnell scharf gestellt. Selbstredend ist weiterhin ein optischer Bildstabilisator an Bord.

Nicht nur der Autofokus ist schnell, sondern auch die Kamera selbst lässt sich im Nu per Doppelklick auf den Powerbutton aktivieren. Beim S7 (Edge) wurde noch der Homebutton dafür genutzt, der ist aber bekanntlich Geschichte. Über den Powerbutton könnt ihr übrigens in der aktiven Kamera-App per Doppelklick zwischen Haupt- und Frontkamera blitzschnell wechseln – praktisch. Die Frontkamera besitzt acht Megapixel, eine F/1.7-Blende und Autofokus.

Auch bei Dunkelheit produziert die Kamera sehr ordentliche Fotos. (Foto: t3n)

Angesichts der Nähe der Kameraausstattung zum Galaxy S7 (Edge) kann von der Bildqualität nur Positives erwartet werden, denn schon mit dem S8-Vorgänger konnten sehr gute Resultate selbst bei Dunkelheit erzielt werden. Die Farben sind knackig, aber nicht übertrieben, die Detailschärfe der Bilder kann sich ebenso sehen lassen, der Weißabgleich ist auch gut. Videos lassen sich optional mit bis zu 4K aufnehmen, wobei standardmäßig Full-HD-Qualität aktiviert ist.

Der Powerbutton dient auch zur Aktivierung der Kamera. (Foto: t3n)

Bei der Kamera-App hat Samsung auch kaum Neues integriert. Sie ähnelt im Großen und Ganzen der S7-Software, besitzt nun aber einen Snapchat-ähnlichen Filter, mit dem ihr eure Selfies mit Nachrichten und Masken in Echtzeit verzieren könnt, wenn ihr denn wollt. Ferner sind ein Pro-Modus, zur manuellen Anpassung diverser Einstellungen und RAW-Option, weitere Filter, Zeitlupe, Panorama, Hyperlapse und ein paar weitere Optionen in der App nutzbar. Mit dem Automatik-Modus und der Auto-HDR-Funktion bekommt man aber schon äußerst gute Resultate gezaubert.

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Samsung Galaxy S8 Plus: Grace-UX-Software und Bixby

So sieht die Nutzeroberfläche des Samsung Galaxy s8 aus. (Screenshot: t3n)

So sieht die Nutzeroberfläche des Samsung Galaxy S8 aus. (Screenshot: t3n)

Samsungs Nutzeroberfläche Grace UI wurde für das Galaxy S8 (Plus) neu gestaltet und wirkt luftiger und frischer denn je. Sie passt optisch ideal zum futuristisch erscheinenden Smartphone. Die App-Icons sind abgerundet, Samsungs Apps besitzen neue, optisch reduzierte Piktogramme. Die Onscreen-Navigations-Buttons unterscheiden sich von den durch Google empfohlenen, sind aber klar als solche erkenntlich. Standardmäßig erscheinen sie in der Samsung-typischen Reihenfolge, in den Einstellungen könnt ihr sie aber „richtig“ drehen: Der Zurück-Button gehört einfach nach Links, der „Recents“-Button auf die rechte Seite.  Der mittige Homebutton besitzt ähnlich wie Apples iPhone-Homebutton ein haptisches Feedback bei beherztem Druck. Weshalb Samsung dieses Feature integriert hat, ist nicht ganz nachvollziehbar, denn eine wichtige Funktion scheint nicht damit verbunden zu sein. Es scheint nur als Indikator für die Position des Buttons zu dienen. Ein sanfter Langdruck auf den Button startet übrigens den Google Assistant, ein Tap auf das auf dem Homescreen liegende Google-Widget bringt euch zum „Google Feed“, ehemals Google Now.

Der App-Drawer des Samsung Galaxy S8 Plus. (Foto: t3n)

Aber nicht nur die Buttons, sondern der komplette Launcher wurde überarbeitet: Der App-Drawer-Button wurde gestrichen, in die App-Übersicht gelangt ihr ähnlich wie bei Googles Pixel-Launcher mit einem Wisch nach oben oder unten über das Display. Die Navigation durch die App-Übersicht erfolgt durch vertikale Wischgesten. Falls ihr die alte Navigation zurückhaben wollt: In den Systemeinstellungen könnt ihr sie reaktivieren. Allgemein lässt sich festhalten, dass Samsungs-UI sich in die richtige Richtung bewegt, die an vielen Stellen gut durchdacht ist.

Was ist mit Bixby?

Bixby lässt noch auf sich warten … (Bild: Samsung)

Eine der herausragenden Funktionen des Samsung Galaxy S8 ist der neue hauseigene smarte Assistent Bixby. Die Software soll dem Nutzer helfend beiseite stehen und Funktionen des Smartphones per Sprachsteuerung ausführen. Zur Aktivierung könntet ihr entweder „Hello Bixby“ sagen, oder den Hardware-Button nutzen, der unterhalb der Lautstärkewippe verortet ist. Wir schreiben bewusst im Konjunktiv II, da Samsung sich mit der Entwicklung seines Assistenten offensichtlich gehörig verkalkuliert hat, denn dieser steht bis auf Weiteres weder auf Englisch noch auf Deutsch zur Verfügung.

Beim Druck auf den Bixby-Button erscheint zurzeit nur ein Fenster mit Informationen, bestehend aus einer Übersicht tagesaktueller Termine, dem Wetter, Nachrichten via Samsungs Nachrichten-App Upday und Erinnerungen. Den Großteil dieser Informationen erhaltet ihr auch per Google Now – mittlerweile „Feed“. Ein Alleinstellungsmerkmal ist das fürwahr nicht.

Mit dem Knopf unter der Lautstärkewippe kann Bixby gestartet werden – wenn die Anwendung dann verfügbar ist. (Foto: t3n)

Bixby ist auch in die Kamera integriert – ein Tap auf den entsprechenden Button aktiviert Bixby Vision. Die Anwendung kann euch dabei helfen, nach Produkten aus dem Internet zu suchen und sie über die App zu kaufen. Interessant: Die angezeigten Bildempfehlungen stammen nicht von Google, sondern von Pinterest. Bixby Vision kann Produkte nicht nur über den Barcode erkennen, sondern auch über die Objekterkennung. Neu ist das Ganze aber nicht: Googles Goggles-App beherrscht das schon seit Jahren.

Bixby-Vision soll Objekte erkennen können – das funktioniert oft auch recht zuverlässig, aber nicht immer. (Screenshot: t3n)

Mit dem vollen Funktionsumfang auf Deutsch sollen wir nicht vor dem vierten Quartal dieses Jahres rechnen können. Ob sich das Warten auf Bixby dann lohnt und der dedizierte Button tatsächlich notwendig ist, muss sich dann herausstellen. Mindestens bis dahin sollte Samsung Nutzern die Möglichkeit bieten, den Knopf nach eigenen Wünschen zu belegen. Aber gerade hierbei stellen die Südkoreaner sich quer: Mit einer kleinen App namens Flar2 gäbe es schon die Option der Umprogrammierung, Samsung hat diese Möglichkeit mit einem Software-Update aber gesperrt. Somit dürfte der Button fürs Erste weitgehend funktionslos bleiben. Nachvollziehbar ist das nicht.

Fazit: Samsung Galaxy S8 (Plus) auch ohne Bixby ein Top-Smartphone

Mit oder ohne Bixby: Mit dem Samsung Galaxy S8 (Plus) zeigt der Branchenprimus, wie ein außerordentlich gut verarbeitetes und hübsches Smartphone gebaut wird. Nicht nur das: Die neuen Modelle dürften andere Hersteller inspirieren, dem Volldisplay-Design nachzueifern und Geräte zu bauen, die viel Display auf möglichst wenig Raum unterbringen können. Sicherlich gibt es mit dem Xiaomi Mi Mix oder dem Sharp Aquos Crystal schon Geräte nahezu ohne Rand, beide Geräte kommen an das raffinierte, edle und kompakte Design mit dem abgerundeten Display aber nicht heran. Hier setzt Samsung neue Maßstäbe.

Dass Samsung beim Galaxy S8 in erster Linie auf Design, weniger auf die Integration der Sicherheits-Features geachtet hat ist ärgerlich. Gerade beim S8 Plus ist der Fingerabdrucksensor wegen seines langgezogenen Gehäuses äußerst schwer zu erreichen, Irisscanner und Gesichtserkennung funktionieren zwar, erweisen sich aber als wenig alltagstauglich. Über Bixby muss man an dieser Stelle kein Wort mehr verlieren – dieses Feature kann erst bewertet werden, wenn es tatsächlich nutzbar ist.

Abgesehen von diesen Kritikpunkten ist das Galaxy S8 ein sehr gutes und empfehlenswertes Smartphone, das eine Menge Spaß bereitet. Falls ihr mit dem Gedanken spielen solltet, eines der neuen Galaxy-S8-Modelle zu kaufen: greift besser zum kleineren Modell. Es liegt besser in der Hand und der Fingerabdrucksensor ist leichter zu erreichen. Darüber hinaus ist es 100 Euro günstiger als das 6,2-Zoll-Modell. Noch zu teuer? Dann wartet entweder ein bis zwei Monate, bis der Straßenpreis etwas gefallen ist, greift zu den Vorgängermodellen oder schaut euch bei der Konkurrenz um: Das 599 Euro teure Huawei P10 (Test) besitzt auch eine sehr gute Kamera, das Display ist aber deutlich kleiner, dafür befindet sich der Fingerabdrucksensor an einer gut erreichbaren Stelle. Ihr braucht ein größeres Display? Dann schaut euch das Mate 9 (Test) oder das LG G6 an.

Positiv:

  • Tadellos verarbeitet
  • Tolles Display und Design
  • Starke Performance
  • Top Kamera
  • Wasser- und Staubdicht
  • Kabellos aufladbar

Contra:

  • Fingerabdrucksensor suboptimal positioniert
  • Irisscanner und Gesichtserkennung nur bedingt alltagstauglich
  • mittelmäßige Akkulaufzeit
  • Deutsches Bixby kommt erst in Q4 2017
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2 Kommentare
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Moinsen,
also mir ist da was aufgefallen, kann aber auch sein dass ich was übersehen habe.
Ihr zeigt ja eine Bildergalerie mit Beispielfotos welche ihr mit dem Handy aufgenommen habt.
Hier wäre es ganz schön die Bilder nicht auf die Webseite runter zu skalieren oder, falls doch, zumindest einen Link zu den Originalen hinzuzufügen.

Zumindest bei mir ist es ein wichtiges Kaufargument dass die Kamera was kann und das ist auf den skalierten Bilder nicht 100% ersichtlich..
Kann wie gesagt auch sein dass ich was übersehen habe oder generell einfach unrecht habe.

Trotzdem noch n schönen Sonntag ;)

Antworten
Andreas Floemer

Bei älteren Tests hatte ich eigentlich stets einen Link zu den Originalbildern eingefügt.
Füt die S8-Fotos reiche ich den jetzt erstmal an dieser Stelle nach. Werde ihn morgen in den Artikel einbauen: https://goo.gl/photos/rCWRn2EYLCyVM7Dq9

Schönen Sonntag noch.

Antworten

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