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Shiba Inu Coin: Das steckt hinter dem vermeintlichen „Dogecoin-Killer“

Dogecoin ist längst nicht mehr die einzige Meme-Währung. Viel Aufmerksamkeit hat in letzter Zeit auch der Shiba Inu Coin erhalten. Wir verraten euch, was dahintersteckt.

4 Min. Lesezeit
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Dogecoin ist nicht die einzige Kryptowährung, die einen Shiba als Logo hat. (Foto: Shutterstock.com)

Sie tragen Namen wie Dogelon Mars, Chihua Token, Corgi Inu oder Australian Safe Shepherd: Nachdem sich Dogecoin von einer Parodie auf Bitcoin und verschiedene Altcoins zeitweise zu einer der größten Kryptowährungen gemausert hat, sind eine ganze Reihe von Nachahmern auf den Plan getreten. Ein vergleichsweise populärer Vertreter dieser neuen Hundewährungen ist der Shiba Inu Coin, der erst vor etwa neun Monaten entstanden ist und von seinem anonymen Schöpfer vollmundig als Dogecoin-Killer bezeichnet wird.

Wie unterscheiden sich Shiba Inu Coin und Dogecoin?

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Shiba Inu ist die japanische Hunderasse, die auch die Vorlage für das Doge-Meme bildet. Aus technischer Sicht unterscheiden sich Dogecoin und Shiba Inu Coin allerdings deutlich. Während Dogecoin eine angepasste Variante der Kryptowährung Litecoin darstellt, ist der Shiba Inu Coin ein ERC-20-Token und basiert damit auf der Ethereum-Blockchain.

Shiba Inu Coin: Welche Verbindung besteht zum Ethereum-Erfinder?

Wer eine neue Kryptowährung an den Markt bringt, behält üblicherweise einen Teil der Coins für sich, um von einem späteren Erfolg profitieren zu können. Das wiederum führt allerdings zu ungewissen Unsicherheiten, weil sich ein späterer Verkauf des Bestands negativ auf den Kurs auswirken könnte.

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Ein Beispiel für ein solches Risiko wäre der Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto. Der besitzt nach wie vor Bitcoins im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar. Der Kryptomarktplatz Coinbase bezeichnete diesen Umstand daher in ihrem Börsenprospekt als ein Risiko für den Bitcoin, denn ein Verkauf durch Nakamoto könnte im Zweifel zu einem massiven Wertverfall der Kryptowährung führen.

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Der unter dem Pseudonym Ryoshi agierende Shiba-Inu-Coin-Erfinder will das bei seinem Token nach eigenen Angaben ausschließen. Daher habe er selbst keine Coins einbehalten. Stattdessen seien 50 Prozent des Coin-Bestands als Liquiditätspool an die dezentrale Handelsplattform Uniswap übertragen worden. Die Schlüssel dafür habe man weggeschmissen, heißt es. Ob das stimmt, lässt sich allerdings kaum überprüfen.

Die andere Hälfte des Coin-Bestands wurde an Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin übertragen. Das eine gewisse Anzahl an Token von neuen Kryptoprojekten an Buterin übertragen werden, ist nicht unüblich. Die Macher erhoffen sich damit vermutlich einen gewissen Marketing-Push. Allerdings hatte Buterin ganz offensichtlich keine Lust, so viel Macht über den Shiba-Inu-Markt zu verfügen.

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Nachdem Buterin zunächst Shiba Inu Coins im Wert von einer Milliarde Dollar an ein indisches Coronahilfsprojekt gespendet hatte, „verbrannte“ der Ethereum-Erfinder den Großteil seiner Bestände. 90 Prozent seiner verbliebenen Shiba-Inu-Tokens sendete er dazu an eine unbrauchbare Wallet, wodurch die Coins nicht mehr nutzbar sind. Den Rest will Buterin ebenfalls spenden. Außerdem hat Buterin darum gebeten, ihm in Zukunft nicht mehr ungefragt Token zukommen zu lassen.

Shibaswap, Leash und Bone: Dezentraler Handelsplatz und 2 weitere Token

Der Gesamtbestand an Shiba Inu Coins ist alles andere als übermäßig begrenzt. Insgesamt eine Billiarde Token haben die Macher nach eigenen Angaben generiert. Zum Vergleich: Selbst wenn alle Bitcoins geschürft wurden, wird es maximal 21 Millionen davon geben.

Neben dem massenhaft generierten Shiba Inu Coins soll es aber noch zwei weitere Token des Projekts geben, die jeweils in deutlich geringeren Stückzahlen vorliegen sollen. Der erste dieser Token nennt sich Leash, also das englische Wort für Leine, und ist auf knapp über 100.000 Token begrenzt. Ursprünglich sollte dieser Token an den Wert des großen Vorbilds Dogecoin gekoppelt werden. Allerdings wurde diese Idee später verworfen und es handelt sich jetzt um einen regulären ERC-20-Token.

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Der dritte Token der Shiba-Inu-Macher nennt sich Bone und soll exklusiv auf dem projekteigenen dezentralen Marktplatz Shibaswap angeboten werden. Allerdings ist unklar, wie die Macher den Handel auf Uniswap verhindern wollen, wenn es sich dabei ebenfalls um einen ERC-20-Token handeln sollte. Außerdem gibt es keine Informationen dazu, wann Shibaswap online gehen soll. Insgesamt sollen später 250 Millionen Bone-Token in Zirkulation gehen.

Besitzer des geplanten Bone-Tokens sollen die Möglichkeit erhalten, über die Weiterentwicklung des Shiba-Inu-Coins mitzuentscheiden. Darüber hinaus will das Projekt nach eigenen Angaben mit Shibaswap auch in den derzeit beliebten Handel mit NFT einsteigen.

Shiba Inu Coin: Ist die Hundewährung ein sinnvolles Investment?

Während sich Shiba-Inu-Besitzer auf Reddit und Twitter mit Memes gegenseitig zum Kauf animieren, sehen einige Kritiker den Token eher skeptisch. Ben Caselin, der Forschungschef der Kryptobörse AAX, urteilt im Wirtschaftsmagazin Fortune: „Der Hype um Meme-Münzen wie Shiba ist kein finanzielles, sondern ein soziales Phänomen.“

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Ebenfalls interessant: Dogecoin: Warum du dir eine Investition in die Spaßwährung gut überlegen solltest

Der Krypto-Analyst Steve Walters moniert wiederum, dass das als „Woofpaper“ bezeichnet Whitepaper des Projekts erst Monate nach dem Start veröffentlicht wurde. Außerdem sei es vor allem ein Marketingprospekt für die geplante dezentrale Börse und enthalte kaum Informationen zu dem eigentlichen Nutzen des Tokens.

Auch der Krypto-Experte Antony Portno ist skeptisch und erklärt gegenüber der britischen Sun: „Während Dogecoin einen tatsächlichen Wert als die eine ‚Spaßmünze‘ hat, ist Shiba Inu ein weitaus manipulativerer und zynischerer Vermögenswert.“ Seiner Meinung nach wurde der Token deswegen in einer so hohen Menge erzeugt, damit ihn unbedarfte Kryptokäufer als günstigere Alternative zum Dogecoin wahrnehmen. „Es ist auch sehr unklar, wer hinter der Münze steckt und was die zirkulierende Menge ist, was beides Warnhinweise für jeden vernünftigen Investor sind.“

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