Anzeige
Anzeige
News
Artikel merken

Nicht ob, sondern wann: Spotify erhöht Preise in Deutschland

Spotify-Kunden erhalten seit Donnerstag E-Mails, die über veränderte Nutzungsbedingungen informieren. Die treten nach 30 Tagen in Kraft und beinhalten einen Passus, der flexiblere Preiserhöhungen erlaubt.

3 Min. Lesezeit
Anzeige
Anzeige

Teurer ab August? Spotify bereitet Preiserhöhung vor. (Foto: Masterpiece / Shutterstock)

Es ist eine lange E-Mail, die Spotify seinen Kunden schickt. Darin informiert der Dienst über Veränderungen an seinen Nutzungsbedingungen. Die habe man nun übersichtlicher gestaltet und lesbar gestrafft. In acht Spiegelpunkten erklärt der Dienst die Änderungen grob.

Spotify fügt Preisanpassungsklausel in Nutzungsbedingungen ein

Anzeige
Anzeige

Interessant ist dabei vor allem Punkt 6. Ziemlich weit unten in der Kunden-E-Mail informiert Spotify, dass man sich vorbehalten habe, „bei steigenden Gesamtkosten für die Spotify-Dienste eine Anpassung der Abogebühren vorzunehmen, damit Du auch in Zukunft weiterhin in den Genuss unseres vollen Streaming-Erlebnisses kommst“.

Dieser bislang vollständig fehlende Passus dürfte als deutlicher Hinweis auf eine bevorstehende Preissteigerung zu werten sein. Um juristische Probleme zu vermeiden, musste Spotify sich die Möglichkeit der Preiserhöhung überhaupt erst einmal erlauben. Inwieweit dafür eine einseitige Willenserklärung, der der Kunde innerhalb einer Frist widersprechen müsste, ausreichend ist, dürfte durchaus streitig diskutiert werden.

Anzeige
Anzeige

Butterweiche Formulierung soll Spotify Preisanpassungsrecht verschaffen

Vor allem die Formulierung des Punkts 4.3 der Neufassung der Nutzungsbedingungen dürfte zu interpretieren sein. Spotify möchte sich vorbehalten, „nach billigem Ermessen die Abonnementgebühren und sonstigen Preise ändern“ zu können, „um die gestiegenen Gesamtkosten für die Bereitstellung der Spotify-Dienste auszugleichen“.

Anzeige
Anzeige

Und „Spotify kann etwa eine Preiserhöhung erwägen, wenn z.B. die Kosten für Inhalte, die Kosten für die IT-Infrastruktur von Spotify und die allgemeinen Gemeinkosten steigen, was zu einer Erhöhung der Gesamtkosten für die Bereitstellung der Spotify-Dienste führt.“

Das Wörtchen „etwa“ ist so zu lesen, dass die Aufzählung möglicher Gründe nicht als abschließend betrachtet werden kann. Mit anderen Worten: Spotify will nach Gusto Preise ansetzen können.

Anzeige
Anzeige

Negativbeispiel: Netflix unterliegt vor Gericht

Mit einem ähnlichen Ansinnen hatte sich Netflix im Dezember 2019 eine blutige Nase beim Kammergericht Berlin geholt. Netflix hatte sich Preiserhöhungen für sein Angebot vorbehalten, aber nicht erklärt, wie, wann und warum es zu solchen Erhöhungen kommen könnte. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatte den Streaming-Riesen daraufhin wegen verschiedener Verstöße gegen das Bürgerliche Gesetzbuch verklagt und vollumfänglich Recht bekommen (Urteil als PDF).

Fazit des Urteils: Ein Streaming-Dienst muss eine Preiserhöhung glaubhaft und nachvollziehbar begründen können. Eine bloße Ankündigung, es könne passieren, reicht nicht.

30 Tage Zeit: Wer nicht zustimmt, fliegt?

Nachdem Spotify nun seine Kunden über die neuen Bedingungen informiert hat, haben die bis zum 30. Juni 2021 die Möglichkeit, ihre Zustimmung zu verweigern. Für diesen Fall weist Netflix auf sein Sonderkündigungsrecht hin.

Anzeige
Anzeige

Nach Ablauf der Frist, also in (vorläufiger) Gültigkeit der neuen Bedingungen, dürfte Spotify alsbald seine Preiserhöhung verkünden, die dann wiederum nach 30 Tagen und zum Beginn der nächsten Abrechnungsperiode vollzogen werden würde. Mit anderen Worten: Ab August wird das Streamen teurer – voraussichtlich.

So sehen die Preise in anderen europäischen Ländern aus

In anderen europäischen Ländern bestehen Schutzregelungen wie jene zur Preisanpassungsklausel des BGB nicht. Dort hat Spotify die Preiserhöhung bereits umgesetzt. Die meisten Abos werden dabei um einen Euro teurer. Die Kosten für das Premium-Abo steigen von 10 auf 11 Euro pro Monat. Spotify Duo steigt wohl von 13 auf 14 Euro. Das Familien-Abo dürfte sich indes um drei Euro auf 18 Euro pro Monat verteuern.

Nachdem die letzte Preiserhöhung in Deutschland gut acht Jahre her ist, dürfte der Dienst selbst im Streitfall gute Argumente haben, die moderat steigenden Preis zu erläutern. Immerhin sind seitdem etliche Features und etliche Künstler mit ihren Songs dazu gekommen. Seit gut zwei Jahren arbeitet Spotify an der Verstärkung seines Podcast-Portfolio und hat dafür ebenfalls einiges investiert.

Anzeige
Anzeige

Spotify Hifi: Wird der angekündigte Dienst in Audio-CD-Qualität von der kommenden Preiserhöhung umfasst sein?

Inwieweit die zu erwartende Preiserhöhung direkt das für den Herbst erwartete Angebot „Spotify Hifi“ mit Streams in Audio-CD-Qualität abdeckt, ist unklar, aber nicht unwahrscheinlich. Immerhin hatte Apple Music jüngst vorgelegt und angekündigt, seinen kompletten Katalog im Lossless-Format ohne Zusatzkosten zugänglich zu machen. Amazon hatte noch am gleichen Tag nachgelegt und auf die bisherigen Zusatzkosten für sein bereits bestehendes hochauflösendes Musikangebot verzichtet.

Mehr zu diesem Thema
Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

Anzeige
Anzeige
Schreib den ersten Kommentar!
Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!
Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Deine t3n-Crew

Anleitung zur Deaktivierung
Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder
Auf Mastodon teilen

Gib die URL deiner Mastodon-Instanz ein, um den Artikel zu teilen.

Anzeige
Anzeige