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Spotify kündigt Konten: Preiserhöhung in Deutschland steht offenbar bevor

Ende Mai hatte Spotify seine Kunden über neue Nutzungsbedingungen informiert und eine Frist zu deren Ablehnung auf den 30. Juni gesetzt. Jetzt erhalten Kunden, die abgelehnt haben, tatsächlich die Kündigung.

2 Min. Lesezeit
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Unangenehme Post von Spotify erhalten. (Bild: Fizkes / Shutterstock)

Klare Kommunikation sieht anders aus. In der langen Kunden-E-Mail, die Spotify im Frühjahr versendet hatte, hatte sich das alles recht freundlich gelesen. Die Nutzungsbedingungen habe man sich vorgenommen und sie dabei übersichtlicher gestaltet und lesbar gestrafft, so der Anbieter.

Mai-AGB hatten Preisklausel eingeführt

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Auffällig war eigentlich nur ein recht weit unten positionierter Punkt. Darin hatte Spotify einen neuen Vorbehalt formuliert, der dem Dienst erlauben würde, „bei steigenden Gesamtkosten für die Spotify-Dienste eine Anpassung der Abogebühren vorzunehmen, damit du auch in Zukunft weiterhin in den Genuss unseres vollen Streaming-Erlebnisses kommst“.

Dieser bis zu diesem Zeitpunkt vollständig fehlende Passus wurde als deutlicher Hinweis auf eine bevorstehende Preissteigerung gewertet. Formal musste sich Spotify, um juristische Probleme zu vermeiden, die Möglichkeit der Preiserhöhung überhaupt erst einmal erlauben. Das ergibt sich in Deutschland aus der sogenannten Preisanpassungsklausel nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Inwieweit Formulierungen wie jene, dass Spotify „nach billigem Ermessen die Abonnementgebühren und sonstigen Preise ändern“ können darf, dann rechtlich halten, muss sich vor Gericht erst noch erweisen.

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Spotify verschickt Kündigungen

Jedenfalls hatte Spotify diese AGB so formuliert und sie seinen Nutzerinnen und Nutzern mit der Maßgabe geschickt, ihnen bis zum 30. Juni 2021 zu widersprechen, so sie sich damit nicht einverstanden zeigen würden. Mögliche Konsequenzen hatte das Unternehmen nicht genannt, allerdings allgemein auf das bestehende Sonderkündigungsrecht verwiesen. Bei verständiger Würdigung der Umstände hätten Nutzerinnen und Nutzer aufgrund dieser Formulierung tatsächlich auch erwarten können, dass die Ablehnung Konsequenzen haben würde.

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Und so kommt es nun nicht nur im Umfeld des Verfassers dieses Beitrags zu Kontenkündigungen. Spotify teilt den betroffenen Personen per E-Mail mit, dass ihre Konten aufgrund der Ablehnung der neuen Nutzungsbedingungen zum 30. September 2021 geschlossen würden. Auch den Kollegen von Golem liegen entsprechende Mails vor.

Preiserhöhung steht wohl unmittelbar bevor

Damit dürfte sich die Vermutung bewahrheiten, dass Spotify ab dem 1. Oktober 2021 auch in Deutschland höhere Preise ansetzen wird. In anderen europäischen Ländern bestehen Schutzregelungen wie jene zur Preisanpassungsklausel des BGB nicht. Dort hatte Spotify die Preiserhöhung bereits umgesetzt. Die meisten Abos wurden dabei um einen Euro teurer.

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Für Deutschland ergäbe sich daraus, dass die Kosten für das Premium-Abo von zehn auf elf Euro pro Monat steigen könnten. Spotify Duo kostete wohl 14 statt 13 Euro, nur das Familien-Abo dürfte sich nach den Erfahrungen aus anderen Ländern eventuell sogar um drei Euro auf 18 Euro pro Monat verteuern.

Nachdem die letzte Preiserhöhung in Deutschland gut acht Jahre her ist, dürfte der Dienst selbst im Streitfall gute Argumente haben, die moderat steigenden Preis zu erläutern. Immerhin sind seitdem etliche Features und weitere Künstlerinnen und Künstler mit ihren Songs dazugekommen. Seit gut zwei Jahren arbeitet Spotify an der Verstärkung seines Podcast-Portfolio und hat dafür ebenfalls einiges investiert.

Kommt in diesem Zuge Spotify Hifi?

Denkbar scheint, dass die zu erwartende Preiserhöhung direkt das für den Herbst erwartete Angebot „Spotify Hifi“ mit Streams in Audio-CD-Qualität abdeckt. Hier hinkt Spotify inzwischen Monate hinterher. Sowohl Apple Music wie auch Amazon Music haben ihre Lossless-Mediatheken bereits verfügbar gemacht und dafür nicht einmal die Preise erhöht. Da ist es kaum vorstellbar, dass Spotify-Kunden zuerst eine allgemeine Preiserhöhung akzeptieren, um dann einige Zeit später eine weitere Erhöhung wegen des Hifi-Angebots abzunicken.

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2 Kommentare
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Dein t3n-Team

Klaus

Da ist die Sache doch recht einfach: Spotify den Rücken kehren und zur Konkurrenz gehen. Apple Music und Amazon bieten ja entsprechende Leistungen

Antworten
Jana

Ich habe noch ein uralter „Unlimited“-Abo für 4,99 Euro im Monat.
„Natürlich“ habe ich die AGB-Änderung nicht gelesen und auch dementsprechend nicht widersprochen.
Heute kam per Mail eine „Wichtige Informationen zu Spotify Unlimited“
Inhalt:

„Hallo,

wir möchten dich darüber informieren, dass wir deinen aktuellen Abo-Typen, Spotify Unlimited, einstellen.

Bis zum nächsten Abrechnungsdatum ändert sich nichts. Danach stellen wir dein Konto auf unseren kostenlosen, werbefinanzierten Dienst um. Wann genau das passiert, siehst du in deiner Spotify Kontoübersicht unter Dein Abo.

Wir bieten Spotify Unlimited nicht mehr an, aber du kannst ein anderes Premium Abo abschließen. Unter https://www.spotify.com/de/premium/ findest du Infos zu allen Abos.

Lies dir unsere Nutzungsbedingungen durch. Möchtest du dein Spotify Unlimited Abo selbst kündigen? Hier erfährst du, wie.

Dein Spotify Team“

Im Konto selbst steht davon nichts drin. Da steht nur drin, bis wann der aktuelle Abrechnungszeitraum läuft. Dass danach das Abo erlischt, kann man nur der o.g. E-Mail entnehmen.

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