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Terraforming auf dem Mars: So soll sich der rote Planet selbst umformen

„Der Mars wird sich selbst umformen“, so die Hoffnung des scheidenden Nasa-Wissenschaftschefs Jim Green. Ganz ohne menschliche Hilfestellung wird das aber nicht funktionieren.

2 Min. Lesezeit
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Wo aktuell noch unwirtliche Steinlandschaften dominieren, könnte irgendwann (wieder) Wasser fließen. (Foto: Nasa)

Jim Green hat mit dem Beginn von 2022 seinen Posten als leitender Wissenschaftler der amerikanischen Raumfahrtbehörde verlassen, um in den Ruhestand zu gehen. Er kann auf eine stattliche Karriere zurückblicken: 42 Jahre bei der Nasa und mehr als 125 wissenschaftliche Artikel, die veröffentlicht wurden.

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Eines der Hauptthemen, mit denen sich der Astrophysiker im Lauf der Zeit beschäftigt hat, sind magnetosphärische Eigenschaften. Und genau die nehmen eine wesentliche Rolle ein, wenn es darum geht, wie sich der Mars für die Menschheit zugänglicher machen ließe.

Gegenüber der New York Times erzählte Green zum Ende seiner Dienstzeit also nicht nur von seiner Suche nach außerirdischem Leben, sondern erläuterte auch sein Konzept, die Atmosphäre des roten Planeten zu verbessern, um eine Veränderung der Marsoberfläche anzuregen. Teil des Plans: eine Art überdimensionaler Regenschirm.

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Mars-Umformung: Alles eine Frage der Atmosphäre

Neu ist die Idee, über die Green im Interview spricht, an sich nicht. Schon 2017 hatte er beispielsweise gemeinsam mit anderen Forschenden einen Artikel darüber veröffentlicht, wie eine veränderte Marsatmosphäre die Bedingungen für menschliche Marserkundungen verbessern könnte.

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Im Zuge des sogenannten Planetary Vision Workshops 2050 hatte der Nasa-Experte damals die Idee von einem gigantischen Magnetschild vorgestellt, das den Mars vor Sonnenwinden schützen würde. Wäre der Einfluss der Sonnenwinde geschwächt, könnte der Mars seine Atmosphäre deutlich besser aufbauen als bislang.

Eine dichtere Atmosphäre würde dafür sorgen, dass die Durchschnittstemperatur auf dem Planeten um etwa vier Grad steigt – warm genug, um das Kohlenstoffdioxid-Eis, das die nördlichen Polkappe des roten Planeten bedeckt, zu schmelzen. Durch das dabei freigesetzte CO2 entstünde dann wiederum ein Treibhauseffekt, der weitere Eisvorkommen in Meere, Flüsse und Seen verwandeln könnte; der Mars würde sich selbst umformen.

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Terraforming kommt nicht bei allen gut an – wäre aber auch auf der Venus möglich

2017 schien das Szenario, das die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mithilfe von Simulationen nachgestellt hatten, noch ziemlich hypothetisch. Jetzt allerdings gibt sich Green überzeugt davon, dass seine Ansätze Realität werden könnten: „Es ist machbar.“ Irgendwann, so Green, könnte man vielleicht sogar Pflanzen auf dem Mars züchten. Und auch die Venus könne beispielsweise verändert werden, hier bräuchte man ein lichtabweisendes Schild.

Seine Idee für den Mars, deren Umsetzung er irgendwann in einem weiteren Paper weiter ausführen möchte, würde nicht bei allen seiner Kolleginnen und Kollegen gut ankommen, so der Astrophysiker. „Die Weltraum-Gemeinschaft ist von der Idee des Terraforming nicht begeistert.“

Einer, der Greens Entwurf aber doch etwas abgewinnen kann, ist Kosmologe Hakeem Oluseyi. Gegenüber dem Fernsehsender CNN spricht er von einem „Regenschirm für den Planeten“ – der noch in den technischen Details ausgeführt werden müsste. Würde das Magnetschild beispielsweise durch ein Raumschiff erzeugt, wäre das an einer ganz bestimmten Position zu verorten. Anhand dieser Position ließe sich letztendlich berechnen, wie viel Ablenkung tatsächlich möglich ist.

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Aber auch Oluseyi gibt zu, dass Green es mit seinem Konzept weiterhin schwer haben dürfte: Die Idee sei eine relativ neue, passe nirgendwo so richtig rein. „Es spielt eigentlich keine Rolle, was deine neue Idee ist. Wenn du Wissenschaftler bist, und du sie vorstellst, ist die typische Reaktion deiner Wissenschaftskollegen: ‚Das wird nichts.‘“

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