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„Schämt euch!“: Elon Musk kritisiert ZDF

Tesla-Technoking Elon Musk ist mit der Berichterstattung des ZDF in Form des Nachrichtenmagazins Frontal21 nicht einverstanden – gelinde gesagt. Beim ZDF solle man sich schämen, twitterte Musk.

2 Min. Lesezeit
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So soll die Tesla Gigafactory 4 in Grünheide aussehen. (Bild: Tesla)

Das ZDF-Magazin Frontal21 lieferte den Stein des Anstoßes mit seinem Beitrag „Turbo, Tempo, TeslaElon Musk in Brandenburg“. Darin wurde unter anderem der seit Monaten schwelende Konflikt um den Wasserverbrauch des Tesla-Werks thematisiert.

Tesla-Blog Tesmanian wirft ZDF FUD-Kampagne vor

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Dabei kam der Chef des Wasserverbandes Strausberg-Erkner, André Bähler, zu Wort. Er ist der Auffassung, dass die Trinkwasserversorgung „auf dem Gabentisch der Wirtschaftspolitik geopfert“ werde. Diese Aussage hatte das Tesla-freundliche Blog Tesmanian aufgegriffen und als FUD-Kampagne bezeichnet.

Unter dem Begriff FUD (Fear, Uncertainty, Doubt – also Angst, Unsicherheit, Zweifel) werden gezielte Versuche der Schädigung verstanden, was im hier maßgeblichen Kontext von der Wahrnehmung her sicherlich etwas überzogen erscheint.

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Jedenfalls scheint der Begriff Musk regelrecht getriggert zu haben. So setzte er ein überrascht wütendes „Wow, schämt euch, ZDF Info“ auf seinem Lieblingsmedium Twitter ab.

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Entsprechend ist Musks Reaktion eher als Reaktion auf den Tesmanian-Beitrag zu verstehen, denn als direkte Reaktion auf den Frontal21-Beitrag. Die Redaktion von Frontal21 hat jedenfalls inzwischen ihrerseits reagiert und den Tesla-Technoking zum Interview eingeladen.

Dabei konnte sich die Reaktion einen kritischen Unterton nicht verkneifen, als sie Musk aufforderte, im Interview darzulegen, „wieso die Gigafactory Berlin so umweltfreundlich ist“. Auf Twitter zog Frontal21 damit einigen Unmut auf sich.

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Fragwürdige Blogs und Online-Armeen: Deutschlandfunk und ZDF haben eigene Theorie

Der Deutschlandfunk war den ZDF-Kollegen beigesprungen und hatte in einem langen Beitrag unter dem Titel „Darum kritisiert Elon Musk das ZDF“ erklärt, dass im Grunde nicht die Medien, sondern die Kommunikationsstrategie Teslas zu kritisieren sei. Die stütze sich nämlich nicht mehr auf eine eigene PR-Abteilung, dafür aber auf eine „fragwürdige Blog-Szene“. Dann bringt der Beitrag einige Beispiele für diese „fragwürdige Blog-Szene“, die allerdings auf Menschen, die sich mit dem Thema Tesla intensiver befassen, kaum fragwürdig wirken dürfte.

Frontal21-Redakteurin Manka Heise sekundiert, man habe aus den USA von Journalistinnen und Journalisten erfahren, dass es regelrechte „Online-Armeen, die die Verteidigungsarbeit und Informationspolitik für Elon Musk übernehmen“, gebe.

Teslas voraussichtlicher Wasserverbrauch wird seit Monaten diskutiert

Inhaltlich geht es um die Frage, wie viel Wasser das neue Tesla-Werk in Grünheide für den Bau von Elektroautos und den dazugehörigen Batterien verbrauchen wird. Tesla bestreitet, dass es durch den eigenen Wasserbedarf zu Einschränkungen beim Trinkwasser kommen werde. Dazu hat das Unternehmen Gutachten von Experten eingeholt.

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Tesla-Chef Musk will von möglichen Problemen ebenfalls nichts wissen: „Im Grunde sind wir nicht in einer sehr trockenen Region. Bäume würden nicht wachsen, wenn es kein Wasser gäbe.“ Und fügt an, man befinde sich in Grünheide schließlich „nicht in der Wüste“.

Tesla geht bei voller Auslastung der Produktionskapazität von 500.000 Fahrzeugen von einem maximalen Wasserverbrauch von 1,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr aus. Tatsächlich sei davon auszugehen, dass der Verbrauch weitaus geringer ausfallen wird. Das ist auf jeden Fall glaubhaft, solange die Kapazitätsgrenzen nicht auch erreicht werden, wovon zunächst nicht auszugehen ist.

ZDF-Autorin Manka Heise bekräftigte gegenüber dem Deutschlandfunk den Wunsch, Musk zu interviewen. Es wäre der Redaktion „ein Fest, ihn persönlich zu sprechen“, so Heise. Für Scham bestünde indes kein Anlass.

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20 Kommentare
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TS

Achja Frontal 21, die haben ja auch wiederholt so gut zum Thema „Killerspiele“ recherchiert. Wenn es diese Art von Journalismus ist, die man von diesem Magazin gewohnt ist, kann man das alles in der Pfeife rauchen. Populismus, wohin man schaut und an sich keine Inhalte, eher das schüren einer Angst vor, naja sie sagen es, nichts.

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Titus von Unhold

Den Populismus kann ich nur bei den Tesla-Fanbpoys erkennen.

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Tobias

Mit der Reaktion bestätigt er eigentlich nur den Bericht des ZDF zum Geschäftsgebaren.

Kritik wird nicht zugelassen, man schwebt über den Dingen und setzt sich gern über alle Regeln und Gesetzte hinweg.
Die Realität wird einfach verbogen. Wer eine andere Wahrnehmung hat muss verrückt sein.

Beispiel 1
Der Leiter des Wasserverbands sagt, dass es in der Region immer trockener wird und der angegebene Wasserbedarf bereits die Reserven heute überschreiten würde. Darauf angesprochen antwortet ein Elon Musk, die Bäume hier seien doch alle (noch!) grün, das er also kein Problem sieht, ist schon an Arroganz nicht zu überbieten.

Beispiel 2
Der vom Geltungswahn getriebene Wirtschaftsministers des Landes lässt im interview durchblicken, dass sein größtes Motiv ist, es den westdeutschen Kollegen zu zeigen, was er alles bewegen kann und bedrängt dazu Beamte, die Genehmigungen zu erteilen in einer Geschwindigkeit in der laut deren Aussage keine Prüfung der Sachverhalte möglich ist.
Gefällt sich aber in der Rolle als Bester Kumpel von Musk, prahlt damit den direkten Draht und dessen Telefonnummer zu haben und demonstriert wie blind er dem Bauleiter von tesla vertraut und sichert ihm zu alle Hürden und Bedenken für ihn aus dem Weg zu räumen.

Beispiel 3:
berichte von Mitarbeitern die in kleine Besprechungszimmer eingesperrt werden und von zwei vorgesetzten versucht werden zu bedrängen, die Kündigung zu unterschreiben, bis diese in Ohnmacht zusammenbrechen. Eine Firmenpolitik, die klar sagt, dass Betriebsräte in der Firma nicht toleriert werden. Ein Tarif, der klar unterdurchschnittliche Stundenlöhne zahlt, weil erstens die Bezahlung niedriger als bei deutschen Automobilherstellern ist und zweitens die erwarteten Arbeitsstunden deutlich höher.

Tesla heuchelt Nachhaltigkeit, geht aber über Leichen – bei Natur und Menschen.

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Hel

Was für ein tolles Beispiel eines FUD-„Beitrags“.
Keine Ahnung von der Sache, aber immer schön hetzen…
Die Frage ist nur, von wem gesponsert:
von der deutschen AutoMafia oder Frontal 21?

Antworten
Titus von Unhold

Troll!

Hel

@Titus von Unhold:
Wer hier der von der deutschen AutoMafia gesponserte Troll ist, ist ja wohl jetzt klar…

Gunar Gürgens

Hab den Bericht noch nicht gesehen, liegt aber aufgenommen auf dem Receiver. Letzten Endes sagt der Name „Frontal“ schon, dass der Beitrag eher konfrontieren soll. Den Wasserverbrauch solcher Fabriken sollte man sicherlich nicht unter den Tisch fallen lassen. Das zeigt auch die aktuelle Problematik mit TSMC Werken in Taiwan.
Das Maximum wird, wie schon erwähnt, die nächsten Jahre nicht erreicht werden. Aber man sollte zumindest jetzt schon überlegen wie das Problem in Zukunft aus den Weg gehen kann.

Antworten
Dr. Manfred Hauptreif

Ich finde es ein ganz tolles Experiment, die Produktion der zukünftigen Autohoffnung nach Deutschland zu verlegen. Die Fabrik soll ja zu 100% mit erneuerbarer Energie betrieben werden, super, aber dann bitte nicht mit Pseudoerneuerbar! Für mich hieße es sann natürlich daß Herr Musk bei Dunkelflaute seine Fabrik stilllegt, nicht mehr und nicht weniger. Kobalt und Lithium nur noch aus regionaler Förderung, das wäre für mich der Beispielfall, der mich überzeugen könnte.

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Joe

Unsäglich was für Bashing hier betrieben wird.

Wenn man keine Ahnung hat, sollte man sich zu Fakten nicht äußern.

Dass der ZDF Bericht sehr tendenziöse Inhalte hat ist ja für Insider schnell auszumachen und das Deutschland allgemein innovationsfeindlich ist merkt man an dem aktiven verhindern der Energiewende und Mobilitätswende.

Zusätzlich noch unfähig eine Pandemie zu bekämpfen und ein Boulevard Journalismus der seines Gleichen sucht.

Sich jetzt hinzustellen und verwundert sich die Augen zu reiben das Herz Musk sich beschwert über die inkorrekte Berichterstattung, ist gelinde gesagt Kindergarten.

Das ZDF reiht sich ein bei den anderen wie NDR, MDR und WDR die es hervorragend verstehen Berichte und Dokumentationen gern fremd einzukaufen und ungeprüft zu senden. Hauptsache der Arbeitstitel ist schön reißerisch.

Ja, schämt euch ZDF und alle die sich ebenso ungeprüft daran hängen.

Antworten
Dieter Petereit

Wo genau wird hier Bashing betrieben? Beitrag überhaupt gelesen?

Antworten
Volker

Ich habe den Beitrag gesehen und finde, Tobias hat es sehr gut zusammengefasst. Ich frage mich allerdings in wie weit der angegebene Wasserverbrauch auch eine effektive Entnahme des Grundwassers darstellt. Schließlich füllt Tesla ja kein Wasser in Tanklaster und fährt es weg – wenn verbrauchtes Wasser geklärt und wieder zurückgeführt werden kann, wäre der effektive Verbrauch ja vielleicht kleiner. Darüber war im Beitrag allerdings nichts zu erfahren.

Kantenhuber

Die Gegend dort trocknet schon seit Jahren aus. Das hat viele Gründe und Ursachen. Und es wird weiter gehen, weil das Wassermanagement immer noch dominant vom Bergbau bestimmt wird und nicht nach ökologischen Kriterien betrieben wird. Das wird sich noch für die Region bitter rächen.

Gut möglich, dass die Planer von Tesla das dynamische Geschehen am Ende falsch eingeschätzt haben und in absehbarer Zeit auf dem Trockenen sitzen. PR ala Musk hilft eben nicht über essentielle Probleme, sondern verschärfen die eher noch.

Antworten
Captayne

Also was will man jetzt?
E-Mobilität oder Benziner? Oder Deutschland ins Mittelalter zurück bringen?

Wo gehobelt wird, da fallen halt Späne.
Nix ist umsonst. Das lernt man eigentlich recht früh.
Wenn das Wasser knapp werden sollte, dann muss es halt intensiver recycled werden.
Wenn die Medien jetzt herumjaulen, sollten sie auch gleich wissen, wie es besser geht.

Antworten
Dr. Manfred Hauptreif

Einfach besser recyclen? Kühlwasser verdampft und der Dampf wird in die Atmosphäre abgegeben. Wenn ich den wieder recyclen möchte muß ein Haufen Energie aufgewandt werden um den wieder runter zu kühlen. Viel Spaß dabei. Ist genauso schlau wie wenn ich sage, wenn Wasser fehlt muß ich es häufiger regnen lassen.
Was will man denn nun e-Autos oder Benziner?
Definiere „man“!
Man will offensichtlich keine e-Autos, sonst müßte man die nicht so unfassbar pushen und subventionieren, um die Kunden zu locken.
Tesla verdient das Geld durch CO2-Zertifikate nicht durch Autobau, ob das VW auch noch checkt? Ich hab meine VW-Aktien verkauft!

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Titus von Unhold

Was man will ist die Verkehrswende, also vernüftigerweise das Verbot aller privater PKW.

Antworten
Dieter Petereit

Dieses „Vernünftigerweise“ war früher Gegenstand eines gesellschaftlichen Mehrheitsfindungsprozesses. Dabei wurden alle Aspekte berücksichtigt, die eine Rolle spielen. Heute wird sich auf einen Aspekt fokussiert und fertig. Und wer nicht dafür ist, der ist ein Feind. So funktionieren liberale Gesellschaften aber nicht.

Andi

Wer Zwangsgelder einsammelt, sollte neutral, sachlich und qualifiziert berichten. Hier wird ein maximal negatives Bild gezeichnet. Das ist kein Journalismus, das ist unterschwellige Hetze! Vor ein paar Jahren waren die Beiträge von Frontat21 wirklich gut. Mittlerweile betreiben sie ebenso tendenziöse und irreführende Berichterstattung wie alle anderen ÖR Sendungen.

Antworten
Titus von Unhold

Der Beitrag von Frontal 21 ist sachlich und objektiv.

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Hel

Zum Glück interessiert es die Eiche nicht, wenn sich ne Wildsau an ihr reibt…
;-)

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Titus von Unhold

Noch ist die Baugenehmigung nicht erteilt.

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