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Tiktok: Darum haben viele Videos bald keinen Ton mehr

Einen Tiktok-Song mit der Musik von Drake oder Taylor Swift unterlegen? Das klappt jetzt nicht mehr. Videos, die die Songs der beiden und weiterer Künstler vom Konzern Universal Music enthalten, werden außerdem stummgeschaltet. Das steckt dahinter.

Quelle: dpa
2 Min. Lesezeit
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Verhandlungen zwischen Tiktok und Universal Music sind gescheitert. Als Folge gibt es auf der Plattform weniger Musik. (Foto: XanderSt / Shutterstock)

Der weltgrößte Musikkonzern Universal Music hat damit begonnen, im Streit um Lizenzgebühren Songs seiner Künstler aus der Video-App Tiktok abzuziehen. Am Donnerstag wurde unter anderem Musik von Taylor Swift und Drake bei Suchanfragen nicht mehr angezeigt. Tiktok erlaubt es Nutzern, ihre Videos mit Songs zu unterlegen, und geht dafür Lizenzvereinbarungen mit der Musikbranche ein.

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Videos mit betroffenen Songs werden stummgeschaltet

Universal Music hatte diese Woche jedoch Verhandlungen über eine Verlängerung der bisherigen Vereinbarung für gescheitert erklärt. Sie lief damit am Mittwoch aus. Tiktok bestätigte, dass von dem Konzern lizenzierte Titel aus der allgemeinen Musikbibliothek der Plattform entfernt wurden – und alle Videos, die betroffene Songs enthalten, werden stummgeschaltet.

Tiktok habe den Musikern und Songautoren nur „einen Bruchteil“ der auf ähnlichen anderen Onlineplattformen üblichen Vergütung geboten, argumentierte Universal Music in einem offenen Brief. Auch lasse Tiktok in großem Stil mithilfe künstlicher Intelligenz erstellte Musik auf die Plattform – und wolle vertraglichen Freiraum dafür. Damit treibe der Dienst faktisch „das Ersetzen von Künstlern durch KI“ voran. Außerdem kritisiert Universal Music, dass Tiktok kaum gegen Piraterie vorgehe und ein ineffizientes Verfahren dafür habe, problematische Inhalte wie gefälschte pornografische Bilder von Künstlern zu entfernen.

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Tiktok konterte, Universal Music habe „die eigene Gier über die Interessen seiner Künstler und Songautoren gestellt“. Der Musikkonzern bleibe damit einer Plattform mit „deutlich mehr als einer Milliarde Nutzern“ fern, auf der Musik beworben und entdeckt werde. Universal Music handele damit nicht im Interesse der Musiker und Fans. Sollte es in nächster Zeit keine Einigung geben, werde Tiktok auch beim Katalog des Musikverlages Universal Music Publishing Group Maßnahmen ergreifen müssen, hieß es. Dann wäre noch mehr Musik betroffen.

Konsequenzen für Tiktok

Tiktok könnte der Ausstieg von Universal Music unzufriedene Nutzer bringen. Sehr viele Videos auf der Plattform haben musikalische Begleitung, und der Konzern hat zahlreiche der populärsten Musiker der Welt unter Vertrag. Universal Music räumte ein, dass der Schritt Konsequenzen für die eigenen Musiker haben werde. Man habe jedoch die Verantwortung, um faire Konditionen für sie zu kämpfen.

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Tiktok ist die einzige auch im Westen erfolgreiche Onlineplattform, die nicht aus den USA stammt. Der Dienst gehört zum aus China stammenden Bytedance-Konzern. Die Firma betont aber stets, man sehe sich nicht als Tochter eines chinesischen Unternehmens. Bytedance sei zu 60 Prozent im Besitz westlicher Investoren. Der Firmensitz liege auf den Cayman Islands in der Karibik. Kritiker kontern, dass die chinesischen Gründer bei einem Anteil von 20 Prozent die Kontrolle dank höherer Stimmrechte hielten und Bytedance eine große Zentrale in Peking habe.

(men)

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