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Twitter-Streit: Elon Musk kommt der Whistleblower gerade recht

Elon Musk nimmt die jüngsten Anschuldigungen des Whistleblowers Peiter Zatko dankbar auf. Der Ex-Sicherheitschef des Dienstes hatte schwere Vorwürfe gegen die Twitter-Führung erhoben.

2 Min.
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Whistleblower Peiter Zatko kommt Elon Musk gegen Twitter gelegen. (Screenshot: Youtube/FSP, t3n)

Peiter Zatko, Twitters ehemaliger Sicherheitschef, hat ein vernichtendes Dossier vorgelegt. Demzufolge leide Twitter unter schwerwiegenden Mängeln im Umgang mit den persönlichen Daten der Nutzer.

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Leichtfertig und unprofessionell: Sicherheitschef stellt Twitter-Führung schlechtes Zeugnis aus

Die Mängel sollen sich auf der einen Seite aus einer nicht hinreichenden Aufsicht und einer undurchsichtigen Mitarbeiterhierarchie begründen. Viel zu viele Mitarbeitende hätten zu leicht Zugriff auf sensible Daten, hatte Zatko behauptet.

Auf der anderen Seite sei der Dienst schlicht technisch nicht auf einem Stand, der den Datenschutz und den Schutz vor externen Angreifern sinnvoll sichern könnte. Erschwerend käme noch ein besonderer Faktor hinzu.

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So sollen Führungskräfte Informationen über Datenschutzverletzungen und mangelnden Schutz der Nutzerdaten willentlich zurückgehalten haben. Man habe Zatko sogar dazu zwingen wollen, Probleme wider besseren Wissens nicht zu benennen.

Elon Musk greift Peiter Zatkos Enthüllungen auf

In einem am Dienstag eingereichten Schriftsatz greifen nun die Anwälte des Multimilliardärs Elon Musk die Anschuldigungen von Zatko auf. Dabei beziehen sie sich auch auf die „ungeheuerlichen Mängel“ bei der Verteidigung der Plattform gegen Hacker und Datenschutzprobleme. Schon das sei eine Verletzung der Bedingungen der Fusionsvereinbarung, so die Anwälte.

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Wesentlich interessanter dürfte indes Zatkos Behauptung sein, dass die Twitter-Verantwortlichen tatsächlich gar nicht wüssten, wie viele Konten Spam- oder Bot-Konten seien. Das soll sie auch weder interessieren noch hätten sie die Kompetenz, das herauszufinden, so der Whistleblower.

Genau an diesem Punkt hatte sich auch Musk gestoßen. Er hatte behauptet, dass die Nutzerzahlen von Twitter durch Millionen von Bots aufgebläht seien. Von Twitter hatte er Aufklärung verlangt, aber nach eigenen Angaben nicht bekommen.

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Das war der wesentliche Faktor für Musks Rücktritt vom Vertrag. Wie es aussieht, kommt ihm Zatkos Dossier auf diesem Wege nun entgegen.

Team Musk sieht sich durch Zatkos Enthüllungen bestätigt

Musks Anwälte sehen in Zatkos Papier eine Bestätigung für die eigenen Erkenntnisse. Es zeige, dass Twitter „wesentliche Verstöße“ gegen Verpflichtungen im Zusammenhang mit Daten- und Verbraucherschutzgesetzen begehe. Das berichtet Bloomberg.

Zudem sei der Dienst anfällig für Ausfälle von Rechenzentren nicht nur durch böswillige Akteure, sondern auch durch die Inkompetenz des eingesetzten Personals. Zatko hatte etliche Beispiele für einen unprofessionellen Umgang mit der eingesetzten Technik aufgeführt.

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Twitter hatte unwirsch auf Zatkos Enthüllungen reagiert und sein Papier als „eine falsche Darstellung von Twitter und unserer Datenschutz- und Datensicherheitspraktiken“ bezeichnet. Die Vorwürfe seien „mit Ungereimtheiten und Ungenauigkeiten gespickt“ und ließen „wichtige Zusammenhänge vermissen“.

Twitter sieht eigene Rechtsposition nicht beeinträchtigt

Entsprechend fechten Twitters Anwälte das neue Vorbringen aus dem Hause Musk an. Sie erklären in einem eigenen Schriftsatz, dass die Klage auf Beendigung des Geschäfts „ungültig und unrechtmäßig im Rahmen der Vereinbarung“ sei.

Twitter hatte Musk im Juli auf die Einhaltung des Fusionsvertrages verklagt und will ihn auf diese Weise zwingen, die zunächst geplante Übernahme zu den ursprünglichen Bedingungen abzuschließen.

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Seitdem wurden über die Anwaltsteams beider Lager mehr als 100 Einzelpersonen sowie Repräsentanten von Banken, Fonds und anderen Unternehmen vorgeladen. Bis zum Prozessbeginn am 17. Oktober dürfte deren Zahl weiter steigen. Auch Zatko hat bereits von beiden Teams eine Vorladung erhalten.

Die Twitter-Aktie reagierte deutlicher auf die neuen Erkenntnisse: Das Papier fiel im vorbörslichen Handel am Dienstag vor der Eröffnung der New Yorker Börsen um 1,3 Prozent auf 39,50 US-Dollar und lag damit weit unter dem Angebotspreis von Musk von 54,20 Dollar.

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