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Kommentar

Apple Vision Pro startet in Deutschland: Redakteure haben sie ausprobiert – mit unterschiedlichem Fazit

Mit der Vision Pro steigt Apple in den Markt der Mixed-Reality-Headsets ein. Jetzt gibt es das Headset auch in Deutschland zu kaufen. Aber wie gut ist es wirklich? Die Redaktion ist gespalten.

5 Min.
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t3n-Redakteur Caspar von Allwörden mit der Apple Vision Pro. (Foto: t3n)

Mit der Apple Vision Pro will der Hersteller primär das sogenannte Spatial Computing für sein eigenes Ökosystem vorantreiben und unseren Umgang mit Technologie und Computern komplett umkrempeln. Statt auf Notebooks oder Smartphones zu schauen, soll Spatial Computing dafür sorgen, Inhalte und App-Fenster im virtuellen oder erweiterten Raum darzustellen und mit ihnen zu interagieren. Man kann quasi zig App-Fenster beliebig im Raum aufhängen und mit ihnen arbeiten.

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Die Vision Pro ist das erste Produkt des Konzerns, ab sofort auch in Deutschland erhältlich, aber mit seinem Startpreis von 4.000 Euro nicht gerade günstig. Lohnt der frühe Einstieg in Apples neue Welt? Unsere Redakteure haben sie bereits im Februar 2024 ausprobiert.

Pro: Apple wagt mal wieder etwas

… sagt Caspar von Allwörden – Head of Podcast.

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Ich verstehe völlig, warum viele Menschen sich kein Stück für Apples erstes Mixed-Reality-Headset interessieren. Von außen betrachtet ist die Vision Pro eine sehr teure Skibrille für Tech-Nerds mit zu viel Geld. Am Ende des Tages ist es halt auch nur ein weiteres dieser VR-Headsets, das nur in einer winzigen Nische und überwiegend für Games funktioniert. Also Haken dran und nächstes Thema?

So leicht ist es, wie so oft in der Tech-Welt, aber nicht. Apple plant mit der Vision Pro nichts Geringeres, als unseren Umgang mit Technologie und Computern komplett zu verändern. Das Stichwort hier lautet Spatial Computing. Und die Vision Pro kommt der (Achtung, Wortwitz) Vision hinter Spatial Computing so nahe wie bisher niemand mit einem Consumer-Gerät.

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Eyesight: Die virtuellen Augen des t3n-Kollegen Caspar von Allwörden sind kaum zu sehen. (Foto: t3n)

Und was ist diese Vision? Kurz gesagt: Der Computer, so wie wir ihn kennen, als PC oder Smartphone, tritt komplett in den Hintergrund, löst sich regelrecht auf. Stattdessen wird er Teil des Raumes, in dem wir uns befinden, und kann mit Objekten im Raum auch interagieren. Auch Eingabegeräte wie Tastatur und Maus werden überflüssig und die Bedienung so intuitiv wie möglich.

Die Vision Pro macht genau das. Sie verbindet virtuelle Elemente mit dem physischen Raum um einen herum. Statt auf einen Monitor zu starren, sind Apps schwebende Fenster im Raum, die sogar einen Schatten auf physische Objekte werfen. Die Bedienung erfolgt über Sprachbefehle, Blicke und per Tippgesten mit den Fingern. Keine Controller, keine Tastatur. Intuitiver geht es fast nicht. Und das klappt in einem ersten Test erschreckend gut. Ich musste mich zwar erst daran gewöhnen, aber nach zwei bis drei Minuten hat man den Bogen raus und fragt sich, wieso man nicht alle Geräte so steuern kann.

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Auch sonst baut Apple in das Headset ein, was technisch gerade möglich ist. Die Displays sind super scharf, Pixel sind nicht zu erkennen. Die integrierten Lautsprecher klingen für ihre Größe wirklich gut und auch der 3D-Sound funktioniert und sorgt für noch mehr Immersion. Dank Linseneinsätzen und verschiedenen Aufsätzen für das Gesicht passt sich die Vision Pro auch optimal an die Träger:innen an.

Und bei all dem dürfen wir nicht vergessen, dass wir mit der Vision Pro die erste Generation dieser Hardware sehen. Von diesem Punkt an wird sich Apples Mixed-Reality-Headset weiterentwickeln. Das erste iPhone war rückblickend auch nicht viel mehr als ein iPod mit Touch-Display und Telefonfunktion. Nicht einmal den App-Store gab es. Und die erste Apple Watch war ein winziger Bildschirm mit schwachem Akku, der nicht viel mehr konnte, als Benachrichtigungen vom iPhone zu spiegeln.

Geben wir der Vision Pro und ihren Nachfolgern also ein bisschen Zeit. Der Start war schon überzeugend, die Zukunft wird es noch viel mehr.

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Contra: Wartet besser auf die 2. oder 3. Generation

… sagt Andreas Floemer – Redakteur Hardware & Gadgets.

Das Headset ist Apples erste neue Produktkategorie seit der Apple Watch von 2014. Zehn Jahre hat der Hersteller sich Zeit gelassen, etwas Neues zu wagen. Mit dem Vision Pro will Apple nicht weniger als die Zukunft des Computers neu gestalten, sodass wir nicht mehr auf kleine Monitore starren müssen, sondern überall riesige virtuelle Bildschirme aufspannen und sogar unser eigenes privates Heimkino mit uns herumtragen können.

Apple Vision Pro: einsam im virtuelle Raum. (Foto: t3n)

Doch wie nicht nur wir in unseren ersten 30 Minuten mit der Vision Pro feststellen konnten, sondern auch andere Tester meinen, ist das Headset für einen ersten Wurf zwar ein technisch hervorragendes Produkt, das seinesgleichen sucht. Dennoch ist es derzeit in erster Linie ein VR-Headset, das eine gewisse Marschrichtung aufzeigt, die aber wohl nur einen kleinen Blick in Apples Spatial-Computing-Zukunft gibt.

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Denn eigentlich liegt der Fokus bei Apple eher auf Augmented Reality, wie Apple-CEO Tim Cook immer und immer wieder über Jahre hinweg postuliert hat. Jedoch findet diese in der Vision Pro derzeit kaum statt.

Das dürfte daran liegen, dass die Technik einfach noch nicht so weit ist, ein Headset oder gar eine kleinere Brille zu bauen, die die Funktionsweise, wie sie Apple sich vorstellt, realisieren kann. Erste mögliche Komponenten wie etwa ein Micro-LED-Display (von Samsung) sind gerade erst als Tech-Demo auf der CES in Las Vegas gezeigt worden.

Ich bin optimistisch, dass Apples Vision aufgehen wird und wir irgendwann womöglich anstelle eines Notebooks oder iPads einen Spatial Computer tragen werden. Das Vision-Pro-Headset richtet sich meiner Meinung nach aber eher an Entwickler:innen und Early-Adopter:innen, die das Geld übrig haben, Apples neuen Weg von Anfang an mitzugestalten oder einfach nur zu begleiten.

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Für alle anderen gilt: Wartet besser auf eine der kommenden Generationen, die sicherlich kompakter, leichter und günstiger sein dürften. Bis dahin sollte Apple außerdem herausgefunden haben, welches die Killer-Features sind – denn die fehlen im Grunde auch noch.

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