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Kommentar

Rabbit R1: Brauchen wir wirklich noch ein Extra-Gerät für KI? Ein Pro und Kontra

Der Rabbit R1 war einer der heimlichen Stars der CES 2024 in Las Vegas. Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll das Gerät dazu in der Lage sein, eure Apps für euch zu nutzen. Es kann auf Anfrage etwa ein Taxi rufen oder ein Bild für euch bearbeiten. Aber braucht man das? Die Redaktion ist unterschiedlicher Auffassung.

5 Min.
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Braucht man das? Das KI-Gadget Rabbit R1. (Bild: Rabbit, Midjourney, Montage von t3n)

Die Technik steckt beim Rabbit R1 in einem kleinen, orangefarbenen Plastikgehäuse. Neben einem 2,8 Zoll großen Bildschirm sind eine drehbare Kamera und ein Scrollrad für die Navigation integriert, dazu gibt es einen Knopf, über den ihr Spracheingaben tätigen könnt. Die Leistungsdaten sind für ein Smartphone überschaubar. Ein Mediatek-Prozessor, vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Datenspeicher sind nichts, was die Herzen von Technikfans höherschlagen lässt.

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Das Konzept dagegen schon. Mithilfe von künstlicher Intelligenz soll der Rabbit R1 lernen, wie man gängige Apps bedient, und sie dann für euch benutzen. Der Gedanke dahinter: Nutzer:innen halten den Knopf für Spracheingaben gedrückt, sprechen ihr Kommando ein und das kleine orange Gerät führt sie aus. Ob die Funktionsweise den Ausschlag dafür gab, dass bereits 40.000 Kund:innen ein Gerät vorbestellt haben, oder ob es der günstige Preis von 199 US-Dollar war, ist nicht überliefert.

Klar ist: Über die Einführung eines zusätzlichen Gerätes, dessen einziger Sinn es ist, eure Apps für euch zu nutzen, kann man definitiv streiten. Und das wollen wir an dieser Stelle für euch tun.

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Pro: Endlich traut sich mal jemand etwas Neues

… sagt Marco Engelien, Chef vom Dienst bei t3n.

„Bei modernen Smartphones geht es oft nur noch um zwei Dinge: einen schnelleren Prozessor und eine bessere Kamera. An wilde Konzepte aus den Anfangstagen wie das Asus Padfone, das dank Zubehör zum Tablet und zum Laptop werden kann, traut sich niemand mehr heran. Deswegen wirkt der Ansatz von Rabbit, einfach mal etwas Neues auszuprobieren, auf mich auch sehr erfrischend.

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Auch das Konzept gefällt mir. Ein Apparat, in den ich einfach hineinquatsche und der dann tut, was ich ihm sage? Toll! In der Theorie ist das natürlich schon längst möglich. Ich lebe seit Jahren in einem Haus voller smarter Lautsprecher, die genau das bieten sollen, oft aber schon mit einfachen Aufgaben wie dem Ausschalten des Lichts im Wohnzimmer überfordert sind („Ich habe kein Gerät namens Licht gefunden“), von komplexen Vorhaben wie dem Einkauf auf Onlineplattformen oder einer Reisebuchung ganz zu schweigen.

Das Geheimnis beim R1? Das Gerät verlässt sich nicht auf Schnittstellen zu den Geräten und Diensten anderer Entwickler. Stattdessen lernt es, wie man Apps und Programme bedient. Dahinter stehe ein Large Action Model (LAM), hieß es bei der Vorstellung. Dadurch soll der R1 mit allen gängigen Apps funktionieren, ohne dass diese extra auf das Rabbit OS genannte Betriebssystem angepasst worden sind.

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Wenn das klappt, wie beschrieben, bin ich gern bereit, die 199 US-Dollar zu investieren und ein zweites Gerät neben meinem Smartphone mit mir herumzutragen oder es anstelle eines smarten Lautsprechers auf meinen Schreibtisch zu stellen. Im besten Fall nimmt mir der R1 viel Arbeit ab und erspart mir hier und da Frust im Alltag.

Trotz aller Begeisterung habe ich allerdings nicht direkt zugeschlagen. Die Tatsache, dass ich all meine Zugangsdaten bei Rabbit hinterlegen soll, lässt mich zögern – auch wenn das Unternehmen natürlich ein hohes Maß an Privatsphäre verspricht. Außerdem möchte ich abwarten, wie gut das Anlernen neuer Apps für die virtuellen Maschinen von Rabbit funktioniert. Und natürlich will ich vorab mindestens einen Test lesen, der etwas zur Akkulaufzeit und zur Qualität der Lautsprecher aussagt.

Stimmt am Ende alles, greife ich gern zu. Bis dahin freue ich mich einfach, dass ein Unternehmen mal wieder einen anderen Ansatz gefunden hat als einen schnelleren Prozessor oder einen besseren Bildschirm.“

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Cool, aber eigentlich überflüssig

… sagt Andreas Floemer, Redakteur Hardware & Gadgets.

„Ich muss gestehen, ich bin ein Fan der Designs von Teenage Engineering und technischen Innovationen gegenüber alles andere als abgeneigt – gerade Letzteres wäre anderenfalls für mich als jemand, der sich tagtäglich mit neuer Technik auseinandersetzt und für sein Thema brennt, äußerst problematisch. Entsprechend hatte auch der Rabbit R1 zunächst mein Interesse geweckt, zumal es mit seinem Preis von knapp 200 US-Dollar (ohne Steuer) eigentlich nach einem Schnäppchen klingt. Allein Marketing und Branding mit Rabbit OS, Rabbit Hole und Co. sind der Hammer!

Dass ich nicht der Einzige bin, der das so sieht, zeigt sich am regen Interesse: Vier Chargen von je 10.000 Einheiten will das Startup schon verkauft haben. Dennoch lasse ich meine Finger davon, was verschiedene Gründe hat.

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Ich zweifle zum einen das Geschäftsmodell von Rabbit an. Denn der einmalige Kaufpreis dürfte niemals die laufenden Kosten decken, mit denen sich der Hersteller konfrontiert sieht. Für jedes der R1-Geräte ist der Betrieb einer Cloudinstanz erforderlich, auf der das persönliche Large Action Model (LAM) ausgeführt werden muss. Das Gadget selbst mit seiner recht reduzierten Hardware ist mehr ein Zuspielgerät, das den Großteil der Daten per Datenverbindung bezieht. Es dürfte angesichts dessen nur eine Frage der Zeit sein, bis Rabbit entweder ein Abomodell einführt oder an einen größeren Konzern verkauft wird.

Zum anderen bin ich überzeugt, dass Rabbit wie auch Humane mit dem AI Pin nur ein Trend sind, der über kurz oder lang wieder einschläft, da die von den Unternehmen angekündigten Funktionen ihrer dedizierten Gadgets allesamt genauso – wenn nicht gar besser – von Smartphones beherrscht werden.

Dass die Hersteller wie Samsung, Google und sogar Apple ihre Smartphones mit KI-Funktionen vollstopfen werden, zeigt sich ja schon jetzt. Dabei sind Googles Pixel 8 (Test) oder Samsungs Galaxy S24 (Hands-on) nur der Anfang. Mit Android 15 plant Google angeblich verschiedene Chatbots – offenbar auch ChatGPT – per Sprachbefehl aktivieren zu lassen.

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Dedizierte KI-Gadgets bringen kurzfristig frischen Wind in den Gadget-Markt. Smartphones (mit KI) bleiben uns dennoch noch viele Jahre erhalten.

Aber auch Googles eigenes KI-Modell Gemini wird über kurz oder lang noch mehr Funktionen auf Smartphones übernehmen und als Assistent weit smarter werden als bisher, um viele nervige Aufgaben zu erledigen. Auch Apple will generative KI in seine iPhones packen, sagte bereits Tim Cook.

Bei diesen Unternehmen weiß ich zumindest auch, wohin meine Daten fließen, und ich muss mir keine Sorgen machen, dass einer der Läden wegen zu hoher Serverkosten pleitegeht. Zudem muss ich im Alltag nicht auf noch ein weiteres Gerät aufpassen, das ich vielleicht verlegen könnte.“

Fast fertig!

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Kommentare (2)

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Mr Evergreen

Mein Problem ist in erster Linie das das R1 nur via Sprachbefehl gesteuert werden kann… in der Bahn, auf einem Konzert oder im Restaurant? EInfach nur nervig die Vorstellung das alle Menschen irgendwelche Befehle um sich werfen. Ich bin ja schon genervt wenn jemand überlaut telefoniert

Vanessa

du kannst ja auch flûstern

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