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Reportage

Warren Buffett: Investoren-Legende und Milliardär

Auch nach über 90 Jahren hat sein Urteil in der Finanzwelt noch Gewicht: Warren Buffett ist die Personifikation des Amerikanischen Traums und prägt das internationale Börsengeschehen seit Jahrzehnten.

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Warren Buffett gehört zu den reichsten Menschen der Welt. (Foto: dpa)

Er gilt als das „Orakel von Omaha“, hält seit Jahrzehnten hartnäckig seinen Platz unter den reichsten Menschen der Welt, und seine Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway ist milliardenschwer: Selbst die größten Kritiker:innen dürften US-Investor Warren Buffett seinen Legendenstatus in der internationalen Finanzwelt zugestehen. Doch wie wurde der CEO und Unternehmer eigentlich zum Starinvestor?

Warren Buffetts Leben vor der Wall Street

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Die Behauptung, das Finanzwesen sei Warren Buffett mit in die Wiege gelegt worden, ist wahrscheinlich nicht allzu sehr aus der Luft gegriffen. Als Sohn des Brokers und US-Kongressabgeordneten Howard Buffett erhielt der am 30. August 1930 geborene Warren Edward Buffett bereits früh Einblicke in die Welt der Aktien, Börsen und Kapitalanlagen. Themen, die bei den meisten seines Alters wohl vor allem gähnende Langeweile weckten, stießen bei Buffet auf offene Ohren: Bereits als Kind brannte der Junge aus Omaha für alles, was mit Geschäften und Investitionen zu tun hatte.

Während sich seine Klassenkamerad:innen die Nachmittage beim Murmeln-Werfen vertrieben, ging Warren Buffett von Tür zu Tür, verkaufte Coca-Cola und Kaugummis, lieferte Zeitschriften aus und vermietete als Jugendlicher einen wieder hergerichteten Rolls Royce gewinnbringend für 35 US-Dollar pro Tag. Seine ersten Aktien besaß Buffett im Alter von elf Jahren, den ersten eigens verpachteten Grundstücksbesitz mit 14. Sein Sinn fürs gute Geschäft war ein offenes Geheimnis in der Gemeinde und so gleicht der Kommentar unter seinem Foto im Abschluss-Jahrbuch der Woodrow Wilson High School einer geradezu nüchternen Prophezeiung der Karriere, die Warren Buffett absolvieren sollte: „Mag Mathe, ein zukünftiger Börsenmarkler.“

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Das anschließende Studium an der Wharton Business School dürfte daher wohl nur wenig überraschen. Nach zwei Jahren wechselte er an die University of Nebraska und schließlich zur New Yorker Columbia Business School, wo er als bester Schüler des legendären Value-Investors – und seines Idols – Benjamin Graham im Jahr 1951 den Masterabschluss in Ökonomie erlangte. Er folgte den Spuren seines Mentors in dessen Versicherungsunternehmen Geico und legte ab diesem Zeitpunkt einen Karriereaufstieg nach Bilderbuchvorlage hin. Mit 25 Jahren gründete Buffett mit der „Buffett Partnership“ seine erste Kommanditgesellschaft, ab 1962 und einige weitere Partnerschaften später trat er in den Kreis der Millionär:innen ein. 

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Welche Strategie hat Warren Buffett?

Tellerwäscher war Warren Buffett nie – obwohl er wahrscheinlich auch hier eine Möglichkeit fürs bessere Geschäft gefunden hätte. Zum Milliardär schaffte er es dennoch und verwirklichte so seine ganz eigene Version des Amerikanischen Traums. Grund für Buffetts Erfolg dürfte neben dem guten Gespür für Entwicklungen im Finanzsektor vor allem seine simple, wie raffinierte Anlagestrategie sein. Das scherzhaft auch als „Buffettologie“ bezeichnete Modell basiert im Kern auf dem sogenannten Value-Investing, dem wertorientierten Anlegen, das sich auf die Grundsätze großer Investoren wie Buffetts Idol Benjamin Graham oder des Fondsmanagers Peter Lynch stützt. Der Grundgedanke hinter Buffetts Strategie: Langfristigkeit. Der Starinvestor betrachtet Aktien nicht als reine, kurzfristige Spekulationsobjekte. Stattdessen sieht Buffett Unternehmen und deren Aktien als ein Ganzes, an dessen Wachstum man über den Börsenweg auf lange Sicht teilhaben kann:

„Aktien sind einfach. Man kauft bloß Anteile an einem großartigen Unternehmen mit höchst integrem und fähigen Management für weniger als seinen inneren Wert. Dann behält man diese Anteile für immer.“

Aktien mit geringem Risiko und hohem Wertsteigerungspotenzial liegen genau im Beuteschema des Investors. Für seine Beurteilung orientiert sich Buffett maßgeblich an Faktoren wie der wirtschaftlichen Leistung eines Unternehmens, dessen Schuldenniveau, Profit-Margen, aber auch, wie ein Unternehmen öffentlich auftritt.

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Und was war das noch gleich mit dem Value-Investing? Bei dieser Strategie nach Fundamentalanalytiker und Investor Benjamin Graham wird zwischen dem inneren Wert eines Unternehmens und seinem Wert auf dem Markt unterschieden. Letzterer wird über den Aktienkurs gemessen, der innere Wert jedoch basiert auf objektiven Bewertungsmaßstäben – also einer reinen, systematischen Einschätzung. Entscheidend für den Kauf oder Verkauf beim wertorientierten Anlegen ist also das Verhältnis zwischen seinem aktuellen Wert an der Börse und seinem Wert als Unternehmen selbst.

Was macht Berkshire Hathaway?

Wie gut die Value-Strategie funktioniert, beweist Warren Buffetts eigene Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway. In den 60er-Jahren begann der Investor, wie dem Buisness Standard zu entnehmen ist, mit dem Ankauf von Anteilen am damaligen Textilunternehmen, das er schließlich im Jahr 1965 übernahm, in den Versicherungssektor verlagerte und zur Beteiligungsgesellschaft umwandelte. Vom ursprünglichen Kurs von 43 Dollar je Anteil hat sich das Unternehmen weit entfernt: Mit einem Wert von mehreren Hunderttausend Dollar pro Aktie wird Berkshire Hathaway heute als das teuerste Aktien-Unternehmen der Welt gehandelt.

Über Jahrzehnte übernahm die Gesellschaft zahlreiche Firmen über den Börsenweg und erlangte bedeutende Beteiligungen an international wirtschaftsstarken Unternehmen. Zu den stärksten Positionen im Portfolio Berkshire Hathaways gehören so beispielsweise Getränkeproduzent Coca-Cola, Tech-Riese Apple oder die Bank of America.

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Was macht Warren Buffett heute?

In der heutigen Finanz- und Wirtschaftswelt gilt Warren Buffett als einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten – und als einer der reichsten. Ein kleines Stück Extravaganz im Leben des Unternehmers würde also durchaus niemand infrage stellen. Tatsächlich hat das „Orakel von Omaha“ seine Heimat aber nie wirklich verlassen: Noch immer wohnt der Unternehmer mit seiner Familie in seiner Heimatstadt in Nebraska im gleichen Haus, das er 1958 für 31,500 Dollar gekauft hat, gediegene, gutbürgerliche Nachbarschaft inklusive. Er fährt einen alten Cadillac XTS, während andere Multi-Milliardäre ins Weltall fliegen. Buffett hingegen weiß um sein Vermögen und den Einfluss, den er damit nehmen kann. Gemeinsam mit Bill und Melinda Gates ist er Mitbegründer der Initiative „The Giving Pledge“, einer Kampagne, die besonders wohlhabende Menschen zu Spenden für das Gemeinwohl animieren soll. In Verbindung mit der Initiative versprach Warren Buffett 99 Prozent seines Vermögens in wohltätige Zwecke fließen zu lassen. Wie seinem Forbes-Profil zu entnehmen ist, spendet er zudem regelmäßig große Summen unter anderem an die BMG (Bill and Melinda Gates Foundation), die sich weltweit gegen Krankheiten, Armut und für mehr Gleichberechtigung einsetzt.

Mit über 90 Jahren denkt Buffett zudem nicht daran, das Berkshire-Hathaway-Zepter, das er zusammen mit seinem langjährigen Business-Partners Charlie Munger hält, aus der Hand zu geben. Nach ein paar holprigen Coronajahren schwingt sich die Holdinggesellschaft zurück in gewohnte Höhen und beteiligt sich unter der wachsamen Einschätzung Buffetts weiterhin am Börsengeschehen. Wenn Buffett spricht, hört die Finanzwelt zu – auch, wenn es Grund zum Meckern gibt. So sieht der Investor die Entwicklung der Wall Street, die sich seiner Meinung nach mehr und mehr zu einem spekulativen Wett-Büro wandelt, kritisch: Er setzt weiterhin auf die Strategie der langfristigen Investition.

Wie steht Warren Buffett zu Kryptowährung? 

Als Bitcoin-Freund kann man Warren Buffett nicht bezeichnen. Zwar etabliert sich die Kryptowährung mehr und mehr sowohl in der Finanzwelt als auch gesellschaftlich. Doch an Buffetts Abwehrhaltung gegenüber dem digitalen Geldsystem konnte diese Entwicklung bisher nicht rütteln. In den Augen des Investors fehlt es der Währung an der gleichen Greifbarkeit, die seiner Meinung nach dem Dollar beziehungsweise realen Währungen innewohnt: Kryptowährungen seien ein spekulatives Mittel ohne einen reellen, inneren Wert und könnten daher niemals die Position einer ernsthaften Währungs-Alternative antreten. 

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Falls sich Warren Buffett auf seine alten Tage hin doch noch den Coiner:innen anschließen möchte, hat unser Kolumnist Roman Keßler die wichtigsten Bitcoin-Fakten hier für den Investor zum Nachlesen zusammengetragen.

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