Analyse

Der neueste Facebook-Skandal, aber sortiert

Es brennt überall: Facebooks Chef Mark Zuckerberg wachsen die Krisen über den Kopf hinaus. (Foto: dpa)

Facebook hat Unternehmen wie Spotify und Netflix Zugriff auf die privaten Nachrichten der Nutzer gewährt. Zeit für eine Einordnung.

Die Skandale bei Facebook reißen nicht ab. Laut einer neuen Recherche, die die New York Times am Dienstag veröffentlichte, hatten Unternehmen wie Spotify und Netflix auch Zugriff auf die privaten Nachrichten der Facebook-Nutzer. Wenn sie gewollt hätten, hätten Spotify und Netflix also private Nachrichten von Nutzern manipulieren können, so die Recherche. Facebook äußert sich hier zu den Vorwürfen.

Einige dieser außergewöhnlichen Zugriffsrechte stehen im Zusammenhang mit Funktionen der jeweiligen Apps: Spotify beispielsweise ermöglichten diese besonderen Zugriffsrechte auf die Facebook-Nachrichten, dass Nutzer Songs direkt aus der Spotify-App heraus in einer Facebook-Nachricht verschicken konnten. Spotify und Netflix sind aber bei weitem nicht die einzigen Unternehmen, die besondere Zugriffsrechte auf Facebook genossen: Bis zu 150 Unternehmen aus Branchen wie Onlinehandel, Unterhaltung, Medien und sogar Autofirmen und Banken hatten laut der Recherche der New York Times Zugriff auf Nutzerdaten in bisher unbekanntem Ausmaß. Unter den Unternehmen mit besonderen Daten-Privilegien bei Facebook waren neben Amazon, Apple und Microsoft auch Yandex, ein russischer Internetkonzern, dessen Beziehungen zum Kreml ungeklärt sind.

Mehr als bloß ein Skandal

Unter normalen Umständen wäre dieser Datenzugriff Dritter ein Skandal. Bei Facebook häufen sich aber die Berichte über Datenlecks, politische Beeinflussung, Ignoranz, Vertuschung und dreiste Krisen-PR dermaßen, dass dieser neue Bericht dabei unterzugehen droht. Zeit für eine Einordnung.

In der Tat ist es gar nicht mehr so einfach, den Überblick über alle Skandale zu haben, in die Facebook zur Zeit verwickelt ist. Grob gesagt, lassen sie sich aber in drei Kategorien einteilen:

  1. Daten-Skandale
  2. Politische Skandale
  3. Management-Skandale

Facebooks Datenskandale

Ein Datenskandal wäre beispielsweise der aktuelle Skandal, in dem etliche andere IT-Unternehmen Zugriff auf die Daten und auch Nachrichten der Nutzer hatten, ohne dass diese davon wussten. In die Kategorie würde aber auch der Bug passen, der in der letzten Woche bekannt wurde: Entwickler hätten da die Bilder von 6,8 Millionen Nutzern sehen können. Ein klassischer Daten-Skandal war auch der Facebook-Hack von Ende September, bei dem Angreifer Zugriff auf die Daten von 50 Millionen Nutzern hatten. In diese Kategorie gehört natürlich auch die Spionage von Cambridge Analytica, der Firma, die mit den auf Facebook abgeschöpften Daten der Trump-Kampagne in den USA half.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Schreib den ersten Kommentar!

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung