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Xiaomi Mi Note 10 im Test: Langer Atem und fünf Kameras für alle Fälle

Sieht aus wie ein typisches Smartphone aus 2019, soll aus Sicht von Xiaomi aber ein Gamechanger sein. (Foto: t3n)

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Auf dem Papier klingt das Gerät wie ein Flaggschiff-Killer. Was das Xiaomi Mi Note 10 im Test wirklich drauf hat, erfahrt ihr hier.

Xiaomi will die Smartphone-Oberklasse mit einer Penta-Kamera, 108-Megapixel-Fotos und einem 5.000-Milliamperestunden-Akku aufmischen. Der Preis des Mi Note 10 bewegt sich mit 499 Euro* trotzdem in der gehobenen Mittelklasse. Ist das ein überzeugender Deal? Das wollten wir wissen und hatten das Xiaomi Mi Note 10 daher im Test.

Das Design geht schwer in Ordnung

Xiaomi will hierzulande ein richtiges Smartphone-Schwergewicht werden. Auf das Xiaomi Mi Note 10 im Test trifft das im wörtlichen Sinne bereits zu. Mit einer Dicke von fast einem Zentimeter und einem Gewicht von über 200 Gramm geht dem Modell etwas die Filigranität flöten. Ansonsten ist das Smartphone so schick und hochwertig gebaut, wie es sich für einen Flaggschiff-Aspiranten gehört.

Vorder- und Rückseite gefallen durch gebogene Seitenränder, die deutlich fühlbar und nicht gerade subtil aber dafür gleichmäßig in einen Metallrahmen übergehen. Ungleiche Spaltmaße oder ähnliche Makel sind erwartungsgemäß kein Thema. Die Deckschicht besteht auf beiden Seiten aus Gorilla Glass der Generation 5. Die neueste und robustestes Generation 6 ist wohl zu teuer für den anvisierten Mittelklasse-Verkaufspreis.

Xiaomi Mi Note 10 im Test Design

Das Xiaomi Mi Note 10 ist ein schickes, aber auch ein dickes und schweres Smartphone. Das Kamerasystem steht deutlich über. (Foto: t3n.de)

Die Rückseite unseres Testgeräts schimmert schön in der Farbvariante „Glacier White“. Alternativ stehen schlichtes „Midnight Black“ und extravagantes „Aurora Green“ zur Auswahl. Einziges Element auf der sonst ebenmäßigen Fläche ist das deutlich abgesetzte Kamerasystem. Die Vorderseite zeigt sich ebenfalls sehr aufgeräumt. Einen Homebutton gibt es nicht, der Fingerabdrucksensor befindet sich daher hinter dem Displaydeckglas. Bis auf eine kreisrunde Aussparung oben und hauchdünne schwarze Ränder um die Bildschirmeinheit stört fast nichts die riesige Displayfläche.

Scharfes und sonnentaugliches Display

Mit 6,47 Zoll Diagonale bietet das Curved-Display des Xiaomi Mi Note 10 im Test reichlich Fläche zum Eintauchen ins Geschehen. Da mobile Virtual Reality derzeit kein Thema mehr ist, stört es nicht, dass die Auflösung auf Full HD+ (2.340 x 1.080 Bildpunkte) begrenzt ist. Die Pixeldichte von 398 ppi ist bei Weitem scharf genug. Wir können beim Xiaomi Mi Note 10 im Test jedenfalls keinen einzelnen Bildpunkt erkennen.

Xiaomi Mi Note im Test Display

Das Display sorgt mit seinen gebogenen Rändern für einen „grenzenlosen“ Seheindruck. (Foto: t3n.de)

Darüber hinaus gefallen uns die brillante Farbwiedergabe und das satte Schwarz – das AMOLED-Display zeigt sich hier von seiner Schokoladenseite. Außergewöhnlich hell ist es mit bis zu 600 Nits laut Herstellerangabe allerdings nicht. Für HDR-Videos ist das auch nicht gerade optimal. Aber wir hatten zu keiner Zeit ein Problem damit, den Bildschirm draußen abzulesen. Dafür sorgt wohl der sogenannte Sonnenscheinmodus 2.0, der das Display bei hoher Umgebungshelligkeit nochmals etwas mehr strahlen lässt. Abgesehen von sehr dunkel gehaltenen Filmen macht es Spaß, mit dem Xiaomi Mi Note 10 Inhalte zu betrachten. Allen voran selbstgeschossene Fotos.

High-Five für geniale Kamera-Hardware

Mit dem Xiaomi Mit Note 10 im Test halten wir nach dem Nokia 9 Pureview das zweite Smartphone mit Penta-Kamera in der Hand. Auf der Rückseite stehen fünf separate Aufnahmeeinheiten mit jeweils unterschiedlicher Festbrennweite zur Verfügung. So viel Flexibilität, den Bildausschnitt auf optischem Wege zu gestalten, bietet bisher kein Smartphone, denn das Nokia-Gerät zoomt rein digital. Das Setup bei Xiaomi besteht aus:

  • Standardweitwinkel-Hauptkamera (108 MP mit 27-MP-Output, 25 mm Kleinbild-äquivalent, f/1.69)
  • Ultraweitwinkel (20 MP, 16 mm, f/2.2)
  • Zweifach-Tele (12 MP, 50 mm, f/2.0)
  • Fünffach-Tele (5 MP, 94 mm, f/2.0)
  • Makro (2 MP, 24 mm, f/2.4, Fokus zwischen 2 und 10 cm)

Durch die verschiedenen Brennweiten schalten wir mit Softbuttons in der Kamera-App. Alle fünf Optionen stehen in den Foto- und Video-Vollautomatik sowie im Pro-Modus zur Auswahl. Im letzteren ist übrigens neben der manuellen Belichtung auch RAW aktivierbar. Alle weiteren Modi speichern Bilder nur als JPG-Dateien. Der Porträt-Modus schaltet automatisch in die zweifache Vergrößerung. Im Nachtmodus können wir zwischen dem Zweifach-Tele und dem Standardweitwinkel wählen. Im 108-Megapixel-Modus ist logischerweise nur die Standardweitwinkel-Hauptkamera verfügbar.

Xiaomi Mi Note 10 im Test Kamera

Fünf Kameras – nach dem Nokia 9 Pureview ist das Xiaomi-Geräte das zweite Smartphone mit so vielen Aufnahmeeinheiten auf einer Seite eines Geräts. (Foto: t3n.de)

Das ist letztlich die einzige Betriebseinstellung, in der sich die beworbenen 108 Megapixel voll abrufen lassen. In den übrigen Modi reduziert die Software die Auflösung mittels Pixel Binning auf 27 Megapixel. Das ist aber immer noch mehr als sämtliche anderen aktuellen Smartphone-Kameras im Normalfall bieten. Das Plus an Pixeln schlägt sich im Test in den Bildern der Hauptkamera des Xiaomi Mi Note 10 positiv nieder. Es führt nämlich zu knackig scharfen Ergebnissen mit ungeheurem Detailreichtum.

Allerdings steigert es den visuellen Qualitätseindruck sowohl auf dem Smartphone-Screen als auch auf dem großen Monitor gar nicht, wenn wir mit 108 statt 27 Megapixeln fotografieren. In gewisser Weise ist weniger mehr. Denn beim 27-Megapixel-Bild rechnet die Software das Rauschen und Farbsäume bei harten Kontrastkanten besser heraus.

Die Tele-Kameras lösen zwar viel geringer auf, Schärfe und Detailgrad sind dennoch bei zweifacher und fünffacher optischer Vergrößerung prima und bei zehnfacher teil-digitaler Vergrößerung ordentlich. Nur das Crop-Potenzial ist deutlich begrenzter.

Nicht ernst zu nehmen ist dagegen der 50-fache Digital-Zoom. Der taugt nur für Fotonotizen, aber nicht für Fotokunst. Unzufrieden sind wir nach dem Ersteindruck auch weiterhin mit der Makro-Kamera. Die weitwinklige Brennweite des Objektivs ist für Nahaufnahmen nicht ideal. Kleine Objekte damit formatfüllen abzulichten, gelingt nicht wesentlich besser als mit anderen Smartphone-Kameras, die eine kurze, wenn auch nicht ausdrücklich makro-taugliche Naheinstellgrenze bieten.

Insofern wäre eine Penta-Kamera gar nicht nötig. Mit drei Einheiten wie beim Huawei P30 Pro (Test) ließe sich der gleiche Einsatzbereich abdecken. Insgesamt ist die variable Einsatzfähigkeit des Kamerasystems aber natürlich eine große Stärke. Dieser Gestaltungsspielraum erleichtert es, ein Motiv so nach den eigenen Vorstellungen in Szene zu setzen, wie es andernfalls nicht möglich wäre.

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2 Kommentare
Ich
Ich

„Fünf Kameras – so viele Aufnahmeeinheiten hat noch kein Smartphone-Hersteller auf eine Seite eines Geräts verbaut.“
Also Anfang des Jahres erschien bereits das Nokia 9 Pureview mit fünf Kameras auf der Rückseite, aber gut.

Antworten
Berti Kolbow-Lehradt

Danke für den Hinweis. Wird korrigiert.

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