Test

Xiaomi Mi Note 10 im Test: Langer Atem und fünf Kameras für alle Fälle

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Was an der Kamera-Software des Mi Note 10 noch besser werden darf

Was die Bildverbesserungssoftware angeht, ist Xiaomi in der Smartphone-Spitze angekommen. Die Farbwiedergabe ist schön natürlich, insbesondere die Hauttöne bei Porträts. Den Dynamikumfang kontrastreicher Motive gibt die Software meistens gut wieder. Im Vergleich mit dem Google Pixel 4 (Test) finden wir, dass das Xiaomi Mi Note 10 bei Nachtfotos mehr Zeichnung in den Spitzlichtern bewahrt. Der Preis dafür ist aber, dass die HDR-Automatik und die durch Künstliche Intelligenz gestützte Szenenerkennung die Belichtung eher etwas zu dunkel abstimmt. Wer die Bilder direkt aus der Kamera übernimmt und nicht bearbeitet, dürfte die Tendenz zur Unterbelichtung stören.

Die Algorithmen für die Bokeh-Simulation liefern insgesamt gute Ergebnisse – trotz teilweise überraschender Ausreißer. Bei einem Indoor-Porträt unter Kunstlicht trennen sie selbst feine Haarstrukturen sauber vom Hintergrund. Wiederum bei anderen Motiven unter viel besserem Licht hat die Software sowohl mit Haarspitzen als auch mit viel größeren Objekten so ihre Probleme. Dann ist unscharf, was scharf sein sollte, und umgekehrt.

Einen echter Patzer leistet sich die Kamera-App in anderer Hinsicht. Die interne Verarbeitung dauert in vielen Modi zu lange – nicht nur bei Nachtaufnahmen, wo mehrere Bilder miteinander verrechnet werden. Auch beim Speichervorgang zwischen zwei Bildern genehmigt sich die Kamera-App eine mehrsekündige Denkpause und ist dann nicht bedienbar. An Serienaufnahmen von spontanen Ereignissen ist so nicht zu denken.

Was also die Software betrifft, bietet das Xiaomi Mi Note 10 im Test viel, darf aber durch Updates gern noch etwas Feinschliff erhalten.

Unbearbeitete Test-Fotos in der Galerie

108 Megapixel löst dieses Bild im Original auf. Mehr bietet kein anderes Smartphone derzeit. Diesen Modus muss man gezielt auswählen. Normalerweise ist die Auflösung auf 27 Megapixel begrenzt. (Foto: t3n.de)

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Ausstattung des Xiaomi Mi Note 10: Prozessor zockt gut, Fingerabdrucksensor zickt gern

Statt einer Flaggschiff-würdigen Top-Platine verbaut der Hersteller nur das Mittelklasse-SoC Snapdragon 730G von Qualcomm. Bei anderen Testern reicht das für einen fetten Kritikpunkt. Auch wir wundern uns über diese Entscheidung. Aber in der Praxis spielt das rein gar keine Rolle. Denn selbst hardwarehungrige Games wie PUBG Mobile, The Elder Scrolls: Blades oder Ark: Survival Evolved laufen auf höchstmöglichem Grafikniveau flüssig. Und Alltagsaufgaben bringen das Xiaomi Mi Note 10 im Test sowieso nicht in Verlegenheit.

Der Umfang des mit sechs Gigabyte bestückten Arbeitsspeichers geht völlig in Ordnung. Auch der Flashspeicher ist mit 128 Gigabyte nicht klein dimensioniert. Nicht, dass wir das Xiaomi Mi Note 10 im Test mit unkomprimierten Fotos und Gaming-Apps annähernd voll bekommen hätten. Wer aber doch irgendwann an eine Grenze stößt, dürfte sich ärgern, dass sich der Speicher nicht erweitern lässt. Im Zweifelsfall greift ihr für 100 Euro Aufpreis zur sogenannten Pro-Version des Geräts, die mit doppelt so viel Flashspeicher und acht Gigabyte RAM kommt.

Xiaomi Mi Note 10 im Test - Fingerabdruckscanner

Der Fingerabdruckscanner zeigt eine hübsche Animation, wenn man ihn berührt. (Foto: t3n.de)

Zur Sicherheitsausstattung gehört ein Fingerabdrucksensor, der mit zehn Prozent mehr Fläche im Vergleich zum Vorgänger das aufgelegte Rillenprofil treffsicherer auslesen soll. Tatsächlich haben wir kein Problem, den Sensorbereich auf dem Display anzuvisieren. Allerdings ist es gewöhnungsbedürftig, den richtigen Druckpunkt zu finden. Sehr oft forderte uns das Xiaomi Mi Note 10 im Test nach wiederholten Fehlversuchen zur Eingabe der PIN auf. Gebessert hat sich das erst, nachdem wir unsere Fingerabdrücke gelöscht und erneut eingelesen haben. In jedem Fall sollten die Griffel nicht zu feucht oder gar verschmutzt sein. Damit kommt der Sensor gar nicht klar.

Der Lautsprecher auf der Unterseite spielt beim Xiaomi Mi Note 10 im Test laut und klar auf. Aber wie viele andere Smartphones auch, geizt er mit Bass. Für Sprachpodcasts reicht es immerhin.

Die Anschlussausstattung ist mit schnellem LTC Cat. 16, Bluetooth 5, 3,5-Millimeter-Klinkenstecker, USB-C und der Möglichkeit, zwei Nano-SIM-Karten zu kombinieren, sehr vollständig. Dass statt des neuen WiFi 6 noch WiFi 5 zum Einsatz kommt, ist in dieser Preisklasse und wegen der begrenzten Anzahl von WiFi-6-Routern verschmerzbar.

Der Akku des Xiaomi Mi Note 10 ist ein wahrer Langläufer

In Sachen Ausstattung unter der Haube sticht der leistungsstarke Akku hervor. Mit 5.260 Milliamperestunden ist er außergewöhnlich üppig dimensioniert. Wir kommen bei normalem Alltagseinsatz zwei Tage ohne Aufladen aus – wie vom Hersteller beworben. Bei moderater Nutzung sind mit dem Xiaomi Mi Note 10 im Test auch bis zu drei Tage drin. Ein beruhigendes Gefühl, nicht ständig nach einer Energiequelle Ausschau halten zu müssen. Und muss es dann doch sein, tanken wir das Xiaomi Mi Note 10 mittels des im Lieferumfang enthaltenen 30-Watt-Netzteils sehr schnell wieder auf. In 30 Minuten lädt es den Energiespeicher von 0 auf 57 Prozent. Voll ist der Akku nach einer Stunde und fünf Minuten.

Xiami Mi Note 10 im Test - Akku

Ein mächtiges 30-Watt-Netzteil druckbetankt den großen Akku des Xiaomi Mi Note 10 im Test in etwas mehr als einer Stunde von 0 auf 100. (Foto: t3n.de)

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2 Kommentare
Ich
Ich

„Fünf Kameras – so viele Aufnahmeeinheiten hat noch kein Smartphone-Hersteller auf eine Seite eines Geräts verbaut.“
Also Anfang des Jahres erschien bereits das Nokia 9 Pureview mit fünf Kameras auf der Rückseite, aber gut.

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Berti Kolbow-Lehradt

Danke für den Hinweis. Wird korrigiert.

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