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Zoom 5.0 erschienen: Anbieter bessert bei Sicherheit und Datenschutz nach

Zoom 5.0 soll unter anderem mehr Datenschutz bieten. (Bild: Zoom)

Zoom hat eine neue Version seiner gleichnamigen Videokonferenzlösung veröffentlicht. Nach massiver Kritik soll Zoom 5.0 vor allem mehr Sicherheit und Datenschutz bringen.

Nach heftiger Kritik an den Sicherheits- und Datenschutzpraktiken seiner Videokonferenzlösung hat Zoom jetzt reagiert. Mit Zoom 5.0 greift der Anbieter einige der Kritikpunkte auf und bessert nach. So bietet Zoom bei Online-Meetings jetzt automatisch einen Passwortschutz. Im Businessbereich können IT-Admins über die Komplexität der Passwörter entscheiden. Auch die schon an den Start gegangenen Warteräume sind in der neuen Zoom-Version vorhanden. Sie gehören ebenfalls zu dem Paket, mit dem vor allem dem sogenannten Zoombombing begegnet werden soll.

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Zoom verbessert Verschlüsselung

Im Backend-Bereich soll die Aufrüstung auf die AES-256-Bit-GCM-Verschlüsselung für mehr Sicherheit sorgen. Auch die schon angekündigte Möglichkeit, bestimmte Rechenzentren-Regionen auswählen zu können, soll mit Zoom 5.0 umgesetzt worden sein. Das gilt allerdings nur für zahlende Zoom-Kunden.

Am sichtbarsten für Nutzer wird aber das neue Security-Icon sein, über das Gastgeber die neuen und schon vorhandenen Sicherheitsfunktionen schneller erreichen können sollen. Neben den Warteräumen und optimierten Passwortoptionen gehören dazu die Möglichkeit, Nutzer an Zoom zu melden oder die Chat-Funktionen einzuschränken. Darüber hinaus soll es künftig schwieriger werden, versehentlich eine Meeting-ID weiterzugeben.

Zoom will „sicherste Plattform“ bieten

Die jetzt bekanntgewordenen Neuerungen in puncto Sicherheit und Datenschutz sind aber nur der Anfang, wenn man den Beteuerungen von Zoom-CEO Eric S. Yuan trauen darf. Demnach sei das Unternehmen dabei, „die sicherste Plattform“ zu bieten, um das Vertrauen seiner Kunden zu sichern.

Die meisten der neuen Funktionen sollen Zoom-Nutzern ab sofort zur Verfügung stehen. Die neue Version 5.0 soll innerhalb dieser Woche ausgerollt werden. Weitere Neuerungen dürften in den nächsten Wochen folgen. Zoom hatte sich Anfang April eine 90-Tage-Periode auferlegt, innerhalb derer ausschließlich an der Optimierung von Sicherheit und Datenschutz gearbeitet werden soll.

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Ein Kommentar
Meinrad Rombach
Meinrad Rombach

Es klingt gut, dass Zoom nun „die sicherste Plattform“ werden will. Ich bin gespannt, was die nächsten 66 Tage bringen.

Mit der angekündigten Neuerung reagiert der Hersteller bisher vor allem auf die Kritik an der Sicherheit der Zoom-Meetings und -Webinars. Die Einführung der sehr wichtigen Beschränkung der Zoom Auftragsverarbeitung auf Rechenzentren auf dem Boden der EU steht leider nur Kunden offen, die bereit sind dafür zu bezahlen

Für einen nachhaltigen Wiederaufbau von Vertrauen aller Nutzergruppen in diesen Anbieter braucht es jedoch aus meiner Sicht auch eine überzeugende Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit für die Endgeräte aller Nutzerinnen und Nutzer, gegen Bezahlung wie auch in der kostenfreien Grundversion. Hier sehe ich noch keine Bewegung.

Hier wurde ja auch schon berichtet, was (eher versierte) Anwenderinnen und Anwender tun können, wenn sie sich nicht dem Risiko einer Launcher-App aussetzen wollen, die funktionell wiederholt auch suspekte Überwachungsfunktionen gezeigt hat, welche für Videokonferenzen nicht zwingend notwendig sind.

https://t3n.de/news/diesem-tool-umgeht-installation-1265079/

Die Zeiten, in denen Launcher-Programme gebraucht werden, sind eigentlich vorbei, nachdem es die Alternative gibt, Videokonferenzen ohne jegliche „Plugins“ im Browser zu betreiben. Alle modernen Browser sind darauf ausgelegt, eine Sicherheitsbarriere gegen zu neugierige Websites zu schaffen, auf deren ständige Aktualisierung auch technisch weniger Versierte vertrauen können.

Für eine Zoom-App 5.0 (egal mit welchen Verbesserungen der Vertraulichkeit von Konferenzen) gilt dies nicht. Die groß angelegte Sicherheits-Kampagne erscheint solange wenig überzeugend für die sichere Anwendung in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, bis ein unabhängiges Sicherheitsaudit auf dem von Zoom offenzulegenden Quellcode der App die Entfernung aller problematischen Codes attestiert.

Die wichtigste Botschaft eines Anbieters für Webkonferenz-Plattformen, der großmundig die „sicherste Plattform“ bieten will, wäre die konsequente Annäherung an den inzwischen etablierten WebStandard, der den Zugriff von außen auf Browser und (nach Freigabe) Mikrofon und Kamera limitiert. Solange diese Botschaft nicht kommt, müssen die zahlreichen schon auf dem webRTC-Standard basierenden Mitbewerber aus sehr grundsätzlichen Gründen als „die Sichersten“ gelten.

Ich bin deshalb gespannt, ob wir in den nächsten Monaten aufgrund des Fortschritts in der lobenswerten Zoom-Sicherheitsinitiative auch die Nachricht werden lesen können:

Zoom kann ab sofort sicher und komfortabel im Browser genutzt werden. Eine App ist ab sofort nicht mehr nötig. Die neue browser-basierende Zoom-technologie 5.1 enthält nicht nur den gewohnten komfort, der die frühere App so beliebt gemacht hat, sondernauch alle in den letzten Wochen auf Basis der App geschaffenen Sicherheitseinrichtungen zum operativen Vertrauensschutz der Konferenzen.

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