Analyse

5 Tech-Trends, die unsere Welt verändern

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4. Mobile, Wearables und 5G

„Die Zukunft ist schon da. Sie ist nur ungleich verteilt“, soll der Science-Fiction-Autor William Gibson gesagt haben. Doch seit Apples iPhone und später Googles Android-System das Smartphone zum Massenprodukt gemacht haben, hat die Verteilung der Zukunft eine enorme Beschleunigung erfahren.

Allein im Jahr 2017 werden weltweit 1,47 Milliarden Smartphones verkauft werden, schätzt IDC – Wireless Smartphone Strategies (WSS) ging 2016 davon aus, dass dieses Jahr etwa 44 Prozent der Weltbevölkerung ein Smartphone besitzen.

Die Mehrzahl der Menschen weltweit, die ans Internet angeschlossen sind, nutzt es heute entweder ausschließlich oder überwiegend auf dem Smartphone. Die smarten Telefone haben dem Internet eine räumliche Komponente gegeben, die komplett neue Geschäftsmodelle wie beispielsweise Uber ermöglichte. China zeigt, welche Anwendungen und Verknüpfungen von virtueller und nichtvirtueller Realität dank Smartphones noch möglich sind.

Wearables wie Smartwatches oder reine Fitnesstracker ergänzen Smartphones derzeit, ersetzen sie aber nicht. Der große Durchbruch ist dabei noch keiner Wearable-Kategorie gelungen. Apple Watch, die mit Abstand beliebteste Smartwatch, funktioniert nicht ohne iPhone. Doch selbst wenn sie leistungsfähig genug wäre, um eigenständig zu funktionieren, ist allein der Bedienungskomfort dem von Smartphones unterlegen. So lange also Sprachsteuerung noch nicht perfekt funktioniert, werden Smartphones absehbar nicht durch Smartwatches oder andere Wearables ersetzt.

Wearables spielen aber weiter eine Rolle für Sport, den noch immer wachsenden Trend der Selbstvermessung („Quantified Self“) und dem Vergleich zum Beispiel sportlicher Leistung mit anderen. Smartwatches messen den Puls, Blutdruck, gelaufene Meter, andere körperliche Aktivitäten und können mit weiteren smarten Geräten wie der Waage verbunden werden.

Der Mobile-Trend ist nicht neu – aber er bleibt. Länder wie China, in denen PCs kaum noch außerhalb von Büros genutzt werden, zeigen, wohin es auch im Westen geht: Jugendliche und junge Erwachsene nutzen so gut wie nur noch ihr Smartphone.

Mobile: Was bringt die Zukunft?

Mobile ist mehr als ein Trend – es ist die Art, wie schon heute eine Mehrzahl der Leute das Internet nutzen. In den kommenden Jahren wird erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung mobil online gehen, die Nutzung von PCs wird auch im Westen zunehmend auf professionelle Büroarbeit beschränkt sein.

5G als kommender Mobilfunkstandard ist die nächste Evolutionsstufe der mobilen Internetnutzung: Damit werden sowohl noch einmal deutlich höhere Bandbreiten als auch eine geringere Latenz bei der Nutzung des Internets möglich. Dank Cloud-Computing kann von den mobilen Geräten jederzeit auf die Rechenleistung ganzer Server-Netzwerke zugegriffen werden – wie es heute schon bei den Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder Google Now der Fall ist.

Wer wissen will, was die Zukunft im Bereich mobiler Geräte bringt, sollte nach China schauen: Hier hat sich Wechat als dominante Super-App zentral im Leben der Chinesen eingenistet, über die sich von der Strom- und Gasrechnung bis zum Arzttermin fast alles regeln lässt. Auch die Verknüpfung zwischen virtueller und realer Welt ist in China deutlich fortgeschrittener als im Rest der Welt: QR-Codes sind allgegenwärtig, nicht nur in der Werbung und im Supermarkt, sondern beispielsweise auch zum Buchen von Räumen.

Die von Wechat Anfang des Jahrs eingeführten Mini-Programme befördern die Verzahnung noch. Die Programme funktionieren nur lokal beschränkt und können auch nur an bestimmten Orten aufs Smartphone geladen werden. Das fördert bei den Nutzern einen Sammler-Trieb, der an Pokémon Go erinnert.

Wer wissen will, was im Bereich mobiler Geräte darüber hinaus künftig noch möglich sein wird, muss für sich nur folgende Frage beantworten: Welche neuen Dienste und Geschäftsmodelle werden möglich, wenn jeder jederzeit auf immer größere Rechenkraft auf der Cloud zugreifen kann – kombiniert mit immer mehr Sensoren, die Daten erfassen?

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2 Kommentare
Robin
Robin

Bitte schreibt IOTA richtig.
„Die Herausforderer tragen Namen wie IOATA und EOS. IOATA nennt seinen Ansatz, der die Blockchain ersetzen soll, „Tangle“, …“

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Stephan Dörner

Danke für den Hinweis, ist korrigiert.

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