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Xbox: Ehemaliger Chef fürchtet Zerstörung der Spiele-Branche durch den Game Pass

Der Ex-Topmanager Ed Fries befürchtet, der Xbox Game Pass könnte dem Gaming genauso schaden, wie Abo-Modelle anderen Branchen übel mitgespielt haben. Für Indie-Studios gebe es darüber hinaus weitere Probleme mit dem Modell.

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Über den Game Pass erhalten Abonnent:innen eine ausgewählte Menge an Spielen zur freien Verfügung. (Foto: Miguel Lagoa/ Shutterstock.com)

Ed Fries war zwischen 1986 und 2004 Vice President bei Microsoft. Er baute die Microsoft Game Studios auf und entwickelte die Xbox federführend mit. Fries antwortete auf die Frage nach der aktuellen Xbox-Strategie in einem Interview mit Xbox Expansion Pass, der Game Pass mache ihn nervös. Er fürchte, das Abo-Modell habe ähnliche Auswirkungen auf die Gaming-Industrie wie Spotify auf die Musikindustrie gehabt habe.

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„Es (Spotify) zerstörte das Musikbusiness“, sagte er und erklärte, der Dienst habe den Jahresumsatz der kompletten Branche einfach mal halbiert. „Sie haben geschafft, dass die Leute einfach keine Songs mehr kaufen“, so Fries wörtlich. Dem widersprechen Musikjournalist:innen, die darlegen, die Piraterie habe das Geschäft halbiert. Spotify und ähnliche Dienste hätten vielmehr die Industrie gerettet und zu „neuen Höhenflügen“ gebracht. In 2011, dem Startzeitpunkt von Spotify, habe das Musikbusiness noch 15 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 2021 seien es weltweit 25,9 Milliarden gewesen.

Der Tod der Industrie: Alle Spiele im Monats-Abo

Fries beschreibt den Mechanismus auch von der anderen Seite. Als Konsument liebe er Spotify, alle Lieder seien da in einer App und er könne sie hören, wann er wolle. Aber für das Business sei die Entwicklung zum Musikstreaming nicht gut gewesen – und zwar weder für die Plattenfirmen noch für die Musiker:innen. Er befürchtet, der Spieleindustrie könne es in Zukunft ähnlich ergehen. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht das gleiche System in der Spielebranche schaffen“, warnte der 58-Jährige. Die Märkte seien anfälliger, als den Leuten bewusst sei, ergänzte er.

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Der ehemalige Manager betonte, er habe gesehen, wie sich die Spieleindustrie in den 80ern selbst zerstört habe und wie in den 90ern mit dem Lernsoftware-Geschäft dasselbe passiert sei. Microsofts Abo-Dienst hat mit 25 Millionen Abonnent:innen bei Weitem noch nicht die Größe von Spotify oder anderen Musikstreaming-Plattformen erreicht. Der Marktführer bei den Musik-Abos hatte im ersten Quartal 2022 422 Millionen aktive Nutzer:innen, davon zahlen 182 Millionen monatliche Gebühren. Die Zahlen steigen weiterhin stark an.

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Game Pass und Playstation Plus auf dem Vormarsch

In Relation zu den Einzelpreisen sind die Abo-Angebote der Konsolen-Platzhirsche sehr attraktiv. Daher entscheiden sich Gamer:innen zunehmend dafür. Sony hat zuletzt den eigenen Dienst neu aufgestellt – das Branchenmagazin Kotaku schreibt: „Um dem Gamepass ähnlicher zu werden.“ Die Bibliotheken wachsen und damit auch ihr Reiz. Indie-Studios sehen es zunehmend als Pflicht an, über den Game Pass zu veröffentlichen, um entsprechende Reichweite zu generieren. Allerdings ist auch das kein Erfolgsgarant. Auf der anderen Seite behauptet Microsoft, dass „Game Pass“-Abonnent:innen 40 Prozent mehr Spiele spielen und 50 Prozent mehr dafür ausgeben als Nicht-Mitglieder.

Die Gewinne steigen nicht

Auch wenn die Plattform-Betreiber mit den Abo-Diensten gute Geschäfte machen, muss das nicht für die originären Quellen des Contents gelten. Die Spielestudios bringen zunehmend Beispiele wie „Furi“ von The Game Bakers oder den Square-Enix-Shooter „Outriders“, die trotz Gamepass-Release keine höheren Verkaufszahlen oder Gewinne zu verzeichnen haben. Outriders soll noch gar keine Gewinne abgeworfen haben. Ed Fries sagt: „Der Prozentsatz aller Spiele, die auf dem Game Pass sind, ist immer noch winzig.“ 200 Spiele kämen alleine auf Steam pro Woche heraus, und auf mobilen Plattformen seien es noch mehr. „Das ist also eine Sache, die mir für die Zukunft Sorgen macht. Aber es ist eine Sache, über die ich mir Gedanken mache.“

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