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Flash ist tot. Nein, wirklich. Echt jetzt. Kein Witz

(Foto: t3n)

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Eine Nachricht, die seit Jahren durch die Medien geistert, scheint nun wahr geworden zu sein. Das Ende des Adobe Flash Players ist endgültig besiegelt. Die Chronik eines schleichenden Untergangs.

Wir schreiben das Jahr 2013, die Welt erholt sich von den Nachbeben des Arabischen Frühlings, die aus den Enthüllungen von Edward Snowden resultierende NSA-Affäre führt zu weltweiten Protesten und der deutsche Joseph Ratzinger tritt als Papst zurück. Neben all diesen weltpolitisch relevanten Ereignissen wurde auch erstmals der bevorstehende Tod des Flash Players prophezeit. Moderne Web-Technologien wie HTML5 würden am Thron des unangefochtenen Herrschers der Web-Animationen rütteln, hieß es damals. Doch Flash wehrte sich. Bis heute.

Zwei Jahre später forderte unter anderem der damalige Facebook-Sicherheitschef Alex Stamos ein baldiges Ende des Flash Players, da es wiederholt zu massiven Sicherheitslücken gekommen war. Bei Mozilla wurde Flash sogar auf die Blockliste für Firefox gesetzt. Auch Adobe selbst reagierte und kündigte an, den Flash Player beerdigen zu wollen. Ein genaues Datum wurde jedoch nicht bekannt gegeben.

Wiederum zwei Jahre später war es dann so weit. Sicherheitslücke folgte auf Sicherheitslücke und Adobe sah ein, dass der Flash Player keine Zukunft mehr haben wird, da das meiste, was Flash zu bieten hatte, mittlerweile auch mit HTML5 umgesetzt werden konnte. Ende 2020 sollte Schluss sein, teilte das Unternehmen mit. Drei Jahre blieben dem beliebten Plugin also noch.

Firmen machen vorzeitig Schluss

Drei Jahre, die einigen Unternehmen dann doch zu lang waren. Im Januar 2019 kündigte Mozilla an, das Flash-Plugin im Firefox-Browser zu deaktivieren. Google verkündete seinerseits im November des selben Jahres, dass die Suchmaschine keine Inhalte mehr indexieren werde, die auf die Flash-Technologie setzen. Immer mehr langjährige Wegbegleiter wendeten dem einstigen Musterschüler den Rücken zu.

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Das bevorstehende Ende des Flash Players machten sich immer wieder Hacker zu Nutze. Einer der am weitesten verbreiteten Mac-Trojaner gab sich als Fake-Update des Flash Players aus. Jeder zehnte Mac-Nutzer fiel dieser Masche zum Opfer. Eine Reihe von Angriffen, die den Ruf des Flash Players kurz vor seinem Niedergang nicht unbedingt verbesserten, auch wenn Adobe selbst natürlich nichts für die Attacken konnte. Immer wieder wurde darauf hingewiesen, den Flash Player nur von der offiziellen Website herunterzuladen, mit dem Zusatz, dass man klären solle, ob man ihn überhaupt noch benötige.

Im Mai 2020 verkündete Mozilla das endgültige Ende von Flash für Firefox 84. Bis dahin hatte sich der Player immer irgendwie halten können und blieb als Relikt einer längst vergangenen Epoche bestehen. Im Oktober zog auch Microsoft nach und gab bekannt, dass der Adobe Flash-Player komplett aus dem System fliegen und eine erneute Installation blockiert werden würde.

Farmville-Ende durch Flash-Player-Aus

In der Berichterstattung um das Aus des Flash Players schwang stets ein süffisanter Unterton mit. Begriffe wie „Beerdigung“ und „Tod“ wurden häufiger verwendet als Satzzeichen, als würde die Welt nur darauf warten, dass endlich Schluss ist. Doch es gab auch eine Community, die dem Ende wehmütig entgegen gesehen hat. Die Rede ist von Farmville. Der in Facebook integrierte Landwirtschafts-Simulator setzte bis zuletzt auf den Flash Player und verabschiedete sich am 31. Dezember 2020 aus dem Geschäft. Zu Hochzeiten verzeichnete Farmville mehr als 80 Millionen Nutzer im Monat.

Viele Nutzer und Nutzerinnen begleitete der Flash-Player auch durch die Kindheit und Jugend und genau diese Leute wollten nicht, dass mit dem Aus von Flash auch Inhalte einfach verschwinden. Im Internet Archive wurde deshalb extra eine Sammlung mit dem beliebtesten Flash-Content erstellt, in der Nutzer Jahrzehnte alte Animationen und Spiele über einen integrierten Emulator erneut erleben können.

Abschließend bleibt nur zu sagen, dass es das jetzt endgültig war mit Flash. Adobe hat den Support offiziell eingestellt. Ein sieben Jahre andauernder Abstieg hat sein Ende gefunden, das Licht wurde ausgeknipst. Die meisten werden sagen, dass das auch gut so sei, nach all den Sicherheitslücken und einfach nicht mehr zeitgemäßen Anwendungen. Ein Stück Nostalgie wird bei den Gedanken an den Flash Player dennoch immer mitschwingen.

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