Ratgeber

Produktivität: Deshalb solltest du alle 90 Minuten eine Pause einlegen

Erstmal tief durchatmen: Mach alle 90 Miunten eine Pause (Foto: fizkes/ Shutterstock).
Lesezeit: 2 Min.
Artikel merken

Ab wann sollten Menschen eine Pause einlegen, um produktiv zu bleiben? Forscher haben darauf eine Antwort gefunden.

Pausen sind wichtig, um die eigene Produktivität aufrechtzuerhalten. Doch wie sie zu gestalten sind, darüber scheiden sich häufig die Geister. Eine Theorie besagt, dass Pausen nach 90 Minuten am effektivsten sind. Wissenschaftler erklären diesen Ansatz entlang des Basic Rest Activity Cycles (BRAC), dem Menschen in der Nacht unterliegen und der ebenfalls eine Gesamtlänge von 90 Minuten ausmacht. Innerhalb dieser Zeit durchläuft der Mensch mehrere Leicht- und Tiefschlafphasen. Der Zyklus wiederholt sich mehrmals.

In diesen Phasen verarbeitet das Gehirn diverse Informationen des Alltags und erholt sich anschließend wieder. Pro Nacht kommt es bei einem gesunden Menschen zu vier bis sieben Wiederholungen. Abweichungen von diesem Grundmuster führen oft dazu, dass der Schlaf als weniger erholsam empfunden wird. Das BRAC-Muster gilt insofern als Optimum beziehungsweise als für den Körper ideales Konzept der Regenerierung. Besser bekannt ist das Modell auch unter dem Namen „der Schlafzyklus“.

Das Modell des Schlafzyklus in den Arbeitstag übertragen

Hypnogramm mit einem Schlafzyklus – hier folgte nach kurzem „Wachliegen“ (W) etwas Leichtschlaf (N1), unterbrochen von erneutem Wachwerden, danach etwas Schlaf der Stadien N2 und ausgiebig Tiefschlaf (N3) sowie 13 Minuten REM-Schlaf (R). (Grafik: Wikipedia)

Schlafzyklus – nach kurzem „Wachliegen“ (W) folgt etwas Leichtschlaf (N1), unterbrochen von erneutem Wachwerden, danach etwas Schlaf der Stadien N2 und ausgiebig Tiefschlaf (N3) sowie 13 Minuten REM-Schlaf (R). (Grafik: Wikipedia)

Einer der Forscher hinter dem BRAC-Modell, Professor Nathaniel Kleitmann, fand zudem heraus, dass dieser Rhythmus sich auf die menschliche Wachphase übertragen lässt. Der Körper durchläuft ebenfalls innerhalb von 90 Minuten verschiedene Intervalle, die sich aus erhöhter und weniger erhöhter Konzentrationsfähigkeit zusammensetzen. Das signalisiert er auch, gab Kleitmann zu verstehen, jedoch sind wir inzwischen gut darin, diese Signale mit Koffein oder Zucker zu übergehen, um uns künstlich mit Stresshormonen wachzuhalten.

Top-Performer gönnen sich alle 90 Minuten eine Pause

Inwieweit das Arbeiten in 90-Minuten-Zyklen tatsächlich produktiver macht, hat zudem der Psychologie-Professor der Florida State University, K. Anders Ericsson, erforscht. Der gebürtige Schwede gilt als Experte auf dem Feld der Gedächtnisleistungsfähigkeit. Er untersuchte im Rahmen der Arbeit „Elite Performers“ wie Musiker, Athleten, Schauspieler und Schachspieler trainieren und fand heraus, dass die besten unter ihnen tatsächlich in 90-Minuten-Zyklen arbeiten würden.

Fast fertig!

Bitte klicke auf den Link in der Bestätigungsmail, um deine Anmeldung abzuschließen.

Du willst noch weitere Infos zum Newsletter? Jetzt mehr erfahren

„Um leistungsfähig zu bleiben, müssen Menschen größere Erschöpfungsphasen vermeiden.“

Sie beginnen am Morgen, nehmen zwischen den Trainings-Sessions die besagten Pausen und arbeiten sogar selten mehr als 4 ½ Stunden am Tag durch, gab Ericsson zu verstehen. Diese Methode führte dazu, dass sie eine erhöhte Leistungsfähigkeit über mehrere Wochen am Stück aufrechterhalten konnten. „Um langfristig maximal leistungsfähig zu bleiben, müssen Menschen größere Erschöpfungsphasen während des Tages vermeiden“, hieß es in der Studie.

Auch der Autor Tony Schwartz („Be Excellent at Anything“) hat sich in einem Essay für die New York Times für diesen Ansatz ausgesprochen. Er beschreibt darin, wie er das BRAC-Modell und die Erkenntnisse von K. Anders Ericsson systematisch in den Schreibprozess seiner letzten Bücher integrierte und so wesentlich produktiver wurde. An seinen ersten Büchern habe er noch ein Jahr lang bis zu zehn Stunden täglich gearbeitet, schreibt er. Zuletzt arbeitete er nur 4 ½ Stunden pro Tag und schaffte es, binnen sechs Monate zwei Bücher fertigzustellen.

Auch dieser Beitrag könnte dich interessieren: 4-Tage-Woche: Experiment in Island beweist steigende Produktivität.

Das könnte dich auch interessieren

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
Charlie ...
Charlie ...

Kann es sein, dass deutsche Beamte den Schlafzyklus bereits vollumfänglich auf ihren Arbeitsalltag übertragen haben?

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hallo und herzlich willkommen bei t3n!

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team von mehr als 75 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Schon jetzt und im Namen der gesamten t3n-Crew: vielen Dank für deine Unterstützung! 🙌

Digitales High Five
Holger Schellkopf (Chefredakteur t3n)

Anleitung zur Deaktivierung

Artikel merken

Bitte melde dich an, um diesen Artikel in deiner persönlichen Merkliste auf t3n zu speichern.

Jetzt registrieren und merken

Du hast schon einen t3n-Account? Hier anmelden

oder