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Amazon Echo Studio im Test: So gut klang Alexa noch nie

Amazon Echo Studio im Test. (Bild: Amazon)

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Amazon hat erstmals einen Premium-Alexa-Lautsprecher im Angebot, der echt gut klingt. Wir haben den Echo Studio getestet und waren überrascht, wie gut ein 200-Euro-Speaker klingen kann.

Ganze fünf Jahre nach dem Start von Alexa und drei Jahre nach dem Deutschland-Launch bedient Amazon mit seinem Echo Studio erstmals die Lautsprecher-Oberklasse. Der neue Alexa-Speaker klingt nicht nur gut, sondern hat sogar noch ein paar Tricks im Ärmel.

Amazon Echo Studio: Alexa-Lautsprecher ist größer als Sonos One und Apples Homepod

Amazons Echo Studio sieht aus wie ein mit Stoff verkleideter kleiner Mülleimer, in den jemand in den unteren Teil einen durchgehenden Schlitz geflext hat. Das Design des Speakers ist an Amazons Echo-Familie angelehnt, dabei ist er deutlich größer als der normale Echo, aber kleiner als der Subwoofer Echo Sub. Verglichen mit Produkten der Mitbewerber wie dem Sonos One (Test), der ebenfalls Amazons Alexa unterstützt, und Apples Homepod, überragt er beide Modelle.

Echo Studio im Größenvergleich mit dem Sonos One. (Foto: t3n)

Echo Studio im Größenvergleich mit dem Sonos One. (Foto: t3n.de)

Wie alle Echo-Speaker besitzt der Studio vier Buttons zur Steuerung der Lautstärke, zum Ausstellen des Mikrofons und zur Alexa-Aktivierung ohne das Hotword auszusprechen. Die Knöpfe sind auf einem Ring an der Oberseite angeordnet – im Ring befindet sich zudem eine LED-Leiste, die bei aktivem Sprachassistenten blau leuchtet. Wurde Alexa deaktiviert, strahlt die LED in rot. Tasten zur Mediensteuerung sind nicht integriert – bei Bedarf lässt sich der Lautsprecher außer per Stimme auch über die Alexa-App kontrollieren. Außerdem besteht die Option, die Musikauswahl direkt per Spotify (Connect) und in der Amazon-Music-App zu bestimmen.

Leuchtet der Ring blau, wartet Alexa auf euren Sprachbefehl. (Foto: t3n)

Leuchtet der Ring des Echo Studio blau, wartet Alexa auf euren Sprachbefehl. (Foto: t3n.de)

In Sachen Anschlüssen befinden sich auf der Geräterückseite ein Strom und ein Micro-USB-Anschluss sowie ein optischer Eingang, der auch 3,5 Millimeter-Klinkenstecker aufnimmt. Über letzteren lässt sich Musik von anderen Geräten abspielen.

Echo Studio – die Anschlüsse. (Foto: t3n.de)

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Echo Studio mit eingebautem Smarthome-Hub

Ähnlich wie Apples Homepod oder der Sonos Move kann der Echo Studio über sieben eingebaute Mikrofone, die auch für die Sprachsteuerung genutzt werden, seinen Klang automatisch an den jeweiligen Raum anpassen, respektive optimieren. Die Klangoptimierung funktioniert indes nicht, wenn der Sprachassistent deaktiviert wird, denn die Mikrofone werden damit komplett entkoppelt. Darüber hinaus unterstützt er Dolby Atmos und 360 Reality Audio.

Der Ring des Echo Studio zeigt auch die Lautstärke an. (Foto: t3n)

Der Ring des Echo Studio zeigt auch die Lautstärke an. (Foto: t3n.de)

Praktisch: Wie im Echo Plus hat Amazon in den Echo-Studio-Speaker einen Zigbee-Hub zur Verbindung von Smarthome-Geräten integriert. Dadurch fungiert der Speaker als Zentrale für eure vernetzten Geräte wie die Hue-Leuchten von Philips, Tado-Thermostate und mehr. Auf eine separate Bridge für diese IoT-Produkte könnt ihr verzichten. Andere Lautsprecher dieser Klasse bieten das nicht. Bei der WLAN-Verbindung hat sich Amazon bei Echo Studio noch auch die üblichen 802.11 a/b/g/n/ac mit 2,4 und fünf Gigahertz entschieden – der neue Standard Wifi 6 wird nicht unterstützt.

Sound des Echo Studio lässt Sonos One alt aussehen

Ein Blick auf die Speaker des Amazon Echo Studio. (Bild: Amazon)

Ein Blick auf die Speaker des Amazon Echo Studio. (Bild: Amazon)

Das Kernstück des Amazons Echo Studio sind selbstredend die Speaker: Der Brüllwürfel besitzt einen nach unten gerichteten 133-Millimeter-Woofer mit Bassöffnung (der durchgehende Schlitz), um die Bassleistung zu verstärken. Weiter sind drei 51-Millimeter-Mitteltöner an Bord sowie ein 25-Millimeter-Hochtöner, die ringsum im Gehäuse verteilt sind. Weitere Bestandteile sind ein 24-Bit-DAC sowie ein Verstärker mit einer Bandbreite von 100 Kilohertz und 330 Watt.

Der Echo Studio unterstützt die Audioformate Proband FLAC, MP3, AAC, Opus, Vorbis, Dolby Digital, Dolby Digital Plus, Dolby Atmos, Sony 360 Reality Audio/MPEG-H sowie 16- und 24-Bit-Audiokodierung (HiRes).

Der Klang, den der Echo Studio produziert, kann absolut überzeugen. Im Vergleich mit dem Sonos One, der etwa im gleichen Preisniveau liegt, eröffnen sich neue Klangwelten. Der Echo Studio liefert ein viel breiteres Klangbild mit Stereocharakter und betonte Mitten und klar definierte Höhen. Der Bass ist auch klar zu vernehmen und spielt unter anderem in Hiphop-Songs seine Stärken aus, ohne zu dominieren. Tendenziell bietet der Speaker einen neutral ausgesteuerten Sound, der dank seiner großen ringsum angeordneten Lautsprecheranzahl räumlicher anmutet als der vom Volumen her kleinere Sonos One.

Für Amazon ist das sogenannte 3D-Audio ein Highlight des Speakers. Hierfür unterstützt der Studio die 3D-Sound-Formate Dolby Atmos und Sony 360 Reality Audio. Mit den Formaten sollen einzelne Stimmen und Instrumente räumlich präziser positioniert werden können, um die Stimme von oben, oder das Schlagzeug von der Seite wahrzunehmen. Dafür können einzelne Musikspuren eines Songs mit Entfernungs- und Winkelinformationen versehen werden. Laut Amazon gibt es auf Amazon Music zahlreiche 3D-Sound-Titel – sie zu finden, ist allerdings nicht sonderlich leicht. Eine begrenzte Auswahl wird über den Befehl: „Alexa, spiele das Best of 3D“ abgespielt, für die ihr aber Amazon Music HD abonniert haben müsst, das mit knapp 15 Euro pro Monat zu Buche schlägt.

Echo Studio unterstützt 3D- und HD-Audio. In der Amazon Musik-App wird die jeweilige Soundqualität angezeigt. (Foto: t3n)

Echo Studio unterstützt 3D- und HD-Audio. In der Amazon-Musik-App wird die jeweilige Soundqualität angezeigt. Standardmäßig wird stets die beste verfügbare Tonqualität gestreamt. (Foto: t3n.de)

Um den 3D-Sound wahrzunehmen, ist es im Grunde erforderlich, in einer idealen Position zum Speaker zu sitzen. Befindet man sich irgendwo im Raum und will dem räumlichen Sound lauschen, ist der Effekt nicht mehr vorhanden. Die angehörten 3D-Audio-Songs lieferten im Test nicht den erwarteten Effekt. Das ist aber nicht schlimm, denn schließlich liefert Amazon bei der aus meiner Sicht wichtigeren Disziplin ab: dem sehr guten Sound für einen 200-Euro-Speaker.

Echo Studio wird kabellos zum Heimkinosystem

Amazon Echo Studio lässt sich per Fire TV Stick 4K oder Cube als Heimkinospeaker nutzen. (Bild: Amazon)

Amazon Echo Studio lässt sich per Fire TV Stick 4K oder Cube als Heimkinospeaker nutzen. (Bild: Amazon)

Der Echo Studio kann übrigens mit einem weiteren Studio-Speaker zum einem Stereopaar gekoppelt werden. Außerdem lässt er sich mit einem Fire TV Stick 4K oder einem Fire TV Cube koppeln, um als Heimkinosystem zu fungieren. Ist die nicht sonderlich intuitive Einrichtung erfolgt, sind der Echo Studio und das Fire-TV-Gerät elegant kabellos miteinander verbunden. Mit den Sprachbefehlen „Alexa, stell den Fernseher an/aus“ lässt sich der Smart TV nun bequem ohne Fernbedienung steuern. Ebenso könnt ihr Filme und Serien über Prime Video per Sprache abrufen sowie Vor- und Zurückspulen und weitere Befehle zur Steuerung ausführen.

Der Echo Studio dient dabei aber letztlich nur zur Audioausgabe, die Steuerung erfolgt über Fire TV. Dennoch: Als Soundbar oder besser -tonne macht der Speaker eine sehr gute Figur, wenngleich hier ein zweiter Lautsprecher eine Nuance mehr Stereoeffekt liefern würde. Aber auch als Einzelspeaker wertet der Echo Studio das Heimkinofeeling deutlich auf, vor allem dann, wenn man bisher nur die TV-Lautsprecher genutzt hat.

In der Alex-App lassen sich Amazon Echo Studio und der Fire TV Cube zum Heimkino koppeln. (Screenshots: t3n)

Umständlich: In der Alexa-App lassen sich Amazon Echo Studio und der Fire TV Cube zum Heimkino koppeln. (Screenshots: t3n.de)

Was bei der Kopplung mit dem Cube irritiert: Wenn ihr über den Echo Studio nur Musik hören wollt, wird automatisch auch der Fernseher gestartet. Darauf werden dann während der Wiedergabe die Songtexte angezeigt. Wenn ihr das unterbinden wollt, deaktiviert die Mikrofone des Fire TV Cube.

Fazit zum Echo Studio: Amazons bester Alexa-Lautsprecher

Echo Studio von der Seite. (Foto: t3n)

Echo Studio von der Seite. (Foto: t3n.de)

Lange hat es gedauert, aber Amazon hat es geschafft, einen richtig gut klingenden Smartspeaker fürs Wohnzimmer zu bauen. Bislang galt der Sonos One als der beste Smartspeaker, die Krone geht nun an Amazons Studio über, der zudem noch mit einem Preis von 200 Euro etwas günstiger ist. Der Echo Studio spricht vielleicht nicht unbedingt die absoluten Audiopuristen an, die für ihre Anlage gerne mal mehrere Tausend Euro in die Hand nehmen. Wer aber gerne Musik hört und etwas Wert auf guten Klang legt, wird mit dem Speaker nichts verkehrt machen.

Weitere Pluspunkte des Studio sind die Integration eines Smarthome-Hubs und die Möglichkeit, den Speaker ins Heimkino-System als Soundbar einzubinden. Nicht überzeugt hat uns der 3D-Sound, der aus unserer Sicht eher ein Gimmick ist – vielleicht haben wir auch nur schlechte Ohren oder saßen im falschen Winkel zum Speaker. Nichtsdestotrotz bietet der Echo Studio ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis.

Der Amazon Echo Studio ist offiziell seit dem 7. November für 199,99 Euro erhältlich*, breit verfügbar ist er jedoch noch nicht, wie auf der Amazon-Produktseite zu erfahren ist. Erste Geräte sind zwar beim Kunden, mittlerweile scheint der Speaker womöglich wegen einer starken Nachfrage oder begrenzter Stückzahl erst gegen Ende Dezember verschickt zu werden.

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2 Kommentare
Marad
Marad

Der Letzte Absatz stimmt nicht, ich habe mein Echo Studio wie von Amazon angekündigt, am pünktlich am 07.11.2019 geliefert bekommen.

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Andreas Floemer

Hi Marad, vielen Dank für den Hinweis, ich habe den letztn Absatz angepassst.

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