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Experte warnt: Quantencomputer können „jedes Blockchain-Sicherheitssystem untergraben“

Quantencomputer sollen die Verschlüsselung, die Bitcoin und anderen Kryptowährungen zugrunde liegt, bereits 2026 „grundlegend“ untergraben können – sofern die Blockchains nicht aktualisiert werden.

3 Min. Lesezeit
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Quantencomputer gelten als die Rechner der nächsten Generation. (Foto: IBM)

Quantencomputer, die voraussichtlich um das Jahr 2026 einsatzbereit sein werden, werden aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit jedes Blockchain-Sicherheitssystem leicht untergraben.“ Diese dramatische Prognose hat David Williams, Gründer des Quantenverschlüsselungsunternehmens Arqit, gegenüber Forbes getätigt und die Entwickler der Blockchains zu „mehr Dringlichkeit“ aufgerufen.

Auch Cardano-Erfinder Hoskinson bestätigt Quanten-Gefahr

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Entwickler von Blockchains müssten sich proaktiv mit dem bevorstehenden Quantenzeitalter auseinandersetzen und ihre Technologien entsprechend rechtzeitig anpassen. Williams schlägt dazu den Einsatz sogenannter Quantenverschlüsselungsschlüssel vor. Das verwundert nicht, denn es ist das Produkt seines Unternehmens, mit dem er im Dezember per Spac an die New Yorker Börse gehen will.

Tatsächlich ist die bevorstehende Verfügbarkeit von Quantentechnologie ein Problem für alle Bereiche, in denen mit Verschlüsselung gearbeitet wird. Das hat auch der Ethereum- und Cardano-Erfinder Charles Hoskinson erkannt, der bekannt dafür ist, jeden Entwicklungsschritt seines neuen Projekts wissenschaftlich abzusichern.

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Hoskinson will sein Projekt rechtzeitig vor dem ernsthaften Markteintritt kommerzieller Quantencomputer vorbereitet haben und ruft auch die Entwickler anderer Kryptowährungen dazu auf, die Bedrohung ernst zu nehmen und Ressourcen darauf zu verwenden. Die ambitionierte Prognose von Williams, dass das schon 2026 der Fall sein müsste, teilt Hoskinson indes nicht.

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„Quantensichere Blockchains“ hätten Wettbewerbsvorteile

„Wenn dies nicht angegangen wird, bevor Quantencomputer eine Bedrohung darstellen, wären die Auswirkungen massiv“, betont auch Duncan Jones, Leiter der Quanten-Cybersicherheit bei Cambridge Quantum Computing. Angreifer könnten „betrügerische Transaktionen“ durchführen und ganz generell den Blockchain-Betrieb stören.

Deshalb sei es für dezentrale Netzwerke besonders wichtig, den Migrationsprozess so schnell wie möglich zu starten, da er eine „sorgfältige Planung und Ausführung“ erfordere. Wenn aber eine Blockchain den Nachweis erbringen könne, „quantensicher“ zu sein, so Jones, verfüge diese über einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

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Anfang dieses Monats hat Cambridge Quantum Computing zusammen mit der Interamerikanischen Entwicklungsbank und dem Tecnológico de Monterrey vier potenzielle Bedrohungen für Blockchain-Netzwerke identifiziert, die von Quantencomputern ausgehen. Jones schlägt vor, eine Post-Quantum-Kryptographie-Schicht nebst einer neuen Generation von quantensicheren kryptographischen Schlüsseln zum Schutz einzusetzen.

Dabei geht Jones davon aus, dass die Schaffung eines Quantencomputers nicht gleich am ersten Tag alles zerstören würde. Vielmehr werde die Nutzung „zunächst im Verborgenen geschehen“. Erst langsam werde die Information durchsickern, „dass die Kryptographie gebrochen wurde“. Das allerdings würde dann zu einem „völligen Vertrauensverlust“ führen, „ähnlich wie bei der globalen Finanzkrise, als das Vertrauen in das System zerfiel“.

Mit besonderer Sorge blickt Jones auf den Umstand, dass China im globalen Quantenwettlauf die Nase vorn habe. Das könne sowohl die traditionellen als auch die Kryptomärkte in ähnlichem Maße untergraben wie es während der globalen Finanzkrise 2008 der Fall gewesen sei.

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Unternehmen und Universitäten forschen fieberhaft an Quantentechnologien

Die Quanteninformatik, bei der herkömmliche Computer-Bits durch Quantenpartikel (Qubits) ersetzt werden, die Informationen mit erheblich höherer Geschwindigkeit berechnen können, befindet sich seit den 1990er Jahren in der Entwicklung. Forscher an Universitäten auf der ganzen Welt sind dabei, funktionierende Quantencomputer zu entwickeln. Die Fortschritte sind exponentiell. Die Forschung der letzten fünf Jahre hat mehr Erkenntnisse gebracht als die Forschung der drei Jahrzehnte davor.

Der Suchmaschinengigant Google hatte im Mai 2021 einen eigenen Quantum-AI-Campus vorgestellt, in den mehrere Milliarden US-Dollar investiert werden. Bis 2029 soll hier der erste kommerzielle Quantencomputer entstehen. Das Projekt bleibt ambitioniert. Zwar sind Unternehmen inzwischen in der Lage, alle für Quantenprojekte erforderlichen Komponenten auch tatsächlich zu erhalten. Dennoch gibt es eine Reihe großer Herausforderungen, die auf dem Weg zum Megacomputer aus dem Weg geschafft werden müssen.

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10 Kommentare
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S.N.

Falsch !!!
QC können nur bestimmte Aufgaben schneller lösen.Würden diese zum Mining eingesetzt werden dann würde die Difficulty extrem hoch angesetzt werden, somit gäbe es keinen Vorteil mehr.Auch würde sofort auffallen wenn Blöcke premined würden, die Nodes würden diese nicht akzeptieren und der „Angreifer“ wäre sofort aus dem Netzwerk.
Technisch hat der Verfasser dieses Artikels leider keine Ahnung !

Antworten
O.anon

Tunnelblick.

Es geht dabei nicht um das Mining selbst, sondern die Wallets bzw. deren private Schlüssel. Wozu sollte man sich an dem Mining-„Prozess“ beteiligen, wenn die Möglichkeit besteht in besitzt des Wallets zu kommen, bzw. darüber hinaus Transaktionen zu tätigen. Es reicht schon einen private Key zu einer Adresse mit 100.000 Bitcoins zu „errechnen“.

Um auf den Punkt zu kommen ist es das Faktorisierungsverfahren welches dabei im Vordergrund steht.

Antworten
Dieter Petereit

So ist es. Vom Mining ist nicht die Rede.

Steven Morgner

Es ist wirklich ärgerlich mit dummen Menschen. Ständig sind da Gefahren welche die Zukunft unmöglich machen. Kein Betreiber von Quanten computing würdd sich um die Blockchain kümmern. Warum auch? Er/Sie gäben Geld aus um etwas zu zerstören. Ohne Nutzen daraus zu ziehen. Weg ist weg. Und Fiat Banken sind wesentlich einfacher zu knacken.

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byteshakerz

Ob der Verfasser des Artikels in jedem Detail richtig resumierte, es sei mal dahingestellt. Mitunter können Übersetzungsfehler ursächlich sein. Dennoch ist die Grundaussage meiner Ansicht nach richtig, auch wenn sie Manchen der engagierten Schürfer nicht gefällt.

Mein Eindruck ist, dass Du etwas übersehen hast.

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Natoshi Sakamoto

Hier soll es wohl eher ums knacken der Kryptographie bzw. des private key der wallet gehen. Wenn das wirklich irgendwann in kurzer Zeit klappen sollte haben wir ganz andere Probleme. Dann wären alle verschlüsselungen quasi „sinnlos“. Das Web und alle verschlüsselten Daten. Satteliten Codes. Atom raketen abschuss :D aber das Szenario taugt eigentlich nur um unwissenden das geld fürs eigene unternehmen aus der tasche zu ziehen, welches vor diesem Szenario schützen soll :D. Selbst wenn ein Quantencomputer drölf mal schneller im bruteforce wäre, wegen der qubits, welche ja alle zustände gleichzeitig haben können kann er trotzdem nicht bewerten welcher Schlüssel denn jetzt der richtige ist. Wenn man nämlich alle Kombinationen gleichzeitig vorliegen hat, weiss man eben trotzdem nicht welche jetzt die gesuchte bzw. richtige ist.

Antworten
byteshakerz

Du denkst daran, dass auch eine Kurve nur eine Linie ist, die in sich selbst eine Aneinanderreihung von Punkten abgebildet ist?

Mal ganz radikal formuliert sind diese Blockchains ein primitives Konstrukt aus verschiedenen Datenbank-Systemen, die inenander verschachtelt gegeneinander mit viel Tamtam ausgespielt werden.

Kausal wird die Irreversibilität mittels Komplexität nur vorgetäuscht, obwohl die Reversibilität im Kern die Grundlage auf Basis der Eineindeutigkeit ist.

Hurra Neuland!

Antworten
Michael Janitschek

Wer sich mit der Sicherheit bei Bitcoin auskennt und ein Hardware-Wallet nutzt, kann hier nur müde lächeln. Blocks pro Tag und rewards, Blockgrösse, difficulty, halvenings, Seed und Passwörter sowie PIN beim Cold-Wallet… alles Begriffe die man kennen sollte um dann einzugestehen, dass Herr Nakamoto wohl leider für die nächsten 1000 Jahre vorausgedach hat!

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SteveBlocks

Die Hardware Wallet nutzt in dem Fall herzlich wenig. Die schützt nur vor dem Diebstahl des Private Keys. Aber der Private Key lässt sich weiterhin durch Bruteforce knacken. Er ist dadurch dass er auf der Cold Wallet gespeichert ist nicht weg und für andere unbenutzbar.

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Salomon Voran

… Die aktuelle SHA-256-Verschlüsselung von Bitcoin wird allgemeinhin als NICHT quantensicher angesehen. Der kryptografische Schutz von Bitcoin ist durch einen Quantencomputer somit gefährdet. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, kann die Verschlüsselung jedoch angepasst und quantensicher gemacht werden….

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