Ratgeber

Buchhaltung für Gründer und Freiberufler: Diese Dienste vereinfachen die Arbeit

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Fastbill: Ansprechende grafische Aufbereitung

Auf Automatisierung und Vereinfachung in der Buchhaltung für kleinere Unternehmen und Gründer setzt auch Fastbill. Was Fastbill hervorstechen lässt, ist weniger der Funktionsumfang, der in weiten Teilen mit den Mitbewerbern identisch ist, als die ansprechende grafische Aufbereitung der Daten. Zentrales Element ist das Dashboard, das innerhalb von wenigen Sekunden zeigt, was aktuell im Unternehmen los ist – welche Projekte abzurechnen sind oder welche Zahlungen noch ausstehen oder bereits erfolgt sind.

Neben Rechnungen setzt Fastbill auch auf Kundenkontakte und bietet eine Dokumentenverwaltung. Belege lasen sich per Smartphone-Kamera scannen und archivieren – in wieweit das fürs eigene Geschäft ausreicht, muss jeder für sich prüfen. Die unterschiedlichen Varianten kosten zwischen 8,99 Euro und 53 Euro im Monat (derzeitiges Angebot, sonst 9,99 bis 59 Euro). Die gute Nachricht: Für die meisten Gründer (und erst recht für Freiberufler) dürfte die kleinste Variante bereits alles Wichtige abdecken, die allerdings auf den Datev-Export und die automatisierte Belegerfassung via Inbox verzichtet.

Candis: Eine Nummer größer und mit künstlicher Intelligenz

Bei der Zusammenstellung von Belegen und Buchungen und der Zuordnung zu Transaktionen mit künstlicher Intelligenz arbeitet Candis. Das Berliner Startup macht es kleinen Unternehmen einfacher, Zahlungen und Buchungen zusammenzufassen und all das, was laufende Buchhaltung ist, dem Steuerberater abzunehmen. Der wiederum liest über seine Datev-Schnittstelle alle nötigen Informationen ein. Insgesamt richtet sich der Service somit an eine etwas andere Zielgruppe als die weiter oben geschilderten Cloud-Dienste. Demnach ist Candis dann für die meisten Freiberufler und Nebenbei-Gründer doch eine Nummer zu groß: 59 Euro im Monat kostet das günstigste Paket, das sich explizit an Startups richtet, 229 Euro werden für das größte Monatspaket fällig.

Felix-1: Den Steuerberater im Schlepptau

Einen etwas anderen Ansatz hat Felix-1, ein Berliner Startup, das sich vor allem auf den steuerlichen Teil der Buchhaltung fokussiert und dazu mit Steuerberatern vor Ort kooperiert. Hier erledigt vor allem der jeweilige Steuerberater aus dem Netzwerk, für den ihr euch entscheidest, eure Arbeit. Dazu konfiguriert man zunächst anhand seiner Bedürfnisse und abhängig von Branche und Umsatz sein Leistungspaket, bucht die entsprechenden Leistungen und bekommt dann seinen eigenen Steuerberater zugewiesen, mit dem man immer zusammenarbeitet.

Das hat allerdings seinen Preis, der naturgemäß deutlich höher ist als bei den anderen Diensten: Hier seid ihr schnell im hohen dreistelligen Bereich pro Jahr (allerdings fairerweise natürlich auch für eine andere Art der Leistung als bei den übrigen Diensten). Eine erste Kalkulation auf der Basis eurer Umsätze lässt sich über den Angebotskonfigurator erstellen. Auf Wunsch ist auch ein Informationstelefonat mit einem der Vertragssteuerberater möglich.

Invoiz: Offen für Erweiterungen von Drittanbietern

Aus dem Hause Buhl, das vor allem als Hersteller der Wiso-Steuersoftware bekannt ist, stammt Invoiz, eine Buchhaltungs- und Finanzlösung für Kleinbetriebe, Startups und Freiberufler. Das Tool hat kürzlich einen kompletten Relaunch hingelegt und stellt als nach eigenen Angaben erstes Rechnungsprogramm einen eigenen App-Store zur Verfügung. Das Unternehmen beschreibt den Dienst als „allumfassendes, digitales Tool, das dem Selbstständigen in allen Belangen seines Businesses unter die Arme greift.“

Drei Abo-Modelle (Einsteiger, Standard und Unlimited) stehen zur Auswahl, zu denen sich neben neuen Funktionen jeweils eine bestimmte Anzahl an Extensions freischalten  und aktivieren lässt. In jedem der Tarife sind sieben Basic-Anwendungen wie etwa Rechnungen, Mahnwesen und kostenloser Support enthalten. Im Standard-Tarif stehen den Nutzern weitere Apps zur Verfügung, darunter zum Beispiel das Erstellen von Angeboten, Invoiz-Banking sowie der Steuerberater-Export. Im Unlimited-Tarif hast du Zugriff auf die gesamte Palette, darunter Abo-Rechnungen, die Angebotsfunktion Invoiz-Impress, ein automatisches Mahnwesen und vieles mehr. Der Einsteiger-Tarif kostet 4,99 Euro monatlich, der Standard-Tarif kommt auf 14,99 Euro im Monat, die Unlimited-Variante auf das Doppelte (jeweils Nettopreise). Du kannst Invoiz  14 Tage kostenfrei testen, bevor du dich für eine Bezahlvariante entscheidest.

Mit dem Relaunch von Invoiz gibt es ab sofort auch gänzlich neue Apps. Außerdem hat das Unternehmen weitere Kooperationen mit Drittanbietern angekündigt. Unterm Strich ist Invoiz damit einer der funktionsreichsten und anbitioniertesten Dienste seiner Art.

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6 Kommentare
jaschmidtuss
jaschmidtuss

Ich kann Papierkram nur empfehlen. Alles was man benötigt als Freiberufler. Umsatzsteuervoranmeldung klappt wunderbar mit Elster. Support antwortet gut. Die Jahresgebühr für die Pro Version für das Tool ist völlig gerechtfertigt.

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Jonas

Ich habe mir ein kleines Tool entwickelt, damit mein Steuerberater die Kontoauszüge von N26 importieren kann. Datev / HBCI ist somit kein Hindernis mehr, ich schicke einfach eine MT940 formatierte Datei. Wer es brauchen kann: https://mt940.evenness.net

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Neeltje
Neeltje

Interessant, dass viele Funktionen der digitalen Buchhaltung erst nach und nach entwickelt werden. Es wäre natürlich für mich als Freiberufler toll, wenn es ein einheitliches Tool gäbe, welches alle Aufgaben übernehmen kann. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es viele unterschiedlich gute Angebote gibt.

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Herbert
Herbert

Mit Speetax von SBCO sollte der Import für fidor, N26, Kontist etc. für den Steuerberater in DATEV kein Problem sein.

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Paul Piper
Paul Piper

Also von den gelisteten kann ich Papierkram wirklich nur empfehlen. Super einfach in der Handhabung und man kann es auch vorab ordentlich testen.

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Dennis Hochstein
Dennis Hochstein

Ich glaube, dass ihr das Tool „Billomat“ außer Acht gelassen habt.
Bin seit Jahren zufriedener Kunde und kann dieses Tool nur empfehlen!

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