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Der Traum vom günstigen Laden: Elektromobilität kommt in der Realität an

Die Strompreise steigen unaufhörlich. Das hat nicht nur für Privathaushalte Konsequenzen, sondern auch für die Elektromobilität.

Von Frank Feil
3 Min. Lesezeit
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Die Preise an den Ladestationen sind in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. (Foto: Frank Feil)

Es gab Zeiten, in denen herrschten geradezu paradiesische Zustände für Besitzer von Elektroautos. Wer einen Tesla hatte, konnte an den Superchargern kostenlos laden. Alle anderen konnten auf den Parkplätzen von Supermärkten, Möbelhäusern, Restaurants oder Hotels die Batterien ihrer Elektroautos füllen, ohne auch nur einen Cent zu bezahlen. Viele Unternehmen wollten auf diese Weise ein Zeichen für Nachhaltigkeit setzen – und da es ohnehin kaum Elektroautos gab, hielten sich die Kosten dafür in Grenzen.

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Als dann der Staat damit begann, Elektroautos zu fördern, und deren Zulassungszahlen stiegen, wurden die kostenlosen Ladesäulen plötzlich so stark frequentiert, dass vielerorts auf kostenpflichtige Angebote umgestellt wurde. Parallel dazu wurden immer mehr Ladesäulen gebaut und Anbieter wie Maingau Energie lockten mit geradezu sensationell günstigen Angeboten. So bezahlte man Mitte 2018 als Maingau-Energiekunde an Deutschlands Ladesäulen gerade einmal 15 Cent pro Kilowattstunde. Und bei Ionity wurde ein Ladevorgang am Schnelllader noch pauschal mit acht Euro abgerechnet.

Inzwischen ist die Elektromobilität in der Realität angekommen.

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An den Ladesäulen jagt eine Preiserhöhung die nächste

Subventionierungen und Incentivierungen werden immer dann zum Problem, wenn sie überhandnehmen oder nicht klar kommuniziert werden – und genau das ist bei den Ladesäulen passiert. Für die Netzbetreiber war es schon immer ein Minusgeschäft, für Millionen von Euro deutschlandweit Schnellladestationen zu bauen und dann den Strom für unter 30 Cent pro Kilowattstunde zu verkaufen. Aber sie haben es in der Anfangszeit getan – und bei vielen den Eindruck erweckt, dass man mit einem Elektroauto deutlich günstiger unterwegs ist als mit einem Verbrenner.

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Besonders deutlich macht dies der Autostrom-Tarif von Maingau Energie. 2018 startete dieser mit sensationell günstigen 15 Cent pro Kilowattstunde für Energiekunden und 25 Cent pro Kilowattstunde für alle anderen. Schon ein Jahr später folgte die erste Preiserhöhung um stolze zehn Cent pro Kilowattstunde. Was damals für Empörung sorgte, würde heutzutage bejubelt werden. Denn 2022 kostet die Kilowattstunde (AC/DC) für Energiekunden 39 Cent/49 Cent und der Normalpreis liegt bei 49 Cent/59 Cent.

Anders ausgedrückt: Wer 2018 mit einem BMW i3 unterwegs war, bezahlte bei einem angenommenen Durchschnittsverbrauch von 16Kilowattstunden rund 2,40 Euro pro 100 Kilometer. 2022 sind es im günstigsten Fall 6,24 Euro (AC) oder sogar 7,84 Euro (DC).

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Die Glorifizierung der Elektromobilität bringt uns nicht weiter

Eines der größten Probleme der Elektromobilität sind nicht nur deren Gegner, sondern auch deren Fans. Denn während die Gegner nicht müde werden, in jeder Diskussion ihr faktenfreies Stammtischgeplapper zum Besten zu geben, neigen die Fans dazu, die Elektromobilität zu glorifizieren.

In einer Diskussionen über die Ladepreise wird einem dann schon einmal mal entgegnet, dass man ja zu Hause günstig laden könne. Am besten noch mit der eigenen Photovoltaikanlage. Ansonsten könne man sich ja kostenlose Ladestationen suchen oder diese und jene Rabattaktion von Anbieter XYZ mitnehmen.

Dass viele Deutschen nicht einmal einen eigenen Stellplatz haben und dementsprechend auch nicht an der privaten Wallbox laden können, wird einfach ausgeblendet. Ebenso die Tatsache, dass die meisten Autofahrer nicht stundenlang auf dem Supermarktparkplatz warten wollen, um ein paar Kilowattstunden Strom umsonst zu laden. Und ja, AC-Laden ist häufig zehn Cent günstiger als DC-Laden, aber wer nicht gerade eine Ladesäule vor der Haustür hat, muss sein Elektroauto mit 80-Kilowattstundeb-Batterie ganz einfach am Schnelllader laden. Da hilft es auch nicht, dass manch einer „am Arbeitsplatz laden kann“, denn manch einer ist eben nicht jeder.

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Gerade in Diskussionen rund um die Zukunft der Mobilität ist es wichtig, die individuelle Situation des Gegenübers zu kennen, bevor man Argumente vorbringt, die völlig an der Realität des anderen vorbeigehen.

Ein Elektroauto darf das Autofahren nicht teurer machen

Ohnehin muss die Elektromobilität nicht schöngerechnet werden. Selbst wenn die Fahrt mit einem Elektroauto gleich viel oder ein paar Cent mehr als mit einem Diesel kostet, bleiben noch unzählige weitere Vorteile. Es ging bei der Elektromobilität nie darum, das Autofahren günstiger zu machen – sie darf das Autofahren aber auch nicht teurer machen, wenn die Verkehrswende gelingen soll.

Mit den derzeitigen Strompreisen haben wir an den öffentlichen Ladesäulen einen kritischen Punkt erreicht. Je nachdem, mit welchem Elektroauto man unterwegs ist, sind abhängig vom Ladetarif Kosten von 10 bis 14 Euro pro 100 Kilometer keine Seltenheit. Das ist – gerade im Vergleich zu einem modernen Diesel – zu viel. Mit der Abschaffung der EEG-Umlage könnte sich die Situation zwar wieder entspannen, aber das muss schnell geschehen. Zumal auch die Unklarheiten hinsichtlich der staatlichen Förderung von Elektroautos nach 2022 nicht gerade dazu beitragen, dass die Menschen den Umstieg wagen.

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Sebastian

Vielen Dank für diesen Einblick. Etwas schade finde ich die Beleglose Behauptung das die kostenfreien Ladeangebote stark abgenommen hätten. Ich fahre erst seit Mitte 2021 Elektrisch und in dieser Zeit sind die kostenfreien Angebote eher gestiegen. Waren es zu beginn nur 4 Ladesäulen in der nähe sind es nun knapp 10. Aber wir wissen alle, geschenkt wird nichts, und wenn nicht lange. Leider wird oft vergessen das auch eine Tankstelle sich nicht Lohnt weil dort Sprit verkauft wird. Genau das gleiche muss mit den Ladesäulen geschehen. Die großen Einzelhandelsketten haben es schon erkannt. Kunden die Laden, erhöhen die Einnahmen des Geschäfts und das egal ob das Laden zum Einkaufserlebnis dazu gehört oder separat gezahlt werden muss.

Keine Frage hingegen ist jedoch, die AC Ladepreise sind vielerorts und mit vielen Tarifen einfach zu teuer. Hier sollte es für jeden möglich sein zum Haushaltsstrom-Tarif zu laden. Eine Möglichkeit wäre es, denn Ladestrom in einem bestimmten Umgreis um Wohnung und Arbeit zu begrenzen. Ist evtl. nicht die Entlösung, wäre jedoch ein Anfang.

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Hans

Was ist denn bitte der Anreiz von E-Auto Fans die eigenen Erlebnisse zu glorifizieren? Wenn jeder die Vorteile checkt, wirds voll an den Ladesäulen und der Strompreis steigt…

„Eines der größten Probleme der Elektromobilität sind […] deren Fans. […] Gerade in Diskussionen rund um die Zukunft der Mobilität ist es wichtig, die individuelle Situation des Gegenübers zu kennen, bevor man Argumente vorbringt, die völlig an der Realität des anderen vorbeigehen.“
Ich fasse mal zusammen: Liebe Fans, bitte verschont uns von Fakten und euren Erfahrungsberichten, denn diese weichen zu weit von schlecht recherchierten Onlineartikeln und damit meiner wahrgenommenen Realität ab. Eure Argumente bringen uns nicht voran, sondern lediglich die Analyse meiner Situation und eine auf mich zugeschnittene Lösung meines Problems, bei der ich am besten weiter auf der Couch sitzen bleiben kann.

Vorweg: Ich möchte und werde mit meinem E-Auto nicht die Welt retten und muss auch niemanden davon überzeugen, dass das DER richtige Weg ist. Aber es ist einer und zwar der, für den ich mich im letzen Jahr entscheiden habe. Was ich also machen kann, ist einen Einblick zu geben, wie ich die letzen 12.000 km mit meinem Stromer verbracht habe.

Ja, Strom ist teurer geworden und der Preis wird weiter steigen. Worauf trifft das aber nicht zu? Für eine Kaufentscheidung sollten wir also lediglich die aktuellen Preise heranziehen. Alles andere ist entweder eine Wette auf die Zukunft oder gejammere über die tolle Vergangenheit.

Ich wohne in der Stadt und habe keine Möglichkeit zu Hause zu laden. Ich habe allerdings in der Nähe der Arbeit und meiner Wohnung, sowie an fast allen anderen Punkten, an denen ich mich aufhalte in <200m Entfernung eine öffentliche Lademöglichkeit. Durchaus von verschiedenen Anbietern, aber ich habe eine kostenlose Mitgliedschaft in einem Ladeverbund und zahle somit 0,42€ pro kWh. Mein Stromer verbraucht 15kWh/100km im Sommer und 20kWh/100km im Winter (~500PS, Standheizung). Ja, der Verbrauch ist im Winter höher, aber auch das ist bei allen anderen Antriebsarten der Fall.
Damit läge ich im Sommer bei 6,30€ und im Winter bei 8,40€ auf 100 km. Teile ich das durch den aktuellen Preis von Benzin, wären das ein Verbrauch von 4,4l (Winter) und 3,3l (Sommer). Beim Diesel sind es 4,7l (Winter) und 3,6l (Sommer). Glückwunsch, wer der da mit einem vergleichbaren Auto drunter liegt… Einen Zugang zu einem guten öffentlichen Ladenetz hat zugegeben nicht jeder. Wer auf dem Land lebt, kommt nicht drum herum zu Hause zu laden und zahlt dann 5,4€ (Winter) oder 4€ / 100km (Sommer).

Auf "10 bis 14€ auf 100km" würde man nur im Dumpfbackentarif an der Autobahn kommen. Wenn man das heranzieht, muss man aber auch mit Treibstoffkosten an Autobahnen vergleichen… Tatsächlich liege ich bei Ladungen an der Autobahn allerdings bei 9€ (Winter) und 6,75€ (Sommer) und muss alle 400km einen 20 Minuten Stop an einem Schnelllader machen.

Das sind bewusst ungeschönte Maximalwerte basierend auf den aktuellen Preisen aus der erlebten Praxis. Die tatsächlichen Kosten sind für mich aber viel niedriger, da ich und meine Kollegen mittlerweile auf Arbeit laden können. Für uns kostenlos und für den Arbeitgeber sind es 0,27€ / kWh.

Für mich kann ich also abschließend sagen, dass es (auch ohne Bezug des kostenlosen Stroms) die richtige Entscheidung war und auch bei steigenden Stromkosten für absehbare Zeit so bleiben wird. Selbst wenn ich naiv davon ausgehen würde, dass die Kosten für fossile Brennstoffe auf einmal aufhören zu steigen. Sicher fällt diese Rechnung für den ein oder anderen etwas knapper aus. Jeder muss also für sich eine informierte Entscheidung treffen. Nehmt euch aber bitte vor den Fans in Acht!

Antworten
Frank Feil

q.e.d. :)

Antworten
Sebastian

@Hans: Absolut wahr, ich habe auf 20000km im letzten Jahr ganze 1cent/100km für den Strom bezahlt. Weder kann ich zu hause noch auf der Arbeit laden, aber ich habe das Glück dass ich nur rund 5 km weiter zum Einkaufen fahren muss als vorher um Kostenfrei zu laden… Das vergleichen von Elektromobilität und Verbrenner ist nicht nur durch die Antriebsarten wie Äpfel und Birnen. Da werden leider auch zu oft große PS Bulliden mit dem kleinen Stadtflitzer verglichen…. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema bedeutet jedoch nicht, dass am ende beide Antriebsarten gleich auf sein müssen. Dieses Gefühl bekommt man viel zu häufig vermittelt.

Das Thema Auto ist, gerade in Deutschland, ein sehr Emotionales, bei dem rationales Denken und Handeln oft nicht möglich ist. Ich denke diese Fans wie sie hier beschrieben werden, haben das gleiche Problem wie die Gegener der Elektromobilität. Sie versuchen ihr eigenes Denken und Handeln zu rechtfertigen und nicht objektiv zu betrachten welche Fakten sich gegenüberstehen.

Problematischer sehe ich eine weitere Spaltung der Gesellschaft. PV-Anlage oder Geschenkten Strom auf der Arbeit erhalten eben nur eine kleine, ausgewählte Gruppe von Menschen. Meist handelt es sich um Besserverdiener welche nun durch das Elektroauto noch weniger Ausgaben haben. Auf der anderen Seite müssen die nicht so gut verdienenden tief in die Tasche greifen um an öffentlichen Ladesäulen zu laden. Zuvor mussten alle an die Tankstelle und haben für das gleiche Geld getankt, die besser verdienenden hatten höhere Ausgaben wegen größerer Motoren und alles hielt sich ein klein bisschen die Waage. Wie man das Gesellschaftspolitisch lösen möchte, weiß ich aktuell nicht, aber es muss gelöst werden.

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Titus von Unhold

„Wer auf dem Land lebt, kommt nicht drum herum zu Hause zu laden und zahlt dann 5,4€ (Winter) oder 4€ / 100km (Sommer).“

Oder halt nix weil 15 kWp auf dem Dach installiert sind.

Antworten
Nitpicker Smartyass

Anders als „Hans“ sind meine Erfahrungen eher so wie die im Artikel beschriebenen: Ich fahre seit fast acht Jahren rein elektrisch und überlege – aus Kostengründen – mir einen Verbrenner als Zweitwagen hinzustellen. Es ist sonst nicht mehr finanzierbar, mal eben schnell 500 km runterzureißen. Dass das das exakte Gegenteil davon ist, WARUM ich elektrisch fahre, ist mir klar, aber – der Artikel schreibt es ja – auch ich komme in der Realität an.
Anders als der Arbeitgeber von Hans zahle ich pro (Öko-)Stromstunde 35 Cent. Viele meiner Bekannten zahlen mehr. Ich habe PV auf dem Dach und lade im Sommer natürlich zu Hause (nicht „kostenlos“, wie gerne behauptet, sondern schneller die Investition abtragend), aber unterwegs kann ich meine PV-Anlage nicht mitschleppen.
Fakt ist eben auch, dass auf den Strecken, auf denen ich unterwegs bin, rund 25% der Ladesäulen defekt sind und vom Rest regelmäßig ein gutes Drittel belegt. Und zwar für viele Stunden belegt, weil die „Elektro-Fans“ es nicht nötig haben, ihre Kabel abzustöpseln, wenn ihre Autos geladen sind. Und diese Fans sind NIE irgendwo zu finden (und haben NIE Telefonnummern im Auto sichtbar abgelegt).

Es sind eben genau die Elektro-Auto-Fanatiker, die es einem sehr, sehr schwer machen, in einer normalen Diskussion das E-Fahren zu empfehlen. Jeder ausgewogenen Argumentation grundsätzlich ablehnend gegenüberstehend sehen sie nur und ausschließlich die eigene „Will-aber“-Perspektive. Meistens sind das auch noch Neureiche, Lottogewinner oder Erben, die in ihrem Leben nie wirklich für ihren Wohlstand gearbeitet haben. MIT diesen Leuten schaffen wir die Wende nie.
TROTZDEM müssen wir es versuchen.

Antworten
Markus

Kannst Du das mal vorrechnen, wie Du mit dem E-Auto teurer bist, als mit einem Verbrenner?

Wenn ich alle Vergünstigungen bei uns einrechne haben selbst 2021 die ca. 15000km gerade mal 2,74€/100km gekostet. Ja, da waren einige kostenlose Ladungen dabei. Ich lege es aber nicht darauf an, extra kostenlos zu laden. Wenn es aber z.B. im Urlaubsort auf Rügen angeboten wird, nehme ich das halt mit. Ansonsten kann ich halt zu Hause an der eigenen PV laden. Das kann natürlich nicht jeder, aber selbst, wenn ich die 2600kWh vom letzten Jahr zu den aktuellen Preisen extern geladen hätte, wären das 1350€ gewesen.

Ein Benziner/Diesel mit 6l/100km würde bei einem Preis von 1,50€/l dann exakt bei dem gleichen Wert raus kommen. Wie gesagt, das ist beim E-Auto eigentlich schon mit Worst-Case gerechnet und ob jemals wieder Spritpreise von unter 1,50€/l erreicht werden ist fraglich.

Antworten
Frank Feil

Danke für den Kommentar, genau darum ging es.

Aber ich fand’s lustig, wie genau jene Fanatiker, die ich im Text angesprochen habe, sich dann nicht zu schade waren, auch hier in den Kommentaren den lebenden Beweis zu liefern :)

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André

„Denn während die Gegner nicht müde werden, in jeder Diskussion ihr faktenfreies Stammtischgeplapper zum Besten zu geben, neigen die Fans dazu, die Elektromobilität zu glorifizieren.“

Ob der Autor es eines Tages mal schafft einen Beitrag zu schreiben ohne die „Gegner“ (es gibt übrigens auch ein „dazwischen“) zu diskreditieren? Gibt es nur Fakten, die für BEHV sprechen und Argumente gegen diese sind grundsätzlich faktenfrei?

Antworten
Erasmus

Da ist ja nicht nur die Drogenstrategie der Strommonopolisten (erst billig anfüttern und dann dauerhaft abkochen), die sich wie Bolle auf satte Geschäftsmodelle freuen. Vor allem sind es auch die Hersteller der E-Autos, die hemmungslos absahnen.

Den eigenen, wie den BaFa Beitrag preisen sie selbstbewußt ein und sacken den vom Kunden über erhöhte Listenpreise ein. Vergleichen sie mal Automodelle, die es parallel auch mit Verbrenner gibt. Besonders bei den E-Kleinwagen, die es noch viel zu wenig gibt, sind die Preise unverschämt frech. Wieso kostet z.B. ein E-Twingo , ein E-FIAT 500 oder ein Dacia-Spring unglaublich mehr, als die vergleichbaren Verbrennermodelle?

Da wird doch hemmungslos abgesahnt, obwohl alle Hersteller tönen, dass gerade die Produktion von E-Autos deutlich billiger als bei Verbrennern ist, weil viel weniger Teile verbaut werden und E-Autos deutlich weniger komplex sind!

Für Automobilhersteller und Strommonopolisten bedeutet die Mobilitätswende Goldgräberstimmung. Und wer bezahlt das? Der Bürger/Autofahrer über gesalzene Preise und Steuergelder. Ich bin mal gespannt, ob und wann Ampel und EU diese gigantische Bürgerverarsche erkennt und gegensteuert?!

Antworten
André

Ob die Regierung da zeitnah gegensteuert darf bezweifelt werden. Sie selbst hat ja die (horrende) E-Autoprämie auf den Weg gebracht, weil BEHV als einzig wahre Alternative zur Erreichung der Energiewende gesehen werden.

Antworten
Markus

Neben ein paar Falschinformationen im Artikel kann ich aber die Gesamtaussage nicht nachvollziehen.

Wir fahren jetzt seit über 4 Jahren komplett elektrisch. Ich kann zwar zu Hause laden und auch kostenlos beim Arbeitgeber (durch Homeoffice im letzten Jahr aber kaum genutzt), aber auch beim öffentlichen Laden ist unser Ioniq immer noch günstiger als ein Verbrenner.

Beispiel einer 400km Fahrt letztes Wochenende. Zwei Ladungen unterwegs für insgesamt 21,67€. Dann zu Hause ca. 25kWh wieder voll laden für 0,30€/kWh = 7,50€. Damit landen wir für die 400km bei 7,30€/100km.

Ein Benziner (hatten wir vorher) dürfte maximal 4,3l/100km verbrauchen und ein Diesel etwa 4,55l/100km um auf die gleichen Kosten zu kommen. Selbst, wenn die letzten 25kWh auch öffentlich geladen werden müssten lägen wir bei 8,66€/100km, was bei den aktuellen Sprit und Dieselpreisen immer noch günstiger ist.

Klar, zur Anfangszeit haben die Stomanbieter Lockangebote gemacht. Die Angaben im Artikel sind übrigens noch falsch. Maingau hatte bis Anfang 2019 noch Preise von 5ct/min. Danach dann erst 25ct/kWh, wobei sie Anfangs wegen ungeeichten DC-Zählern noch generell 20% abgezogen haben. Effektiv waren es also nur 20ct/kWh.
Klar, dass die damit Verluste gemacht haben und jedem E-Auto Fahrer sollte klar sein, dass diese Zeiten so langsam vorbei sind. Wir haben das gerne mitgenommen. Eine 1200km Urlaubsfahrt hat dann halt nur 5€ gekostet. Wie gesagt, diese Zeiten sind vorbei.

Die Preise sind jetzt zwar langsam an ihrer Schmerzgrenze angekommen, allerdings liegen sie jetzt gerade einmal auf Verbrenner-Niveau und sind keinesfalls höher.
Durch die THG Quote (auch Ladesäulenbetreiber können die beantragen) denke ich mal, werden die Preise an den Ladesäulen die nächste Zeit jetzt erst mal stabil bleiben. Durch die THG-Quote wird uns bei unserem E-Auto dieses Jahr immerhin ca. 4000km geschenkt.

Nach wie vor gilt beim E-Auto, dass die laufenden Kosten sehr individuell sind. Je nach Lademöglichkeiten geht das von kostenlos bis ganz teuer. Ich sehe aber auch, dass die Förderungen eher nicht den ärmeren Bevölkerungsschichten zu Gute kommen.

Antworten
Frank Feil

Na dann mal her mit den Falschinformationen, bin gespannt :)

Antworten
Markus

Die hatte ich schon genannt. Maingau startete 2018 nicht mit den im Artikel angegebenen 15 bzw. 25ct/kWh sondern mit 3 bzw. 5ct/min (3ct für Maingau-Hausstromkunden, 5ct für alle anderen). Die Preise wurden dann bis Anfang 2019 gehalten. Danach wurde dann offiziell auf die 15 bzw 25ct erhöht, effektiv wurden aber immer 20% abgezogen.

Ein kompletter Ladevorgang bei unserem Ioniq lag da anfangs dann zwischen 1€ und 1,50€, Da auf Urlaubsfahrten auch immer noch kostenlose Schnellader lagen, haben komplette Urlaubsfahrten von über 1000km dann teilweise wirklich gerade mal 5€ gekostet. Dass diese Zeiten vorbei sind, ist natürlich klar.

Kantenhuber

„…denn manch einer ist eben nicht jeder.“

Oder anders ausgedrückt: die allermeisten sind nicht mancher.

Noch ist das wie bei den Anfängen des WWW: alles umsonst, bis man sich daran gewöhnt hat und glaubt, darauf nicht mehr verzichten zu können. Dann wird von den Anbietern der Sack zu gemacht und es wird teuer. Nur, dass sich die Stromanbieter ganz bestimmt nicht auf die windigen Finanzierungsmethoden der Internetanbieter einlassen werden, sondern es ganz real von den eAutofahrern nehmen werden, weil die Alternativen dann eher gegrenzt sind und Konkurrenz schon allein technisch schlechter umsetzbar ist.

Am Ende wird mancher (die meisten) feststellen, dass die teuer erkaufte Elektroplunse mit Riesenakku im Grunde viel zu schwer und energiehungrig ist, wenn die Anbieter den Strom dann im Äquivalent zu den anderen Spritsorten verkaufen. Dann wächst der Alteisenhaufen überproportional, weil die Autos mit den derzeitigen Akkus über kurz auf der Schrotthalde landen.

Antworten
Florian

Es ist egal, ob nun Verbrenner oder Elektroauto. Fest steht, dass die Mobilität für viele aktuell zu teuer ist.
Ein Bahnticket für meine 40km entfernte Arbeitsstelle kostet 320€/Monat und ich müsste noch 5 Kilometer zum Bahnhof fahren. (Also 320€ plus 200 Kilometer).

Mein Arbeitsweg pro Monat sind also 1.600 Kilometer und kostet bei 7 Liter auf 100 Kilometer ca. 200 Euro und ist damit über 100€ günstiger als die Bahn.

Und ich finde es gut, wenn es noch Leute gibt, die Ihren Strom noch für 30ct pro kwh erhalten (wir zahlen auch nur 27,8 Cent bei EWE). Aber als Neukunde müsste ich jetzt bei egal welchen Anbieter in meiner Region mindestens 45 Cent zahlen.

Ich hoffe nur, dass sich langsam mal was tut. Denn wenn alle Kosten weiterhin so steigen, wird es bald sehr viele Leute geben, welche keine Lust mehr haben zu arbeiten, da es sonst günstiger ist vom Staat zu leben.

Antworten
Rainer

Mein Arbeitsweg beträgt auch rund 40 km mit der Bahn. Die Monatskarte kostet gerade einmal 133 Euro. Die 2 km von meiner Wohnung zum Start- und den 1 km vom Zielbahnhof zum Arbeitplatz laufe ich gern. Es gäbe keine Möglichkeit, diese Strecke mit einem Auto günstiger (deutlich schneller schon) zurückzulegen. Dass Ihr Auto außer Kraftstoff noch weitere erhebliche Kosten verursacht (Kfz-Steuer, Versicherung, Verschleiß an Bereifung und Bremsanlage, regelmäßige Ölwechsel und weitere Wartungsarbeiten) haben Sie bewusst unterschlagen.
Ich bin bis vor einem Jahr viel mit meinem Elektroauto (seit 2014) gefahren, aber den Luxus will ich mir gerade nicht mehr leisten, deshalb ist es abgemeldet.

Antworten
KeinFanatiker

1. Dass der Autor jeden der ruhig und sachlich seine Erfahrungen wiedergibt als Fanatiker bezeichnet finde ich bezeichnend – spätestens der Kommentar statt einer inhaltlichen Auseinandersetzung schiesst ihn ins Aus. Der Artikel ist irgendwie nicht ausgewogen
2. Er verschweigt zB den Anstieg des Benzinpreises, den man ruhig mal erwähnen könnte und der sich auch 2022 nicht gerade mild abzeichnet
3. Ja das eAuto ist nicht das richtige für jeden aber auch jetzt schon für viele geeignet und bei einem anstehenden Neuwagenkauf sollte darüber nachgedacht werden. Wer eun durchschnittliches Fahrprofil hat, einen eigenen Stellplatz und eine Lademöglichkeit hat oder schaffen kann – wird das Fahrzeug eh in >95% der Zeit zuhause laden – da spielt der Strompreis bei den Stromtanken fast keine Rolle mehr – allerdings wird auch der Preie Zuhause anziehen … so wie der Benzinpreis… Was aber Binsenweisheiten sind
4. Man tankt an der eigenen PV nicht umsonst -man „zahlt“ die verlorene Einspeisevergütung + Steuer auf den Eigenverbrauch also grob 12 cent – wer was anderes behauptet hat nicht mitgedacht

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