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Smartes statt bidirektionales Laden: Eon und VW starten Pilotversuch

Erneuerbare Energien lassen nicht immer genau dann gewinnen wenn man sie braucht. Der Ansatz Vehicle to Grid (V2G), bei dem Elektroautos als Zwischenspeicher dienen, kann da helfen. VW und Eon versuchen es in einem Pilotprojekt nun anders.

2 Min. Lesezeit
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Pilotprojekte zum smarten Laden bringen Netzbetreiber, Energieagenturen und Autohersteller zusammen. (Grafik: petovarga/ shutterstock.com)

Jährlich gehen über 6.000 Gigawattstunden Strom im Wert von einer Milliarde Euro aufgrund mangelnder Speichermöglichkeiten verloren. Statt den offensichtlichen Weg zu gehen, nämlich Produktionsüberschüsse ungenutzt in Elektroautos zu „lagern“, die ihn bei Bedarf wieder an das Netz abgeben können, setzt ein neues Pilotprojekt von VW-Energiemarke „Elli“ und dem regionalen Netzbetreiber Mitnetz auf „Smart Charging“. Mitnetz gehört zur Enviam-Gruppe, deren Haupteigentümer Eon heißt. Bei dem Projekt geht es darum, die Verbraucher:innen über flexible Preise zu „netzdienlichem Laden“ zu bringen. Soll heißen: Strom wird dann getankt, wenn er gerade im Überschuss zur Verfügung steht.

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Kürzlich starteten die Partner ein Pilotprojekt in Sachsen, das das Interesse des Handelsblattes weckte. Das Projekt sucht noch Teilnehmer.

Autos werden mit Stromnetz synchronisiert

Die beiden Projektpartner holten für das Konzept mit dem Namen „Innovationsimpuls für zukunftsfähige Netzintegration von E-Mobilität“ zusätzlich das Unternehmen E-Bridge ins Boot, das die Autos mit den Netzen synchronisieren soll. Das Ziel ist es, die Autos „intelligent“ in die Netze zu integrieren, sodass die Verbraucher:innen vermehrt dann ihre Autos laden, wenn gerade viel Strom zur Verfügung steht. Dazu soll ein Algorithmus die geplanten Ladevorgänge mit den Netzkapazitäten abgleichen.

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„Wir zeigen mit dem Projekt erstmals, wie Elektroautos nutzerfreundlich mit dem Stromnetz synchronisiert werden können“, sagt der Strategiechef von Elli, Niklas Schirmer, in einem Blog-Beitrag. So werde das Auto für den Netzbetreiber zum rollenden Stromspeicher, während Verbraucher:innen weiterhin nur das nachladen, was sie wirklich verbrauchen. Das gilt freilich nur, wenn sich der:die Eigentümer:in von den Sonderpreisen überreden lässt.

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Überschusszeiten werden zur Sonderangebotszone

Schirmer erklärt weiter: „Für Fahrerinnen und Fahrer wird über Preisanreize ein finanzieller Mehrwert generiert.“ Das heißt, das Projekt sorgt über eine Preisanpassung für eine „bestmögliche“ Nutzung der Netzkapazitäten. Die Netzbetreiber sollen aufgrund der Struktur- und Planungsdaten Netzprognosen erstellen. Denen entsprechend berechnet er Tarife für die Smart-Charging-Anbieter, die diese wiederum an ihre Kund:innen weiterreichen. Die Verbraucher:innen zahlen dann in den Überschusszeiten weniger für ihren (Lade-)Strom, bei Engpässen steigt der Preis. Ob das reicht, um die Leute dazu zu bringen, das Auto etwa in den Mittagsstunden zu laden, wenn die Sonne gerade strahlt, wird sich zeigen.

Energie nutzen, statt speichern

Alternativ gibt es den Ansatz des bidirektionalen Ladens, bei dem die E-Autos den Strom bei Bedarf wieder in das Netz einspeisen können. Die ID-Modelle von VW beherrschen diese Technik allerdings nicht. Nissan und Hyundai haben schon länger Fahrzeuge auf dem Markt, die per „Vehicle to Grid“ (V2G) beziehungsweise „Vehicle to Home“ (V2H) Strom auch wieder abgeben können.

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In Deutschland laufen seit Jahren mehrere Projekte, die sich auf die Technik fokussieren: Seit 2018 gibt es ein V2G-Projekt von Mobility House, Nissan und Amprion in Hagen, seit 2020 „Internet of Energy“ in Berlin (Bosch, VW, Stromnetz Berlin) sowie das Bundesprojekt „Bidirektionales Lademanagement“ (BDL).

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