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Erneuerbare Energien: Sorgen neue Regeln für Balkonkraftwerke für einen weiteren Boom

Balkonkraftwerke sind aktuell sehr beliebt. Wer sich ein Steckersolargerät anschaffen und betreiben will, muss von der Anmeldung bis zum Zählertausch jedoch vieles beachten. In diesem Jahr soll sich das ändern. Das Versprechen: weniger Bürokratie, mehr Leistung. Nur: Wann wird es umgesetzt?

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Noch ist die Anschaffung und der Aufbau eines Balkonkraftwerks mit diversen Hürden verbunden. (Foto: Picture Slliance / Imagebroker | Robert Poorten)

Ein Balkonkraftwerk oder Steckersolargerät ist einer der einfachsten Wege für Bürger:innen, um sich an der Energiewende zu beteiligen. Die kleinen Anlagen gibt es mittlerweile im Baumarkt und beim Discounter für wenige Hundert Euro zu kaufen. Sie sind schnell aufgebaut und können beim Stromsparen helfen.

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In den vergangenen Monaten ist die Nachfrage nach Balkonkraftwerken folgerichtig gestiegen. Laut einem Bericht der von tagesschau.de sind mehr als 400.000 Anlagen in Deutschland im Betrieb. Das geht aus dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur hervor. Mitte 2023 lang die Zahl noch bei 230.000 Anmeldungen. Die Dunkelziffer dürfte sogar noch höher liegen, denn nicht jeder meldet seine Anlage auch an.

Solarpaket I soll bürokratischen Aufwand minimieren

Dem Bericht zufolge geht der Bundesverband Solarwirtschaft davon aus, dass die Nachfrage in diesem Jahr noch zunehmen wird. Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig erwartet allerdings ebenfalls, dass das Marktwachstum zurückgehen wird. Helfen könnte die vereinfachte Registrierung, die die Bundesnetzagentur am 1. April auf den Weg gebracht hat.

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Die Anlagen darf man schließlich nicht ohne Weiteres betreiben. Wer zum Beispiel im Garten ein Balkonkraftwerk installiert, muss es vorher beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden und braucht außerdem einen Stromzähler mit Rücklaufsperre. Noch 2024 soll sich das ändern. Grundlage dafür ist das sogenannte Solarpaket I des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

Das Gesetzespaket sieht etwa weniger Aufwand bei der Anmeldung vor. Statt die Anlage an gleich zwei Stellen registrieren zu müssen, soll künftig eine vereinfachte Anmeldung im Marktstammdatenregister genügen. Der Vorgang soll dabei auf „wenige, einfach einzugebende Daten beschränkt werden“, heißt es beim BMWK.

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Habt ihr zu Hause noch einen alten Ferraris-Zähler ohne Rücklaufsperre, braucht ihr zur Inbetriebnahme des Balkonkraftwerkes auch nicht mehr zwingend sofort einen neuen. Bis zur Installation einer neuen Messeinheit will das Ministerium übergangsweise rückwärts laufende Stromzähler dulden.

Eine weitere Vereinfachung könnte es bei der Wahl des Steckers für den Anschluss geben. So will das BMWK den Einsatz von Schutzkontaktsteckern zum Anschluss erlauben. Verboten ist das auch heute nicht. Die derzeitig gültige Norm schreibt allerdings eine Energiesteckdose vor. Deren Einbau ist mit Kosten verboten. Diese Norm soll jetzt überarbeitet werden.

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Mehr Leistung, weniger Leistung

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Gesetzesvorlage sieht eine Erhöhung der zulässigen Leistung von Wechselrichtern vor. Die liegt bislang bei 600 Watt und soll 2024 auf 800 Watt ansteigen. Praktisch: Einige Hersteller verkaufen schon jetzt Sets mit upgradefähigen Wechselrichtern. Deren Leistung ist zunächst auf 600 Watt gedrosselt, kann aber erhöht werden, sobald das Gesetz in Kraft tritt.

Umgekehrtes gilt künftig für Solarpaneele. Für die gibt es aktuell noch keine Leistungsgrenze. 2024 soll die Modulleistung maximal 2.000 Watt betragen dürfen und wird damit beschränkt.

Wann kommen die Änderungen?

Die spannende Frage bei allen Änderungen ist, wann sie in Kraft treten. Das Kabinett hatte das Solarpaket bereits Mitte August 2023 beschlossen. Am 15. Dezember sollte der Bundestag darüber abstimmen, hat zunächst aber nur einen Teil des Entwurfs verabschiedet. Weitere Teile des Pakets wurden auf 2024 verschoben. Wann genau die Verabschiedung stattfinden soll, steht nicht fest. Der Bundesverband Solarwirtschaft hofft laut tagesschau.de aber, dass es noch im April 2024 der Fall sein wird.

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Verbraucherschützer:innen kritisieren das Vorgehen. „Der Bundestag muss das Solarpaket zeitnah verabschieden“, fordert etwa Thomas Engelke, Energieexperte beim Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in einer Meldung desselbigen. Das sei wichtig, weil Verbraucher:innen an der Energiewende mitwirken möchten, dafür aber entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen bräuchten.

So sieht der Klimawandel aus Sicht der Nasa aus

So sieht der Klimawandel aus Sicht der Nasa aus Quelle: Nasa
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