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Analyse

Facebook und die Zukunft des Geschäftsmodells

Dan Levy, Facebooks Vice President Ads & Business Products, beschreibt Entwicklungen zu Personalisierung und Privatsphäre in Marketing und Commerce und verspricht „personalisierte Erlebnisse der nächsten Generation“. Klar ist: Die Facebook-Plattformen sollen gerade im Bereich E-Commerce gestärkt werden.

Von Holger Schellkopf
3 Min.
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(Foto: Xose Bouzas/Reuters)

Levy ist seit mehr als zehn Jahren bei Facebook. Seine Aufgabe, so beschreibt er selbst, habe „das Ziel, den Aufbau bedeutungsvoller Verbindungen und Beziehungen zwischen Menschen und Unternehmen zu unterstützen.“ In den vergangenen Jahren seien dabei viele Herausforderungen bewältigt worden. Der Wandel von der stationären zur mobilen Nutzung gehöre ebenso dazu wie die Entwicklung eines Standards für personalisierte Anzeigen, beschreibt Levy.

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Jetzt würden sich vor allem Unternehmen mit „einem fundamental veränderten Konsumentenverhalten konfrontiert“ sehen. Verursacht durch die Corona-Pandemie habe der Trend zum E-Commerce innerhalb eines Jahres einen Sprung gemacht, der dem Fortschritt eines ganzen Jahrzehnts entspreche.

In Kombination mit neuen Technologien, die den Erwartungen der Menschen auf Sicherung ihrer Privatsphäre entsprächen, sieht Levy die Chance, „einmal mehr Innovationstreiber zu sein“. Das Ziel: „Wir müssen neue Wege finden, wie Unternehmen ihre Kund:innen erreichen, und den Menschen mehr Kontrolle darüber geben, wie ihre persönlichen Daten für Werbezwecke verwendet werden.“

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Er identifiziert in seinem aktuellen Blogbeitrag vier Bereiche, auf die sich Facebook bei den Produktinnovationen konzentrieren wolle, und gibt damit auch Einblick in die Zukunft des Geschäftsmodells von Facebook. Ein Geschäftsmodell, das sich auch stärker in eine Richtung bewegt, die aktuell von Amazon, Google und den asiatischen Anbietern dominiert wird. 

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Facebook Produktinnovationen

Facebook hat bei den Produktinnovationen vor allem vier Bereiche im Blick. (Grafik: Facebook)

„Grundlage für digitale Werbung“

Nicht ganz überraschend stellt der Facebook-Vice-President dabei das Thema Technologien zur Stärkung der Privatsphäre weit nach vorne. Gerade in diesem Bereich hatte Facebook in der Vergangenheit immer wieder mit Negativschlagzeilen zu kämpfen gehabt und dementsprechend bei Nutzer:innen und Unternehmen an Vertrauen verloren. Das soll sich wieder ändern. Levy dazu: „Facebook war in führender Rolle am Durchbruch personalisierter Werbung beteiligt. Nun möchten wir zeigen, dass Personalisierung und Privatsphäre sich nicht gegenseitig ausschließen.“ Facebook entwickle dafür Technologien zur Stärkung der Privatsphäre. Diese sollen dazu beitragen, die Menge der verarbeiteten personenbezogenen Daten zu minimieren, und gleichzeitig ermöglichen, relevante Anzeigen zu schalten und die Wirksamkeit von Anzeigen zu messen.

Levy legt die Messlatte hier extrem hoch. Diese Technologien würden künftig die Grundlage für digitale Werbung bilden, und „zwar in dem Maß, wie der Mikrochip eine zentrale Komponente für computerbasierte Verarbeitung darstellt“. Das ist mal einen Ansage. Gleichzeitig sieht der Facebook-Mann aber als Grundlage für funktionierende Technologie eine branchenweite Zusammenarbeit. Dies gelte auch bei anderen Datenschutzstandards und Datenschutzpraktiken.

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Neue Discovery-Features

Ein weiteres Feld, das Facebook als zentralen Bereich für Produktinnovationen identifiziert hat, ist das Thema Discovery. Mit 200 Millionen Unternehmen, die laut Levy kostenlose Tools wie eine Facebook-Seite oder einen Instagram-Account nutzen, stünden die Faktoren Entdecken und Relevanz im Mittelpunkt.

Dafür lässt sich Facebook bei den bezahlten Features einiges einfallen und testet viele Funktionen. Dazu gehört unter anderem ein Test, bei dem Nutzer:innen im News Feed durch Antippen Inhalte von Unternehmen zu Themen wie Beauty, Fitness oder Kleidung durchsuchen und Inhalte von ähnlichen Unternehmen entdecken können. Außerdem sollen Kontextinformationen für intelligentere Werbeschaltungen genutzt und der Aufbau von Communitys erleichtert werden.

Aufbau eines Commerce-Systems 

Der Boost im Bereich E-Commerce hat auch dafür gesorgt, dass sich gerade Facebook und Instagram immer mehr zu Kanälen für Käufe und Verkäufe entwickeln. Hier sieht das Unternehmen ganz offensichtlich auch eine große Chance für das zukünftige Geschäftsmodell. In den kommenden Jahren werde Facebook ein modernes Commerce-System aufbauen, um der Nachfrage nach Werbeanzeigen, Community-Tools, Messaging, Shops und Optionen zur Zahlungsabwicklung nachzukommen.

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Ziel dieser Veränderungen sei „die Schaffung einer personalisierten, nahtlosen Customer-Journey, damit Menschen möglichst einfach Produkte entdecken, sich darüber informieren, eine Kaufentscheidung treffen, die Bezahlung abwickeln und der Lieferung entgegenfiebern können.“ Mit anderen Worten: Das Facebook-Universum inklusive Instagram und Whatsapp soll sich immer stärker zu einem All-in-one-Angebot entwickeln. Nutzer:innen sollen schlichtweg keinen Bedarf mehr haben, andere Plattformen zu besuchen. Eine Entwicklung, die natürlich auch auf den Wettkampf mit Amazon und die asiatischen Anbieter ausgerichtet ist. 

Business-Tools jenseits des Marketings

In eine ähnliche Richtung geht auch der vierte Bereich, dem sich Facebook bei den Produktinnovationen besonders widmen will. Kurz gesagt will Facebook eine deutlich wichtigere Position im Tech-Stack vieler Unternehmen einnehmen. „Wir glauben, dass wir helfen können, alle Arten von Geschäftsanforderungen zu lösen – sei es beim Customer-Relationship-Management (CRM), den Business-Messaging-Tools oder der Personalakquise via Facebook Jobs“, beschreibt Dan Levy den Ansatz. Zeit sei ebenso wichtig wie Geld, deshalb „treiben wir konsequent die Entwicklung von Produkten und Tools voran, die Unternehmen mit wenigen Klicks und schlanken Menüs bedienen können und die den täglichen Arbeitsaufwand gering halten.“

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